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Steuern & Finanzen

Kirchensteuer 2026

Kirchensteuer 2026: 8-9% der Einkommensteuer, steuerlich absetzbar. Was kostet der Kirchenaustritt? Zahlen und Fakten – komplett neutral.

Sophia Wagner
Sophia Wagner
·18. April 2026·1 min Lesezeit
Inhalt

Wie hoch ist die Kirchensteuer 2026? #

Die Kirchensteuer ist keine feste Steuer, sondern ein Zuschlag zur Einkommensteuer:

Wie hoch ist die Kirchensteuer 2026?
BundeslandKirchensteuersatz
Bayern, Baden-Württemberg8 % der Einkommensteuer
Alle anderen Bundesländer9 % der Einkommensteuer

Beispiel: Du zahlst 6.000 € Einkommensteuer und wohnst in NRW → Kirchensteuer = 6.000 × 9 % = 540 € pro Jahr.

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Tipp

Hinweis: Es gibt eine Kappungsgrenze in manchen Bundesländern: Die Kirchensteuer darf maximal 2,75–4 % des zu versteuernden Einkommens betragen – ein Schutz für Gutverdienende mit hohem Grenzsteuersatz.

Kirchensteuer steuerlich absetzen #

Das Gute: Gezahlte Kirchensteuer ist als Sonderausgabe vollständig von der Steuer absetzbar. Das reduziert dein zu versteuerndes Einkommen.

In der Steuererklärung: Anlage Sonderausgaben → Zeile „Kirchensteuer". Die Angabe ist einfach – dein Arbeitgeber weist die einbehaltene Kirchensteuer auf der Lohnsteuerbescheinigung aus.

OK
Gut zu wissenDa die Kirchensteuer selbst absetzbar ist, ist der tatsächliche Netto-Kostensatz niedriger als 8–9 %. Bei 40 % Grenzsteuersatz kostet 1 € Kirchensteuer nur ca. 0,60 € netto.

Kirchensteuer auf Kapitalerträge #

Wenn du Zinsen, Dividenden oder Fondsausschüttungen erhältst, fällt neben der 25 % Abgeltungsteuer auch Kirchensteuer an. Das läuft automatisch:

  1. Das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) meldet deiner Bank einmal jährlich deine Religionszugehörigkeit.
  2. Deine Bank behält automatisch die Kirchensteuer auf Kapitalerträge ein (8 oder 9 % der Kapitalertragsteuer).
  3. Du musst nichts tun – aber du kannst beim BZSt einen Sperrvermerk setzen, um den automatischen Abruf zu verhindern (dann Pflicht zur Angabe in der Steuererklärung).

Kirchenaustritt: Wie und was kostet es? #

Wer die Kirchensteuer vermeiden möchte, kann aus der Kirche austreten:

  • Wo: Beim zuständigen Standesamt oder Amtsgericht (je nach Bundesland)
  • Kosten: 30–60 € (je nach Bundesland, teils kostenlos)
  • Wann wirksam: Zum Ende des Kalendermonats, in dem der Austritt erklärt wird
  • Dokumente: Personalausweis, ggf. Kirchenmitgliedsbescheinigung
Achtung: Ein Kirchenaustritt hat neben der steuerlichen auch kirchenrechtliche Konsequenzen – z. B. kein kirchliches Begräbnis, kein Patenamt. Das sollte jeder individuell abwägen.

Häufige Fragen

Wie viel Kirchensteuer zahle ich 2026?

Die Kirchensteuer beträgt 8% oder 9% deiner Einkommensteuer, je nach Bundesland. Bei einem Einkommen von 50.000 € zahlst du etwa 160–180 € Kirchensteuer pro Jahr.

Ist Kirchensteuer steuerlich absetzbar?

Ja, vollständig. Die Kirchensteuer ist eine Sonderausgabe und wird bei der Steuererklärung zu 100% abgezogen. Deshalb ist die tatsächliche Belastung etwas niedriger.

Was kostet der Kirchenaustritt?

Der Austritt kostet je nach Bundesland 10–30 € (meist 15–20 €). Du meldest dich beim Standesamt oder Amtsgericht an und erhältst eine Bescheinigung. Der Austritt ist dann sofort wirksam.

Kann ich ohne Kirchenaustritt nicht mehr zur Kirche gehen?

Nein, das hat nichts miteinander zu tun. Du kannst auch als ausgetretenes Mitglied noch in die Kirche gehen und die Angebote nutzen. Nur für sakramentale Handlungen (Trauung, Beichte, bestimmte Bestattungen) brauchst du meist noch Mitgliedschaft.

Ändert sich mein Steuersatz, wenn ich austrete?

Ja, aber nur für die Kirchensteuer selbst. Deine Einkommensteuer ändert sich nicht. Wenn du 300 € Kirchensteuer zahltest, sparst du diese Summe – davon bekommst du aber nicht alle zurück, weil die Ersparnis durch entfallende Sonderausgabenabzüge teilweise aufgerechnet wird.

Sophia Wagner
Über den Autor
Sophia Wagner
Investment-Redaktion, FLORIN+

Sophia begleitet Einsteiger durch ihre ersten Investment-Entscheidungen. Schwerpunkt: einfache, kostengünstige Strategien ohne Bank-Sprech.

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