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Score-Abruf vs. DSGVO-Selbstauskunft – der entscheidende Unterschied #
Viele Menschen verwechseln zwei Dinge, die die SCHUFA anbietet. Beide sind kostenlos, aber sie zeigen völlig unterschiedliche Informationen. Bevor du loslegst, lohnt sich ein kurzer Blick auf den Unterschied – damit du weißt, was du wirklich bekommst.
| Merkmal | Kostenloser Score-Abruf (neu ab März 2026) | DSGVO-Selbstauskunft (§ 34 BDSG, Art. 15 DSGVO) |
|---|---|---|
| Was du siehst | Numerischer Score (100–999) + Kategorie | Alle gespeicherten Daten, Einträge, Anfragen, interne Vermerke |
| Kosten | Dauerhaft kostenlos | 1x pro Jahr kostenlos (weitere Kopien können berechnet werden) |
| Häufigkeit | Jederzeit abrufbar | Mindestens 1x jährlich kostenfrei |
| Wirkung auf Score | Keine – Konditionsanfrage | Keine – Eigenabfrage |
| Format | App / Webportal, sofort verfügbar | PDF-Download oder postalisch (2–4 Wochen per Post) |
| Zweck | Schnelle Übersicht über Bonität | Vollständige Kontrolle aller gespeicherten Daten, Fehlerprüfung |
Der neue kostenlose Score-Abruf ist der schnelle Puls-Check – du siehst eine Zahl und eine Kategorie. Die Selbstauskunft ist das vollständige Blutbild – alle Daten, alle Einträge, ideal zur Fehlerprüfung. Für den Alltag reicht der Score-Abruf. Für eine gründliche Prüfung, zum Beispiel vor einem großen Kredit oder einer Wohnungsbewerbung, solltest du zusätzlich die Selbstauskunft beantragen.
Weg 1: meineSCHUFA App (iOS & Android) #
Die offizielle App der SCHUFA Holding AG ist der direkteste Weg zum kostenlosen Score. Sie ist seit März 2026 kostenlos nutzbar und zeigt deinen Score in Echtzeit – inklusive Verlaufsanzeige, sodass du siehst, wie sich dein Score über die Zeit verändert.
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App herunterladen
Öffne den App Store (iOS) oder Google Play Store (Android) und suche nach „meineSCHUFA". Lade die offizielle App der SCHUFA Holding AG herunter – sie ist kostenlos. Achte auf den verifizierten Entwicklernamen, um Fake-Apps zu vermeiden. -
Account anlegen
Tippe auf „Registrieren" und gib deine persönlichen Daten ein: Vorname, Nachname, Geburtsdatum, aktuelle Wohnadresse und E-Mail-Adresse. Wähle ein sicheres Passwort. Du erhältst eine Bestätigungs-E-Mail – klicke auf den Link darin. -
Identität verifizieren
Die SCHUFA muss sicherstellen, dass du wirklich du bist. Es gibt drei Optionen:
Option A – VideoIdent (schnellste Methode): Du öffnest einen Video-Chat innerhalb der App, hältst deinen Personalausweis oder Reisepass in die Kamera und ein automatisiertes System prüft deine Identität. Dauert in der Regel unter 5 Minuten.
Option B – PostIdent: Du gehst zu einer Deutschen Post-Filiale mit deinem Ausweis. Der Postmitarbeiter bestätigt deine Identität und übermittelt die Daten. Dauert 1–2 Werktage bis zur Freischaltung.
Option C – Online-Banking-Legitimierung: Du meldest dich mit deinen Online-Banking-Zugangsdaten an (über eine sichere Schnittstelle). Deine Bank bestätigt deine Identität. Dies ist oft die schnellste Option, wenn du Online-Banking nutzt. -
Score einsehen
Nach abgeschlossener Verifikation gelangst du automatisch zur Score-Übersicht. Du siehst deinen aktuellen Punktwert auf der Skala 100–999, die Bewertungskategorie (z. B. „Sehr gut") und – sofern verfügbar – einen Verlaufsgraphen der letzten Monate. -
Benachrichtigungen aktivieren (empfohlen)
Aktiviere in den App-Einstellungen die Push-Benachrichtigungen für Score-Veränderungen. So wirst du automatisch informiert, wenn sich dein Score nach oben oder unten bewegt – zum Beispiel nach einer neuen Kreditanfrage einer Bank.
Weg 2: CheckMyScoring-Portal #
Wer keine App herunterladen möchte oder den Score lieber am Desktop einsehen will, nutzt das CheckMyScoring-Portal. Es ist die webbasierte Alternative zur App und bietet denselben kostenlosen Score-Abruf – ebenfalls ohne Abo-Pflicht.
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Portal im Browser öffnen
Rufe direkt die offizielle Adresse des CheckMyScoring-Portals auf. Achte auf die HTTPS-Verschlüsselung (Schloss-Symbol in der Adresszeile) und darauf, dass du dich auf der korrekten Domain befindest. Lesezeichen setzen empfohlen. -
Registrierung & Dateneingabe
Lege einen Account mit Name, Geburtsdatum, Adresse und E-Mail an. Das Formular ist in wenigen Minuten ausgefüllt. Bestätige deine E-Mail-Adresse über den zugesandten Link. -
Identitätsverifizierung
Auch hier stehen VideoIdent, PostIdent oder Online-Banking-Legitimierung zur Wahl. Im Browser-Portal funktioniert VideoIdent per Webcam – du benötigst kein Smartphone. Das Portal führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess. -
Score abrufen und speichern
Nach der Verifikation siehst du deinen Score sofort. Du kannst ihn als PDF speichern oder ausdrucken – praktisch, wenn du ihn einer dritten Stelle zeigen möchtest. Bitte beachte: Die Score-Anzeige allein ist kein offizielles Zertifikat für Banken oder Vermieter. Dafür ist eine kostenpflichtige Bonitätsauskunft nötig.
Weg 3: SCHUFA-Score direkt im Online-Banking #
Der komfortabelste Weg für viele Verbraucher: Einige Banken zeigen deinen SCHUFA-Score direkt in ihrem Online-Banking oder in der Banking-App an – ohne dass du eine separate App oder ein separates Portal brauchst. Du siehst deinen Score also dort, wo du ohnehin täglich unterwegs bist.
Welche Banken bieten das?
Zum Stand Mai 2026 bieten unter anderem diese Institute die Score-Anzeige im Banking an:
- ING – Score-Anzeige in der ING-App unter dem Bereich „Mein Konto" → „SCHUFA-Score". Einmalige Aktivierung mit SCHUFA-Account-Verlinkung erforderlich.
- DKB (Deutsche Kreditbank) – Score im DKB-Kundencenter sichtbar, Aktivierung über die DKB-App unter „Services" → „Bonitätsstatus".
- Ausgewählte Sparkassen und Volksbanken/Raiffeisenbanken – der Ausbau erfolgt regional und sukzessive; prüfe in deiner Banking-App unter „Mehr" oder „Services", ob die Funktion verfügbar ist.
Das Banking-Partnerschaftsprogramm der SCHUFA wurde im März 2026 gestartet. Weitere Banken, Neobanken und Fintech-Dienste werden im Laufe von 2026 und 2027 folgen. Wenn deine Bank noch nicht dabei ist, nutze in der Zwischenzeit die App oder das Portal.
So aktivierst du den Score in der Banking-App
Der genaue Weg unterscheidet sich je nach Bank, folgt aber einem ähnlichen Muster:
- Öffne die Banking-App und navigiere zum Bereich „Services", „Mehr" oder „Konto".
- Suche nach einem Menüpunkt wie „SCHUFA-Score", „Bonität" oder „Bonitätsstatus".
- Stimme der Datenübermittlung an die SCHUFA zu (einmalig). Deine Bank fragt nur deinen Score ab – keine Kreditanfrage, kein negativer Einfluss.
- Falls du noch keinen SCHUFA-Account hast, wirst du durch die Registrierung geführt – direkt in der Banking-App.
- Fertig: Dein Score erscheint und wird bei zukünftigen Logins automatisch aktualisiert.
Was bedeutet mein Score? Die Skala 100–999 erklärt #
Mit dem neuen SCHUFA-System (gültig ab 17. März 2026) wurde die alte Prozentwert-Skala (0–100 %) durch eine neue Punkteskala ersetzt: 100–999. Ein höherer Wert ist besser. Der Score wird in fünf Kategorien eingeteilt:
| Score-Bereich | Kategorie | Was das bedeutet | Kreditchancen |
|---|---|---|---|
| 900–999 | Sehr gut | Sehr niedriges Ausfallrisiko, hervorragende Zahlungshistorie | Beste Konditionen, niedrigste Zinsen |
| 800–899 | Gut | Geringes Ausfallrisiko, solide Kreditgeschichte | Gute Konditionen, Kredit in der Regel problemlos |
| 650–799 | Befriedigend | Leicht erhöhtes Risiko, einzelne Auffälligkeiten möglich | Kredit möglich, Konditionen variieren |
| 500–649 | Ausreichend | Erhöhtes Ausfallrisiko, negative Einträge vorhanden | Kredit schwieriger, höhere Zinsen möglich |
| 100–499 | Schlecht | Hohes Ausfallrisiko, schwerwiegende negative Einträge | Kredit in der Regel abgelehnt |
Was fließt in den Score ein?
Die SCHUFA bewertet seit März 2026 offiziell 12 Kriterien. Diese werden in der App und im Portal in Kurzform angezeigt, damit du nachvollziehen kannst, was deinen Score beeinflusst:
- Zahlungsverhalten – Hast du Rechnungen, Kredite oder Raten stets pünktlich bezahlt?
- Kreditkonten – Wie viele aktive Kredite und Kreditkarten laufen auf deinen Namen?
- Kreditauslastung – Wie viel deines verfügbaren Kreditrahmens nutzt du aus?
- Kredithistorie – Wie lange bestehen deine ältesten Konten?
- Neue Kreditanfragen – Wie viele harte Kreditanfragen gab es in den letzten zwölf Monaten?
- Negative Einträge – Gibt es offene Inkasso-Forderungen, Mahnbescheide oder Insolvenzen?
- Kontowechsel – Häufiger Wechsel von Girokonten kann als Unsicherheitssignal gewertet werden.
- Wohnsitzstabilität – Häufige Umzüge können den Score leicht beeinflussen.
- Alter des Verbrauchers – Jüngere Personen ohne Kredithistorie erhalten initial oft einen niedrigeren Score.
- Zahlungsanfragen Dritter – Wie oft haben Unternehmen deinen Score in den letzten Monaten abgefragt?
- Vertragserfüllung – Wurden bestehende Verträge (Mobilfunk, Leasing etc.) ordnungsgemäß erfüllt?
- Positives Zahlungsverhalten – Werden Daueraufträge und Lastschriften regelmäßig gedeckt?
Der kostenlose Score-Abruf zeigt dir deinen Score und die Kategorie – aber nicht die genaue Gewichtung der einzelnen Kriterien oder welche konkreten Einträge deinen Score nach unten ziehen. Für diese Detailtiefe benötigst du die vollständige DSGVO-Selbstauskunft.
Was tun, wenn dein Score falsch wirkt? #
Es kommt häufiger vor als gedacht: Fehler in der SCHUFA-Datenbank drücken den Score nach unten – durch veraltete Einträge, falsche Daten oder Verwechslungen. Regelmäßiges Prüfen zahlt sich aus. Das empfohlene Intervall ist alle 3 bis 6 Monate.
Schritt 1: Vollständige Daten prüfen
Der Score-Abruf allein reicht nicht zur Fehlersuche. Beantrage zusätzlich die kostenlose DSGVO-Selbstauskunft (1x jährlich gratis), um alle gespeicherten Einträge zu sehen. Dort findest du, welche Daten konkret hinterlegt sind.
Schritt 2: Fehler identifizieren
Typische Fehler sind: bereits bezahlte Inkasso-Forderungen, die noch als offen gelistet sind; veraltete Adressen; gelöschte Konten, die noch erscheinen; oder Einträge, die die gesetzliche Löschfrist überschritten haben.
Schritt 3: Widerspruch einlegen
Du hast das Recht, fehlerhafte oder veraltete Einträge zu beanstanden. Seit März 2026 ist das direkt in der meineSCHUFA App und im Portal möglich – ohne Brief, ohne Formular in der Post. Geh in den Bereich „Meine Daten" → „Eintrag beanstanden". Du musst einen Nachweis hochladen (z. B. eine Zahlungsbestätigung), die SCHUFA hat dann 4 Wochen Zeit zur Überprüfung.
Schritt 4: Löschfristen kennen
Viele negative Einträge werden nach Ablauf bestimmter Fristen automatisch gelöscht:
- Erledigte Inkasso-Forderungen: 3 Jahre nach Begleichung
- Harte Kreditanfragen: 12 Monate (sichtbar), 24 Monate (intern)
- Kontoeröffnungen und -schließungen: 3 Jahre nach Beendigung
- Privatinsolvenz/Restschuldbefreiung: 3 Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung
- Mahnbescheide und Urteile: 3 Jahre nach vollständiger Begleichung
Wenn ein Eintrag noch vor Ablauf seiner Frist erscheint, obwohl er erledigt ist, hast du Anspruch auf vorzeitige Löschung – verlange das aktiv über die App oder schriftlich.
- SCHUFA Holding AG – Pressemitteilung zur Einführung des kostenlosen Score-Abrufs (März 2026)
- SCHUFA Holding AG – meineSCHUFA App, Funktionsbeschreibung (Stand: März 2026)
- EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) – Artikel 15 (Auskunftsrecht der betroffenen Person)
- Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) – § 34 (Auskunft an betroffene Personen)
- Verbraucherzentrale Bundesverband – SCHUFA-Scoring und Verbraucherrechte (2026)
- Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) – Scoring und Kreditwürdigkeitsprüfung
Die Informationen in diesem Artikel sind allgemeiner Natur und stellen keine individuelle Finanzberatung dar. Bei konkreten Fragen zu SCHUFA-Einträgen oder rechtlichen Widersprüchen wende dich an die Verbraucherzentrale in deinem Bundesland – die Erstberatung ist kostenlos.
Häufige Fragen
Ist der kostenlose Score-Abruf wirklich gratis und ohne Abo?
Ja. Ab dem 17. März 2026 kannst du deinen SCHUFA-Score dauerhaft kostenlos über die meineSCHUFA App oder das CheckMyScoring-Portal einsehen – ohne Abo, ohne versteckte Kosten. SCHUFA-Abo-Produkte wie „meineSCHUFA plus" existieren weiterhin, sind aber optional und bieten zusätzliche Funktionen wie detaillierte Analysen oder Identitätsschutz. Für den reinen Score-Abruf brauchst du kein Abo.
