Lohn & Einkommen Kurzfassung · 14. Juli 2026

Deutschlands gespaltene Lohnlandschaft

Nominaler Rekord, reale Kaufkraftlücke und strukturelle Ungleichheit — MyWage Research Report No. 03 / 2026

+4,2 %
Nominallohnwachstum 2025
Stärkstes Wachstum seit 2010 (Destatis)
+1,3 %
Reale Kaufkraftsteigerung seit 2020
Trotz nominaler Rekorde — kumuliert
13,90 €
Mindestlohn ab Januar 2026
+63 % seit Einführung 2015 (8,50 €)
16 %
Gender Pay Gap 2025
4 Pkt. über EU-27-Schnitt (Destatis)
1.820 €
Ost-West-Monatsgefälle
Strukturell, nicht konjunkturell
45,9 Mio.
Sozialversicherungspfl. Beschäftigte
Stand 2025 — historisches Hoch

Nominaler Boom, reale Lücke

Das Nominallohnwachstum von +4,2 Prozent 2025 markiert den stärksten Anstieg seit 2010. Doch die Bilanz der vergangenen Jahre relativiert diese Zahl: Kumuliert verloren Arbeitnehmer 2021 bis 2024 bis zu 6 Prozent realer Kaufkraft. Die aktuelle Erholung schließt diesen Rückstand erst graduell.

IT vs. Pflege, Care und Einzelhandel

Das Branchengefälle hat ein strukturelles Ausmaß erreicht. IT-Berufe und systemrelevante Bereiche wie Pflege, Erziehung und Einzelhandel klaffen weit auseinander — mit direkten Konsequenzen für die Einkommensverteilung.

Gender Pay Gap und Ost-West-Gefälle

Zwei strukturelle Ungleichheiten prägen die deutsche Lohnlandschaft dauerhaft: der geschlechtsspezifische Lohnabstand und das regionale Gefälle zwischen Ost und West. Beide sind trotz jahrzehntelanger politischer Interventionen nahezu unverändert.

Entwicklung, Schutzwirkung und Grenzen

Der gesetzliche Mindestlohn ist das bedeutendste Einzelinstrument zur Einkommenssicherung im unteren Lohnsegment. Seit seiner Einführung 2015 ist er um 63 Prozent gestiegen — und erreicht 2026 eine neue Schwelle.

Einschätzung
„Das nominale Lohnwachstum von +4,2 Prozent ist beeindruckend — aber es verschleiert die eigentliche Geschichte. Vier Jahre Reallohnverlust haben tiefe Spuren hinterlassen: Wer 2021 in der Pflege oder im Einzelhandel arbeitete, konnte sich 2024 trotz nominaler Zuwächse real weniger leisten als zuvor. Unsere Plattformdaten zeigen: Der Anteil der Geringverdiener ist seit 2022 um ein Drittel gestiegen. Das ist kein konjunkturelles, sondern ein strukturelles Problem."
Robert Moukabary — Gründer, MyWage GmbH
Vollständiger Report
Über uns

Über MyWage & FLORIN+

MyWage GmbH ist eine deutsche Personal-Finance-Plattform mit dem Ziel, stabile Finanzen für ein gutes Leben zu ermöglichen. MyWage bietet Budgetierungstools, Gehaltsvergleiche und personalisierte Finanzplanung für Privatpersonen. FLORIN+ ist die Berechnungs- und Vergleichsplattform der MyWage-Gruppe. MyWage Research ist das unabhängige Analyse- und Publikationsformat der Gruppe, das amtliche Statistiken mit aggregierten Plattformdaten verbindet.

Pressekontakt

Robert Moukabary · Gründer MyWage GmbH & FLORIN+
presse@mywage.de · www.mywage.de · www.florinplus.de

Impressum · Datenschutz · AGB · presse@mywage.de © 2026 MyWage GmbH — Alle Inhalte dienen nur zu Informationszwecken, keine Finanzberatung.