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Das Nominallohnwachstum in Deutschland hat 2025 mit +4,2 Prozent den höchsten Stand seit 2010 erreicht. Doch hinter dieser Rekordmarke verbirgt sich eine strukturelle Kaufkraftlücke: Kumuliert über die Jahre 2021 bis 2024 verloren Arbeitnehmer real bis zu 6 Prozent ihrer Kaufkraft — ein Rückstand, den die aktuelle Erholung erst zu schließen beginnt.
Die Lohnschere zwischen Branchen hat ein strukturelles Ausmaß erreicht. IT-Berufe erzielten 2025 ein Mediangehalt von 5.910 Euro brutto monatlich, Beschäftigte im Gastgewerbe dagegen nur 2.720 Euro — ein Gefälle von 3.190 Euro. Systemrelevante Bereiche wie Pflege, Erziehung und Einzelhandel lagen zwischen 11 und 38 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Proprietäre Plattformdaten von MyWage zeigen: Der Anteil der Nutzer mit weniger als 50 Prozent des Medianeinkommens stieg von 18 Prozent (2022) auf 24 Prozent (2026) — ein Anstieg um ein Drittel in vier Jahren.
Der Gender Pay Gap verharrt bei 16 Prozent und liegt damit vier Prozentpunkte über dem EU-27-Durchschnitt. Das Ost-West-Gefälle bei den Medianlöhnen beläuft sich auf bis zu 1.820 Euro monatlich — trotz jahrzehntelanger Förderpolitik nahezu unverändert. Beide Ungleichheiten sind strukturell und nicht konjunkturell bedingt.
Der gesetzliche Mindestlohn hat ab Januar 2026 die Marke von 13,90 Euro erreicht — von 8,50 Euro bei der Einführung 2015, ein Anstieg von 63 Prozent in elf Jahren. Für rund 4,8 Millionen Geringverdiener ist dies die bedeutendste Einzelanhebung der vergangenen Dekade. Bei vollzeitiger Beschäftigung ergibt sich netto (Steuerklasse I, keine Kinder) ein Auszahlungsbetrag von ca. 1.820 Euro monatlich.
„Das nominale Lohnwachstum von +4,2 Prozent ist beeindruckend — aber es verschleiert die eigentliche Geschichte. Vier Jahre Reallohnverlust haben tiefe Spuren hinterlassen: Wer 2021 in der Pflege oder im Einzelhandel arbeitete, konnte sich 2024 trotz nominaler Zuwächse real weniger leisten als zuvor. Unsere Plattformdaten zeigen: Der Anteil der Geringverdiener ist seit 2022 um ein Drittel gestiegen. Das ist kein konjunkturelles, sondern ein strukturelles Problem."
Robert Moukabary — Gründer, MyWage GmbH
Über MyWage & FLORIN+
MyWage GmbH ist eine deutsche Personal-Finance-Plattform mit dem Ziel, stabile Finanzen für ein gutes Leben zu ermöglichen. MyWage bietet Budgetierungstools, Gehaltsvergleiche und personalisierte Finanzplanung für Privatpersonen. FLORIN+ ist die Berechnungs- und Vergleichsplattform der MyWage-Gruppe. MyWage Research ist das unabhängige Analyse- und Publikationsformat der Gruppe, das amtliche Statistiken mit aggregierten Plattformdaten verbindet.
Pressekontakt
Robert Moukabary · Gründer MyWage GmbH & FLORIN+
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