MyWage Research · Pressemitteilung 03/12
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MyWage Research · Report 03 / 12 · Lohn & Einkommen
Veröffentlicht: 14. Juli 2026 · Released: July 14, 2026

Nominallöhne 2025 +4,2 % — Reallöhne noch knapp unter dem Niveau von 2019

Lohn- und Einkommensentwicklung in Deutschland 2025/2026

+4,2 % Nominallohnwachstum 2025, real +1,9 % (Destatis)
Branchengefälle: rund 2.950 € Monatsgefälle zwischen Information/Kommunikation (6.141 €) und Gastgewerbe (3.185 €; Durchschnitt Vollzeit, April 2025)
16 % Gender Pay Gap 2025 — 4 Prozentpunkte über EU-27-Schnitt (Destatis)

Pressemitteilung — Zur sofortigen Veröffentlichung

Die Nominallöhne in Deutschland sind 2025 um 4,2 Prozent gestiegen, real um 1,9 Prozent. Doch hinter diesem Plus verbirgt sich eine strukturelle Kaufkraftlücke: Kumuliert über die Jahre 2021 bis 2024 verloren Arbeitnehmer real bis zu 6 Prozent ihrer Kaufkraft — ein Rückstand, den die aktuelle Erholung erst zu schließen beginnt.

Die Lohnschere zwischen Branchen hat ein strukturelles Ausmaß erreicht. Vollzeitbeschäftigte im Bereich Information und Kommunikation verdienten im April 2025 durchschnittlich 6.141 Euro brutto monatlich, im Gastgewerbe dagegen nur 3.185 Euro — ein Gefälle von rund 2.950 Euro (Destatis). Gastgewerbe sowie Land- und Forstwirtschaft lagen rund ein Drittel unter dem Vollzeitdurchschnitt von 4.784 Euro. Proprietäre Plattformdaten von MyWage zeigen: Der Anteil der Nutzer mit weniger als 50 Prozent des Medianeinkommens stieg von 18 Prozent (2022) auf 24 Prozent (2026) — ein Anstieg um ein Drittel in vier Jahren.

Der Gender Pay Gap verharrt bei 16 Prozent und liegt damit vier Prozentpunkte über dem EU-27-Durchschnitt. Vollzeitbeschäftigte im Osten verdienten 2025 im Schnitt 840 Euro im Monat weniger als im Westen (4.121 gegenüber 4.961 Euro, Destatis). Beide Ungleichheiten sind strukturell und nicht konjunkturell bedingt.

Der gesetzliche Mindestlohn hat ab Januar 2026 die Marke von 13,90 Euro erreicht — von 8,50 Euro bei der Einführung 2015, ein Anstieg von 63 Prozent in elf Jahren. Für rund 4,8 Millionen Geringverdiener ist dies die bedeutendste Einzelanhebung der vergangenen Dekade.

„Das nominale Lohnwachstum von +4,2 Prozent ist beeindruckend — aber es verschleiert die eigentliche Geschichte. Vier Jahre Reallohnverlust haben tiefe Spuren hinterlassen: Wer 2021 in der Pflege oder im Einzelhandel arbeitete, konnte sich 2024 trotz nominaler Zuwächse real weniger leisten als zuvor. Unsere Plattformdaten zeigen: Der Anteil der Geringverdiener ist seit 2022 um ein Drittel gestiegen. Das ist kein konjunkturelles, sondern ein strukturelles Problem."

Robert Moukabary — Gründer, MyWage GmbH

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Robert Moukabary · Gründer MyWage GmbH & FLORIN+
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Korrekturhinweis (04.10.2026): Einzelne Kennzahlen wurden auf amtliche Primärquellen aktualisiert. Den vollständigen, laufend gepflegten Datenstand finden Sie im Report: florinplus.de/mywageresearch/lohnentwicklung-deutschland.

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