MyWage Research · Pressemitteilung 04/12
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MyWage Research · Report 04 / 12 · Haushaltsfinanzen
Veröffentlicht: Juli 2026 · Released: July 2026

9,5 Billionen Euro Geldvermögen — und 27 % der Haushalte ohne nennenswerte Rücklagen

Haushaltsfinanzen & Sparverhalten in Deutschland 2025/2026

10,3 % Sparquote H1 2025 — Rückkehr zum Vorpandemieschnitt (Destatis VGR)
27 % der Haushalte ohne nennenswerte Rücklagen — strukturelles Liquiditätsrisiko (ING/Ipsos 2025)
54 % des Nettovermögens im obersten Dezil — EU-weite Spitzenungleichheit (PHF 2023)

Pressemitteilung — Zur sofortigen Veröffentlichung

Das private Geldvermögen in Deutschland hat im vierten Quartal 2025 mit 9.504 Milliarden Euro einen neuen historischen Rekord erreicht. Gleichzeitig verfügen 27 Prozent der Haushalte über keinerlei nennenswerte Rücklagen. Beide Zahlen sind richtig — und sie beschreiben dieselbe gespaltene Realität.

Die Sparquote der privaten Haushalte lag im ersten Halbjahr 2025 bei 10,3 Prozent und damit auf dem Niveau des langjährigen Vorpandemieschnitts (Destatis VGR). In den Pandemiejahren 2020 und 2021 war sie auf einen Durchschnitt von 15,1 Prozent gestiegen, da Konsum schlicht nicht möglich war. Hinter dem Aggregat verbirgt sich eine fundamentale Ungleichheit: Für Haushalte im untersten Einkommensfünftel ist die individuelle Sparquote häufig null oder negativ.

Das Geldvermögen verteilt sich hochgradig ungleich. Das oberste Dezil hält laut PHF 2023 der Deutschen Bundesbank 54 Prozent des gesamten Nettovermögens — während die untere Hälfte der Bevölkerung zusammen weniger als 4 Prozent verfügt. Deutschland gehört damit zu den Ländern mit der höchsten Vermögensungleichheit in der Eurozone. Ein wesentlicher Treiber ist die Wohneigentumsquote von nur 49 Prozent (Mikrozensus 2022) — EU-Schlusslicht —, die einen Großteil der Mittelschicht vom wichtigsten Vermögensbildungsmechanismus ausschließt.

Die Ausgabenstruktur verschärft das Problem. Wohnen und Energie verschlingen laut Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 bereits 38 Prozent des durchschnittlichen Haushaltsbudgets — zwei Prozentpunkte mehr als 2018. Für Haushalte im unteren Einkommensquintil liegt dieser Anteil bei bis zu 50 Prozent. Bei durchschnittlichen Konsumausgaben von 3.030 Euro monatlich (EVS 2023, +12,2 % nominal gegenüber 2018) bleibt im unteren Einkommensdrittel real kaum Spielraum für Ersparnisse. MyWage-Plattformdaten zu Earned Wage Access zeigen erhöhte Inanspruchnahme kurz vor Monatsende — ein Echtzeit-Frühindikator für fehlende Haushaltsliquidität.

„Das Sparparadox in Deutschland ist real: Ein historisches Rekordvermögen und 27 Prozent der Haushalte ohne Rücklagen schließen sich nicht aus — sie beschreiben dieselbe Realität. Das Aggregat 9,5 Billionen Euro verschleiert die extreme Konzentration: Das oberste Dezil hält 54 Prozent, die untere Hälfte weniger als 4 Prozent. Wer mit einem Mietanteil von 38 Prozent am Budget in einer der teuersten Großstädte lebt, hat schlicht keine Sparkapazität. Unsere EWA-Daten machen diese Liquiditätsengässe kurz vor Monatsende sichtbar — lange bevor sie in amtlichen Statistiken auftauchen.“

Robert Moukabary — Gründer, MyWage GmbH

Über MyWage & FLORIN+

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Robert Moukabary · Gründer MyWage GmbH & FLORIN+
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