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Geldanlage & ETF

Bausparen 2026 – Lohnt es sich noch und für wen?

Ein Bausparvertrag ist ein zweistufiger Spar- und Darlehensvertrag mit dem Ziel der Wohneigentumsbildung. In der Ansparphase zahlst du regelmäßig auf ein Guthaben ein.

Inhalt

Das Wesentliche in 30 Sekunden

Schnellübersicht für eilige Leser

  • Bausparen lohnt sich 2026 vor allem für Wohneigentum-Interessenten und als Zinsabsicherung gegen steigende Bauzinsen.
  • Wohnungsbauprämie: 10 % auf bis zu 700 € (ledig) bzw. 1.400 € (verheiratet) jährliche Sparbeiträge.
  • Arbeitnehmer-Sparzulage: 9 % auf bis zu 470 € Vermögenswirksame Leistungen pro Jahr – Einkommensgrenzen beachten.
  • Guthabenzinsen sind mit 0,01–1 % p.a. niedrig – als reines Renditeinstrument ungeeignet.
  • Beispiel: 200 € VL-Sparen monatlich über 7 Jahre = ca. 17.500 € Guthaben plus Förderung.

Was ist ein Bausparvertrag? – Die zwei Phasen #

Ein Bausparvertrag ist ein zweistufiger Spar- und Darlehensvertrag mit dem Ziel der Wohneigentumsbildung. In der Ansparphase zahlst du regelmäßig auf ein Guthaben ein. Sobald du die Mindestsparsumme erreicht hast (meist 40–50 % der Bausparsumme) und dein Vertrag zuteilungsreif ist, beginnt die Darlehensphase: Du erhältst ein zinsgünstiges Bauspardarlehen für Kauf, Neubau oder Renovierung einer selbst genutzten Immobilie.

A

Ansparphase

5–12 Jahre regelmäßige Einzahlungen. Guthabenzinsen 0,01–1 % p.a. Ziel: 40–50 % der Bausparsumme ansparen.

B

Zuteilung

Vertrag wird „zuteilungsreif", wenn Mindestsparguthaben und Bewertungszahl erreicht sind. Wartezeit meist 5–7 Jahre.

C

Darlehensphase

10–25 Jahre Rückzahlung des Bauspardarlehens. Zinssatz fest bei 1–3 % p.a. – heute besonders attraktiv.

D

Verwendung

Nur für wohnwirtschaftliche Zwecke: Kauf, Bau, Renovierung, Modernisierung oder Umschuldung einer selbst genutzten Immobilie.

E

Abschlussgebühr

Einmalig ca. 1 % der Bausparsumme – wird in den ersten Raten verrechnet. Bei 50.000 € Bausparsumme also 500 €.

F

Zinssicherheit

Der Darlehenszins steht ab Vertragsbeginn fest – eine wertvolle Absicherung gegen künftig steigende Bauzinsen.

Staatliche Förderung 2026 im Überblick #

Bausparen wird vom Staat doppelt gefördert: durch die Wohnungsbauprämie und – bei tariflich vereinbarten Vermögenswirksamen Leistungen – durch die Arbeitnehmer-Sparzulage. Wer beide kombiniert, kann sich pro Jahr mehrere hundert Euro vom Staat sichern.

Staatliche Förderung für Bausparverträge 2026
FörderungHöheVoraussetzungen
Wohnungsbauprämie10 % auf bis zu 700 € (ledig) / 1.400 € (verheiratet) – max. 70 € / 140 € pro JahrzvE ≤ 35.000 € (ledig) bzw. 70.000 € (verheiratet); Bindungsfrist 7 Jahre
Arbeitnehmer-Sparzulage9 % auf bis zu 470 € VL p.a. – max. 42,30 € pro JahrzvE ≤ 17.900 € (ledig) bzw. 35.800 € (verheiratet)
Wohn-RiesterGrundzulage 175 € + 300 € pro KindSozialversicherungspflichtig beschäftigt, Eigenbeitrag 4 % vom Vorjahresbrutto
VL-ArbeitgeberzuschussBis zu 40 € pro Monat (tarifabhängig)Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung

Bausparen vs. ETF vs. Festgeld #

Ob sich Bausparen lohnt, hängt entscheidend vom Sparziel ab. Zum reinen Vermögensaufbau ist es nicht die erste Wahl – als Zinsabsicherung für künftige Immobilienkäufer dagegen sehr wertvoll. Der direkte Vergleich:

Vergleich: Bausparen vs. ETF-Sparplan vs. Festgeld vs. Wohn-Riester
InstrumentRendite p.a.FlexibilitätFörderungGeeignet für
Bausparvertrag0,01–1 % GuthabenGeringWohnungsbauprämie + SparzulageKünftige Immobilienkäufer
ETF-Sparplan6–8 % (langfristig)Sehr hochKeine direkte FörderungLangfristiger Vermögensaufbau
Festgeld2–4 %Mittel (laufzeitgebunden)KeineMittelfristig parken, sicher
Tagesgeld2–3,5 %Sehr hochKeineNotgroschen, kurzfristig
Wohn-RiesterZulagenbasiertGeringRiester-Zulagen + SteuervorteilArbeitnehmer mit Immobilienwunsch

Klare Erkenntnis: Für die reine Rendite schlägt ein breit gestreuter ETF-Sparplan den Bausparvertrag deutlich. Wer aber konkret in 5–15 Jahren bauen oder kaufen will, profitiert vom planbaren Zinssatz und der staatlichen Förderung.

Beispielrechnung: VL-Bausparen über 7 Jahre #

Folgendes realistisches Szenario zeigt, wie sich Eigenbeitrag, Arbeitgeber-VL und staatliche Prämien zu einem soliden Guthaben aufaddieren:

Szenario: 200 € monatlich (Eigen + VL) – Bausparsumme 50.000 €

Eigenbeitrag pro Monat
160 €
VL-Zuschuss Arbeitgeber pro Monat
40 €
Einzahlung gesamt pro Jahr (12 × 200 €)
2.400 €
Wohnungsbauprämie (10 % auf max. 700 €)
70 € / Jahr
Arbeitnehmer-Sparzulage (9 % auf 470 €)
42,30 € / Jahr
Förderung gesamt pro Jahr
112,30 €
Einzahlungen über 7 Jahre (Sparphase)
16.800 €
Förderung über 7 Jahre
≈ 786 €
Guthaben nach 7 Jahren (inkl. Guthabenzinsen, abzgl. Abschlussgebühr)
≈ 17.500 €
Anschließender Darlehensanspruch (Bausparsumme − Guthaben)
≈ 32.500 € zu 1–3 % fest

Fazit der Rechnung: Mit gut 17.500 € Guthaben und einem zinsgünstigen Darlehen über rund 32.500 € steht dir nach 7 Jahren eine planbare Eigenkapital- und Finanzierungsbasis für Wohneigentum zur Verfügung – komplett aus VL und überschaubarem Eigenbeitrag finanziert.

Vorteile und Nachteile auf einen Blick #

Tipps für den Vertragsabschluss #

  • Bausparsumme realistisch wählen: Nicht zu hoch ansetzen – die Abschlussgebühr (ca. 1 %) wird auf die volle Summe fällig.
  • Angebote vergleichen: LBS, Schwäbisch Hall, Wüstenrot, BHW – Konditionen, Tarife und Bewertungszahlen unterscheiden sich deutlich.
  • Früh abschließen: Günstige Darlehenszinsen jetzt sichern, auch wenn der konkrete Immobilienkauf noch in der Schwebe ist.
  • VL einbringen: Arbeitgeberzuschuss direkt in den Bausparvertrag fließen lassen – Antrag beim HR-Ansprechpartner.
  • Bindungsfrist beachten: 7 Jahre bei Wohnungsbauprämie – vorher kündigen heißt Prämien zurückzahlen.
  • Tarif passend wählen: Schnellsparer-, Standard- oder Optionstarif – abhängig vom Spar- und Bauziel.

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Bianca Schuster
Über den Autor
Bianca Schuster
Vorsorge- & Versicherungs-Redaktion, FLORIN+

Bianca schreibt seit 2019 über deutsche Kreditprodukte und SCHUFA-Themen. Schwerpunkt: Was Kreditnehmer tatsächlich zahlen — nach Versteckkosten und Versicherungen.

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