Die gesetzliche Rente reicht für die meisten nicht. Wer heute mit dem richtigen ETF-Sparplan anfängt, kann sich im Alter 1.000 Euro extra sichern – weniger als du denkst.
Die durchschnittliche gesetzliche Rente in Deutschland liegt 2026 bei rund 1.620 Euro brutto – nach Abzug von Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Steuern bleiben vielen netto deutlich unter 1.300 Euro. Gleichzeitig steigen Mieten, Energie und Lebensmittelkosten schneller als die Rente.
Wer heute 3.500 Euro netto verdient, gewöhnt sich an einen bestimmten Lebensstandard. Finanzexperten empfehlen, im Alter mindestens 70 bis 80 % des letzten Nettoeinkommens zu haben – in diesem Fall 2.450 bis 2.800 Euro. Die Rentenlücke beträgt dann oft über 1.000 Euro monatlich.
Das gesetzliche Rentenniveau lag 2025 bei 48,8 % des Durchschnittseinkommens. Prognosen zeigen: Es wird bis 2040 auf unter 46 % fallen. Wer keine private Vorsorge aufbaut, verliert dauerhaft Kaufkraft.
Um 1.000 Euro monatlich zusätzlich zu entnehmen, brauchst du beim Renteneintritt ein bestimmtes Kapitalpolster. Die bewährte 4 %-Entnahmeregel – entwickelt von US-Finanzforschern aus dem Trinity-Study – sagt: Du kannst jährlich 4 % deines Kapitalstocks entnehmen, ohne es in 30 Jahren zu erschöpfen.
Benötigtes Kapital = Gewünschte Monatsrente × 12 ÷ 0,04
Beispiel: 1.000 € × 12 ÷ 0,04 = 300.000 Euro Zielvermögen
Das klingt viel – aber der Zinseszins-Effekt macht es erreichbar. Die entscheidende Frage ist, wie viele Jahre du bis zur Rente noch hast:
| Alter heute | Jahre bis Rente (65) | Monatliche Sparrate | Staatl. Förderung/Jahr | Eigenanteil effektiv |
|---|---|---|---|---|
| 25 Jahre | 40 Jahre | 146 € | bis 540 € | ~101 € |
| 30 Jahre | 35 Jahre | 214 € | bis 540 € | ~169 € |
| 35 Jahre | 30 Jahre | 246 € | bis 540 € | ~201 € |
| 40 Jahre | 25 Jahre | 370 € | bis 540 € | ~325 € |
| 45 Jahre | 20 Jahre | 576 € | bis 540 € | ~531 € |
| 50 Jahre | 15 Jahre | 946 € | bis 540 € | ~901 € |
Annahmen: 7 % Rendite p.a. (MSCI World historisch), Ziel 300.000 €, Altersvorsorgedepot-Förderung ab 2027 eingerechnet
Der „Trick" ist kein Geheimnis – er ist Mathematik. Der Zinseszins-Effekt bedeutet: Nicht nur dein eingezahltes Geld wächst, sondern auch die Gewinne auf deine Gewinne. Je länger der Anlagehorizont, desto exponentiell stärker dieser Effekt.
Ein breit gestreuter ETF auf den MSCI World hat in den letzten 40 Jahren im Durchschnitt rund 8–9 % pro Jahr gebracht. Nach Kosten und Inflation bleibt eine reale Rendite von 6–7 % – die Grundlage aller obigen Berechnungen.
Tagesgeld bringt 2026 noch 2–3 % – gut für den Notgroschen, aber nach Inflation kaum renditestark. Klassische Lebensversicherungen haben hohe Kosten (bis 30 % der Beiträge gehen in Provisionen) und garantieren nur magere 1–2 %. Breit gestreute ETFs sind kostengünstig, transparent und haben historisch alle anderen Anlageformen auf langen Horizonten übertroffen.
Für Einsteiger empfehlen Finanzexperten einen simplen Ansatz: einen einzigen globalen ETF auf den MSCI World oder MSCI All Country World (ACWI). Dieser enthält über 1.500 bis 2.900 der größten Unternehmen aus aller Welt – automatisch diversifiziert, ohne Einzeltitel-Risiko.
Der Bundestag hat im März 2026 das Altersvorsorgestärkungsgesetz verabschiedet. Ab Januar 2027 startet das Altersvorsorgedepot – ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot, das Riester ablöst und endlich ETF-Sparpläne fördert.
Stufe 1: Auf die ersten 360 € Jahresbeitrag zahlt der Staat 50 % dazu = bis zu 180 € Zulage
Stufe 2: Auf weitere Beiträge bis 1.800 € zahlt der Staat 25 % dazu = bis zu 360 € Zulage
Gesamt: bis zu 540 € Förderung pro Jahr (= 45 € im Monat)
Kinder: Zusätzlich 60 € pro Kind und Jahr
Auf die ersten 360 Euro pro Jahr bekommst du 50 Cent staatliche Förderung für jeden selbst eingezahlten Euro – das ist eine sofortige Rendite von 50 %, noch bevor der ETF auch nur einen Cent verdient hat. Danach gibt's 25 % auf den nächsten Euro-Block bis 1.800 Euro Jahresbeitrag.
| Eigenbeitrag / Jahr | Staatliche Zulage | Tatsächlich im Depot | Sofort-Rendite |
|---|---|---|---|
| 360 € (30 €/Mon.) | 180 € | 540 € | +50 % |
| 1.200 € (100 €/Mon.) | 390 € | 1.590 € | +32,5 % |
| 1.800 € (150 €/Mon.) | 540 € | 2.340 € | +30 % |
| 3.000 € (250 €/Mon.) | 540 € | 3.540 € | +18 % |
Das Kapital im Altersvorsorgedepot ist bis 65 Jahre gebunden. Wer früher entnimmt, muss die Förderung zurückzahlen. Für den Anteil über 1.800 € Jahresbeitrag gibt es keine Förderung mehr – aber keine Begrenzung (bis 6.840 € / Jahr). Auszahlungen sind im Alter steuerpflichtig (Ertragsanteil).
Die cleverste Herangehensweise kombiniert zwei Töpfe: erstens das geförderte Altersvorsorgedepot für den ersten 1.800-Euro-Jahresbeitrag, zweitens ein reguläres ETF-Depot für alles darüber hinaus.
Du beantragst ein Altersvorsorgedepot bei einer Bank oder einem Broker deiner Wahl. Die staatliche Zulage wird automatisch ans Depot überwiesen – ähnlich wie bei Riester, aber ohne Lebensversicherungs-Bürokratie.
Richte einen monatlichen Dauerauftrag ein. Die meisten Broker erlauben ETF-Sparpläne ab 25 Euro im Monat. Wer 150 Euro pro Monat einzahlt, kombiniert maximale Förderung (540 €/Jahr) mit gutem Aufbautempo.
Bis 10 Jahre vor Rente: volles ETF-Exposure (100 % Aktien). Ab 10 Jahren vor Rente: schrittweise umschichten in Anleihen-ETFs oder Tagesgeld – das reduziert das Risiko eines schlechten Börsenjahres kurz vor Rentenbeginn.
Eltern zahlen 150 € / Monat ins Altersvorsorgedepot (ab 2027). Staat zahlt 540 € / Jahr dazu + 60 € pro Kind (2 Kinder = 120 €). Effektiv landen 2.460 € / Jahr im Depot, obwohl nur 1.800 € eigene Beiträge kommen – eine Sofortrendite von 36,7 %. Mit 7 % ETF-Rendite über 27 Jahre: rund 312.000 € Endkapital → mehr als 1.000 € monatliche Zusatzrente.
Wie viel du konkret sparen musst, hängt von deinem Alter, deiner Wunschrente und deinen bisherigen Ersparnissen ab. Unser kostenloser Rechner zeigt dir alles auf einen Blick – inklusive Altersvorsorgedepot-Förderung: