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Geldentscheidungen · Folge 2

Dispo oder Ratenkredit? Was das Konto-Minus wirklich kostet

Das Minus auf dem Konto fühlt sich harmlos an — es ist aber einer der teuersten Kredite überhaupt. Wann der Dispo okay ist, ab wann er dich Geld verbrennt, und wie andere den Absprung geschafft haben.

Inhalt

Das Wesentliche

Dispo vs. Ratenkredit in 30 Sekunden

  • Dispo Ø 11,3 % pro Jahr, geduldete Überziehung sogar rund 13 % — ein Ratenkredit liegt meist bei 5–9 %.
  • Kurz im Minus? Kein Drama. Dauerhaft im Minus? Teuer — dann umschulden.
  • Nach § 504a BGB muss die Bank ein Beratungsgespräch anbieten, wenn du 6 Monate dauerhaft tief im Dispo bist.
Infografik: Dispozins Ø 11,3 Prozent, geduldete Überziehung 13 Prozent, Ratenkredit rund 7 Prozent. 2.000 Euro ein Jahr im Dispo kosten etwa 226 Euro Zinsen, als Ratenkredit rund 77 Euro.
Der Dispositionskredit kostet 2026 im Schnitt 11,3 % pro Jahr (geduldete Überziehung rund 13 %), ein Ratenkredit bei guter Bonität etwa 7 %. Quelle: BaFin-Dispozins-Statistik 2026 · FLORIN+ Beispielrechnung.

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Vereinfachte Beispielrechnung: unterstellt einen konstant genutzten Dispo-Saldo; der Ratenkredit wird über denselben Zeitraum getilgt und ist danach abbezahlt. Kein Angebot, keine Kreditberatung.

Umschuldung im Detail durchrechnen

Wann der Dispo völlig okay ist #

Der Dispo ist als kurzfristiger Puffer gebaut — und dafür ist er auch gut. Wenn das Konto ein paar Tage ins Minus rutscht, weil die Miete vor dem Gehalt abgeht, fallen nur wenige Cent bis Euro Zinsen an. Solange du das Minus innerhalb weniger Wochen wieder ausgleichst, ist der Dispo bequem und günstiger als der Aufwand einer Umschuldung. Das Problem beginnt erst, wenn aus dem kurzen Puffer ein Dauerzustand wird.

Wann er richtig teuer wird #

Ein dauerhaft genutzter Dispo ist einer der teuersten Kredite im Alltag. Bei durchschnittlich 11,3 % pro Jahr (Stand 2026, BaFin) kostet ein Dauer-Minus von 2.000 € rund 226 € Zinsen jährlich — Geld, das einfach verschwindet, ohne dass die Schuld kleiner wird. Wer über den vereinbarten Rahmen hinaus ins Minus geht, zahlt für die geduldete Überziehung im Schnitt sogar rund 13 %. Ein Ratenkredit über dieselbe Summe kostet deutlich weniger und ist nach der Laufzeit weg.

Was andere Kontoinhaber gelernt haben #

Lektion

„Ich dachte, ein bisschen Dispo ist doch normal."

Muster Das Konto ist chronisch leicht im Minus — es fällt gar nicht mehr auf, weil das Gehalt es jeden Monat kurz ausgleicht und danach wieder abrutscht.

Die Lektion: Ein Minus, das jeden Monat wiederkommt, ist kein Puffer mehr, sondern ein Dauerkredit zum Höchstzins. Genau dann lohnt Umschulden.

Lektion

„Ich habe nie nachgesehen, wie hoch mein Dispozins ist."

Muster Der Dispozins steht im Kontovertrag oder im Online-Banking — viele kennen ihn nicht und unterschätzen deshalb die Kosten.

Die Lektion: Schau deinen Dispozins einmal nach. Liegt er über 11 %, ist ein Kontowechsel oder eine Umschuldung fast immer der günstigere Hebel — der Dispozinsen-Vergleich zeigt, wo es billiger ist.

Häufige Fragen #

Wie hoch sind die Dispozinsen 2026 im Schnitt?

Der durchschnittliche Dispozins liegt 2026 laut BaFin bei rund 11,3 % pro Jahr. Für eine geduldete Überziehung werden im Schnitt sogar rund 13 % verlangt. Ein Ratenkredit liegt bei guter Bonität meist bei 5–9 %.

Ab wann lohnt es sich, den Dispo umzuschulden?

Faustregel: Wenn du absehbar mehrere Monate im Minus bleibst und dein Dispozins deutlich über dem Ratenkreditzins liegt. Schon ein dauerhaft genutzter Dispo von 2.000 € kostet rund 226 € Zinsen im Jahr — ein Ratenkredit über dieselbe Summe deutlich weniger und ist danach abbezahlt.

Was ist der Unterschied zwischen Dispo und geduldeter Überziehung?

Der Dispo ist ein von der Bank eingeräumter Kreditrahmen auf dem Girokonto. Die geduldete Überziehung geht über diesen Rahmen hinaus — sie wird von der Bank nur toleriert und ist mit im Schnitt rund 13 % noch teurer.

Muss die Bank mich beraten, wenn ich dauerhaft im Dispo bin?

Ja. Nach § 504a BGB muss die Bank ein Beratungsgespräch anbieten, wenn du deinen Dispo über sechs Monate durchgehend und im Schnitt zu mehr als 75 % nutzt. Das Angebot ist ein Warnsignal, dass sich etwas ändern sollte.

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