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Finanzwissen

Privatinsolvenz 2026 – Ablauf, Dauer und der Weg zur Restschuldbefreiung

Die Verbraucherinsolvenz (umgangssprachlich: Privatinsolvenz) ist ein gesetzlich geregeltes Verfahren für natürliche Personen, die ihre Schulden nicht mehr bedienen können. Am Ende steht die Restschuldbefreiung – alle noch offenen Schulden werden erlassen.

Johann Müller
Johann Müller
·8. Mai 2026·2 min Lesezeit
Inhalt

Ablauf in 5 Phasen #

  1. Phase 1 – Außergerichtlicher Einigungsversuch: Du (mit Schuldnerberatung) schlägst allen Gläubigern einen Schuldenbereinigungsplan vor. Scheitert dieser → weiter zu Phase 2.
  2. Phase 2 – Insolvenzantrag: Antrag beim Amtsgericht, zusammen mit Verzeichnis der Gläubiger, Vermögen, Einkommen. Bescheinigung durch anerkannte Stelle nötig.
  3. Phase 3 – Eröffnungsbeschluss: Gericht eröffnet Verfahren. Insolvenztreuhänder wird eingesetzt. Alle Schulden eingefroren.
  4. Phase 4 – Wohlverhaltensperiode (3 Jahre): Du zahlst den pfändbaren Teil des Einkommens an den Treuhänder. Dieser verteilt es an Gläubiger.
  5. Phase 5 – Restschuldbefreiung: Nach 3 Jahren werden alle verbleibenden Schulden erlassen. Neustart!

Wohlverhaltensperiode – was du tun musst #

Während der 3-jährigen Wohlverhaltensperiode musst du folgende Pflichten erfüllen:

  • Arbeitspflicht: Zumutbare Erwerbstätigkeit aufnehmen und ausüben
  • Ummeldepflicht: Wohnortwechsel sofort melden
  • Pfändbares Einkommen abgeben: Alles über dem Pfändungsfreibetrag geht an Treuhänder
  • Erbschaften: Erbschaften zur Hälfte an Treuhänder abführen
  • Auskunftspflicht: Jahresbericht über Einkommen/Vermögen
Wohlverhaltensperiode – was du tun musst
PersonenstandPfändungsfreigrenze (2026)
Alleinstehend ohne Unterhaltca. 1.500 € netto / Monat
1 Unterhaltspflichtca. 2.060 € netto / Monat
2 Unterhaltspflichtenca. 2.390 € netto / Monat

Auswirkungen auf Alltag und SCHUFA #

SCHUFA: Das laufende Insolvenzverfahren ist in der SCHUFA gespeichert. 6 Monate nach der Restschuldbefreiung wird der Eintrag gelöscht.

Alltag:

  • Du kannst weiter arbeiten – auch selbständig
  • Du kannst mieten (aber Vermieter kann ablehnen)
  • Keine neuen Kredite während der Insolvenz
  • Kein normales Girokonto? Nein – du hast Anspruch auf ein Basiskonto (P-Konto)
P-Konto: Ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) schützt einen Grundbetrag (~1.500 €) vor Pfändung. Jede Bank muss ein P-Konto anbieten.

Neustart nach der Insolvenz #

Nach der Restschuldbefreiung beginnt ein echter Neustart:

  1. Alle erlassenen Schulden sind weg – du beginnst bei Null
  2. SCHUFA-Eintrag verschwindet nach 6 Monaten
  3. Danach wieder Kreditwürdigkeit aufbauen (Girokonto, gesichertes Kreditkartenlimit)
  4. Neue finanzielle Gewohnheiten etablieren: Budget, Notgroschen, kein Dispo-Missbrauch

Schuldenabbau statt Insolvenz?

Oft ist Insolvenz das letzte Mittel. Zuerst professionelle Schuldnerberatung und Umschuldung prüfen.

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Quellen

Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und stellt keine Finanzberatung dar. Alle Angaben wurden sorgfältig recherchiert. Produktinformationen beziehen sich auf den Stand 8. Mai 2026.

Häufige Fragen

Wie lange dauert Privatinsolvenz in Deutschland 2026?

Seit Gesetzesreform 2021 nur noch 3 Jahre bis zur Restschuldbefreiung.

Kann ich während der Insolvenz arbeiten?

Ja. Du kannst und sollst arbeiten. Der Betrag über der Pfändungsfreigrenze geht an den Treuhänder.

Was passiert mit meiner SCHUFA bei Insolvenz?

Das Verfahren ist eingetragen. 6 Monate nach der Restschuldbefreiung wird der Eintrag gelöscht.

Kann ich ein Konto während der Insolvenz haben?

Ja. Du hast gesetzlichen Anspruch auf ein Basiskonto (P-Konto) mit Pfändungsschutz.

Was passiert wenn ich die Regeln der Wohlverhaltensperiode verletze?

Das Gericht kann die Restschuldbefreiung versagen. Dann bleiben alle Schulden bestehen.

Johann Müller
Über den Autor
Johann Müller
Finanz-Redaktion, FLORIN+

Johann testet seit 2020 Banking-Produkte für den deutschen Alltag. Schwerpunkt: was eine Bank wirklich gut macht — jenseits der Marketing-Sprache.

Schwerpunkte
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