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Geldanlage

Als Millionär in Rente — was du dafür monatlich sparen musst

Mit 67 eine Million auf dem Depot: Das klingt nach sehr viel Geld – und nach einer sehr hohen Sparrate. Tatsächlich reichen bei 7 % angenommener Rendite ab Alter 30 rund 477 € im Monat. Hier stehen die Zahlen nach Alter, warum der Zinseszins den größten Teil erledigt – und was die Million in 37 Jahren real noch wert ist.

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Das Wesentliche in 30 Sekunden

Die Million bis 67 in 5 Punkten

  • Mit 30 starten: rund 477 €/Monat bei 7 % Rendite – ohne Startkapital.
  • Mit 25: nur 329 €. Mit 45: schon 1.601 €. Jedes Jahrzehnt kostet.
  • Zinseszins trägt: Bei Start mit 30 zahlst du ~212.000 € ein – ~788.000 € kommen aus Erträgen.
  • Ehrlich bleiben: 1 Mio. in 37 Jahren ≈ 481.000 € heutiger Kaufkraft (2 % Inflation).
  • Vor Steuern: KapESt, Soli und Vorabpauschale kommen noch obendrauf.

So viel musst du monatlich sparen #

Die Frage lautet nicht „wie viel wird daraus?“, sondern umgekehrt: Welche Monatsrate brauche ich, um mit 67 bei einer Million zu landen? Diese Werte gelten ohne Startkapital, bei monatlicher Einzahlung und Wiederanlage der Erträge:

Start mit …Jahre bis 67bei 5 %bei 7 %bei 9 %
20 Jahren47442 €228 €113 €
25 Jahren42584 €329 €178 €
30 Jahren37781 €477 €282 €
35 Jahren321.058 €700 €451 €
40 Jahren271.464 €1.045 €731 €
45 Jahren222.086 €1.601 €1.212 €
50 Jahren173.120 €2.563 €2.088 €

Eigene Modellrechnung: Ziel 1.000.000 €, kein Startkapital, Einzahlung am Monatsende, Rendite gleichmäßig p. a. verzinst, vor Steuern und Kosten. Renditen sind Annahmen, keine Zusage.

Der Sprung ist brutal: Zwischen Start mit 25 und Start mit 45 liegt bei 7 % fast das Fünffache an nötiger Monatsrate. Mit einem Startkapital von 10.000 € sinken die Werte spürbar – auf rund 267 € (Alter 25), 635 € (35) und 1.527 € (45).

Mit deinen eigenen Zahlen rechnen

Unser Millionärs-Rechner hat jetzt beide Richtungen: „Wann bin ich Millionär?“ – und neu: „Wie viel muss ich sparen?“ mit frei wählbarem Zielalter, Startkapital und Rendite.

Zum Millionärs-Rechner →

Warum der Zinseszins den größten Teil erledigt #

Der eigentliche Grund, warum 477 € reichen: Du zahlst nur einen kleinen Teil der Million selbst ein. Bei Start mit 30 und 7 % Rendite sieht die Aufteilung so aus:

211.800 €
selbst eingezahlt
(477 € × 12 × 37 Jahre)
788.200 €
aus Erträgen und deren Wiederanlage

Rund 79 % der Million entstehen also nicht aus deinem Einkommen, sondern aus der Zeit. Genau deshalb ist der Startzeitpunkt so viel wichtiger als die perfekte Fondsauswahl – und deshalb kostet jedes Jahr Aufschieben so viel. Wie du überhaupt anfängst, steht in unserem Ratgeber zum ETF-Sparplan für Anfänger; warum breite Streuung dabei entscheidend ist, zeigt die Bessembinder-Studie.

Was eine Million 2063 real wert ist #

Hier wird es unbequem – und dieser Teil fehlt in den meisten „Millionär“-Rechnungen. Eine Million in ferner Zukunft ist nicht eine Million von heute. Bei 2 % Inflation (dem Zielwert der EZB) bleibt an heutiger Kaufkraft übrig:

Zeitraum1.000.000 € entsprechen heute …
in 22 Jahren (Start mit 45)rund 647.000 €
in 32 Jahren (Start mit 35)rund 531.000 €
in 37 Jahren (Start mit 30)rund 481.000 €
in 47 Jahren (Start mit 20)rund 394.000 €

Eigene Berechnung mit 2 % jährlicher Inflation. Die tatsächliche Inflation kann deutlich abweichen.

Steuern und Kosten kommen noch dazu #

Die Modellrechnung ist eine Brutto-Rechnung. In der Realität mindern zwei Dinge das Ergebnis:

  • Steuern: Auf Kapitalerträge fallen 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag an (ggf. Kirchensteuer). Bei thesaurierenden Fonds greift zusätzlich jährlich die Vorabpauschale. Der Sparer-Pauschbetrag federt nur die ersten 1.000 € Erträge pro Jahr ab.
  • Fondskosten: Die laufende Gebühr (TER) breiter ETFs liegt meist bei 0,07–0,22 % pro Jahr und schmälert die Rendite direkt.

Praktisch heißt das: Rechne lieber mit einer etwas niedrigeren Netto-Rendite oder plane einen Puffer auf die Sparrate ein.

Was das praktisch heißt #

  • Früh schlägt viel. Fünf Jahre früher anfangen wirkt stärker als eine deutlich höhere Rate später.
  • Automatisieren. Ein Dauerauftrag direkt nach Gehaltseingang schlägt jeden guten Vorsatz.
  • Erst Notgroschen, dann Depot. Drei Netto-Gehälter auf dem Tagesgeld verhindern, dass du in einer Krise zur Unzeit verkaufen musst.
  • Ziel darf kleiner sein. Nicht jeder braucht eine Million. Auch 200.000 € machen im Ruhestand einen enormen Unterschied – und sind mit realistischen Raten erreichbar.
  • Rate anpassen, nicht aufgeben. Sparpläne laufen ab kleinen Beträgen und lassen sich jederzeit ändern oder pausieren.

Häufige Fragen #

Wie viel muss ich monatlich sparen, um mit 67 Millionär zu sein?

Bei 7 % angenommener Rendite und ohne Startkapital: mit 25 rund 329 €, mit 30 rund 477 €, mit 35 rund 700 €, mit 45 rund 1.601 € pro Monat. Modellrechnung vor Steuern und Kosten.

Warum steigt die nötige Sparrate so stark, wenn man später anfängt?

Weil der Zinseszins Zeit braucht. Bei Start mit 30 und 7 % zahlst du über 37 Jahre rund 212.000 € ein – die restlichen rund 788.000 € entstehen aus Erträgen. Wer später startet, muss diesen fehlenden Ertrag durch eigenes Geld ersetzen.

Ist eine Million in 37 Jahren noch eine Million wert?

Nein. Bei 2 % Inflation entsprechen 1.000.000 € in 37 Jahren nur rund 481.000 € heutiger Kaufkraft, in 47 Jahren rund 394.000 €. Wer real eine Million will, muss das Ziel höher ansetzen.

Welche Rendite ist realistisch?

Breit gestreute Aktien-ETFs lagen langfristig historisch im Bereich von etwa 6–8 % pro Jahr – das ist aber keine Garantie. Renditen schwanken stark, einzelne Jahrzehnte können deutlich darunter liegen. Rechne mit mehreren Szenarien statt mit einer Zahl.

Sind Steuern in den Werten enthalten?

Nein, die Rechnung ist vor Steuern und Kosten. Es fallen 25 % Kapitalertragsteuer plus Soli an (ggf. Kirchensteuer), bei thesaurierenden Fonds zusätzlich die Vorabpauschale, dazu Fondskosten (TER). Real brauchst du etwas mehr als die Modellrate.

Was, wenn ich die Rate nicht aufbringen kann?

Ein kleinerer Betrag ist immer noch deutlich besser als nichts – und ein niedrigeres Ziel völlig legitim. Wichtiger als die perfekte Rate sind früher Start, Regelmäßigkeit und Durchhalten. Sparpläne funktionieren oft schon ab 1 € im Monat und lassen sich jederzeit anpassen.

Sophia Wagner
Über die Autorin
Sophia Wagner
Investment-Redakteurin, FLORIN+

Sophia schreibt seit 2020 bei FLORIN+ über Geldanlage, ETFs und langfristigen Vermögensaufbau. Ihr Fokus: klare Mathematik und realistische Erwartungen.

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Der erste Schritt ist der Überblick

Wer weiß, was am Monatsende übrig bleibt, kann eine realistische Sparrate festlegen — und sie durchhalten.

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