Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Ab 17. März 2026 gilt die neue SCHUFA-Skala von 100 bis 999 Punkten (vorher 0–100 %).
- Die SCHUFA hat erstmals 12 Kriterien öffentlich kommuniziert – exakte Gewichtungen bleiben Geschäftsgeheimnis.
- Positiv: lange Kredithistorie, pünktliche Zahlungen, stabile Wohnadresse.
- Negativ: Zahlungsausfälle, laufende Insolvenz, viele Kreditanfragen in kurzer Zeit.
- Du hast ein Recht auf kostenlose Selbstauskunft jederzeit (DSGVO Art. 15).
Inhalt
Was ist die SCHUFA?
Die SCHUFA Holding AG (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei. Sie sammelt Daten zur Kredit- und Zahlungshistorie von rund 68 Millionen Personen und stellt sie Banken, Versandhändlern und Vermietern in Form eines „Scores" zur Verfügung.
Was viele nicht wissen: Die SCHUFA bewertet nicht – sie berechnet eine statistische Wahrscheinlichkeit, dass ein Kredit zurückgezahlt wird. Diese Wahrscheinlichkeit ist dein Score.
Was speichert die SCHUFA – und was nicht?
✓ Gespeichert wird
- Girokonten, Kreditkarten, Ratenkredite
- Leasing- und Finanzierungsverträge
- Mahnbescheide, Vollstreckungstitel
- Zahlungsausfälle und Insolvenzen
- Adressdaten und Adresshistorie
- Kreditanfragen (12 Monate)
✗ NICHT gespeichert wird
- Dein Einkommen oder Vermögen
- Religion, Nationalität, ethnische Herkunft
- Mietzahlungen (nur bei Mietausfall)
- Beruf, Arbeitgeber, Arbeitsverhältnis
- Familienstand, Kinderzahl
- Politische Einstellungen
Was ändert sich ab 17. März 2026?
Der wohl größte Transparenz-Schritt in der Geschichte der SCHUFA: Erstmals kommuniziert die Auskunftei öffentlich, welche 12 Kriterien in den Score einfließen. Bisher war das ein streng gehütetes Geschäftsgeheimnis.
- Neue Skala: 100–999 Punkte statt 0–100 %
- Die 12 Score-Faktoren werden im SCHUFA-Account erklärt
- Verbraucher können nachvollziehen, welche Faktoren wie stark wirken
- Erfolgte ohne neues Gesetz – freiwillig nach EuGH-Druck (C-203/22)
Die 12 Kriterien im Detail
Die folgenden 12 Kriterien hat die SCHUFA auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen kommuniziert. Die genaue Gewichtung bleibt Geschäftsgeheimnis – alle Einschätzungen basieren auf Verbraucher-Erfahrungen und Fachquellen.
Wie lange dein Girokonto bei einer deutschen Bank besteht. Langfristige Kontobeziehungen signalisieren finanzielle Stabilität.
Wie lange du Kreditkarten hältst. Langfristige Kreditkartenbeziehungen wirken positiv auf die Kredithistorie.
Anzahl der aktuell laufenden Ratenkredite. Viele gleichzeitige Kreditverpflichtungen signalisieren finanzielle Belastung.
Wie viele neue Kreditverträge du in den letzten 12 Monaten abgeschlossen hast.
Laufende Leasing- und Finanzierungsverträge. Pünktliche Zahlungen wirken positiv, Verzögerungen stark negativ.
Wie viele Kreditanfragen gestellt wurden. Konditionsanfragen sind scoreneutral – richtige Kreditanfragen wirken.
Eingetragene Negativmerkmale wie Zahlungsausfälle, Mahnbescheide oder gerichtliche Verfahren.
Ob eine Privatinsolvenz besteht oder abgeschlossen wurde. Laufende Insolvenzen wirken stark negativ.
Wie lange du an deiner aktuellen Adresse wohnst. Häufige Umzüge werden mit höherem Ausfallrisiko korreliert.
Wie viele Girokonten du insgesamt führst. Ein einziges Hauptkonto gilt als Zeichen von Übersicht.
Anzahl der vollständig und pünktlich zurückgezahlten Kredite. Das wichtigste Aufbau-Signal für gute Bonität.
Wann du zuletzt einen Rahmenkredit (Dispokredit, Kreditlinie) eröffnet hast. Ältere Rahmen wirken stabiler.
Die neue Score-Skala 100–999
Höhere Werte bedeuten bessere Bonität. Die Skala beginnt bei 100 (kein positives Merkmal vorhanden) und endet bei 999 (theoretisch perfekte Bonität – praktisch kaum erreichbar).
7 konkrete Maßnahmen zur Score-Verbesserung
Selbstauskunft anfordern und Fehler prüfen
Einmal jährlich kostenlos über meineSCHUFA.de. Fehler können berichtigt werden – sie belasten sonst jahrelang deinen Score.
Offene Negativmerkmale sofort begleichen
Offene Einträge werden nach Begleichung als „erledigt" markiert und nach 3 Jahren vollständig gelöscht.
Kreditanfragen strategisch stellen
Immer explizit „Konditionsanfrage" statt „Kreditanfrage" verlangen beim Vergleich. Konditionsanfragen sind SCHUFA-neutral.
Älteste Konten behalten
Das älteste Girokonto und die älteste Kreditkarte sollten nur mit gutem Grund gekündigt werden.
Kleinkredit aufnehmen und pünktlich zurückzahlen
Ein kleiner Ratenkredit (z. B. 500 €), sauber zurückgezahlt, baut positive Merkmale auf.
Ungenutzte Konten schließen
Mehr als 2–3 aktive Girokonten wirken unübersichtlich. Aber nie das älteste ohne Nachfolger schließen.
Adresse immer aktuell halten
Sofort nach Umzug ummelden. Eine veraltete Adresse kann zu irrtümlichen Negativmerkmalen führen.
5 häufige Mythen über die SCHUFA
Deine Rechte als Verbraucher
Nach Art. 15 DSGVO hast du ein umfassendes Auskunftsrecht über alle gespeicherten Daten – jederzeit, kostenlos, so oft du willst.
- Datenkopie (Art. 15 DSGVO): Kostenlose vollständige Auskunft, jederzeit.
- Berichtigung (Art. 16 DSGVO): Falsche Einträge müssen korrigiert werden.
- Löschung (Art. 17 DSGVO): Unrechtmäßige Einträge können gelöscht werden.
- Widerspruch (Art. 21 DSGVO): Gegen Verarbeitung in besonderen Fällen.
- Menschliche Überprüfung (Art. 22 DSGVO): Bei rein automatisierten Kreditentscheidungen.
Übergangsphase: alter vs. neuer Score
Während der Übergangsphase (voraussichtlich bis Ende 2026) laufen alter und neuer Score parallel. Banken und andere Vertragspartner erhalten beide Werte.
| Merkmal | Alter Score (bis Ende 2026) | Neuer Score (ab 17.3.2026) |
|---|---|---|
| Skala | 0–100 % | 100–999 Punkte |
| Kommunizierte Kriterien | Nicht öffentlich | 12 öffentlich benannte Faktoren |
| Berechnung | Ca. 250 interne Variablen | Fokus auf 12 Hauptkriterien |
| Verbreitung | Wird abgelöst | Standard ab 2027 |
Kostenloser Score-Rechner
Beantworte 12 Fragen zu deiner Kredithistorie. Der Rechner gibt dir eine plausible Schätzung auf Basis der öffentlich bekannten Kriterien – keinen offiziellen SCHUFA-Wert.
💳 Kreditkarte beantragen – positive SCHUFA-Merkmale aufbauen
Mit einer FLORIN+ Mastercard baust du systematisch positive Kredithistorie auf. Kein Schufa-Eintrag bei Ablehnung, sofortige Entscheidung.
Kostenlos beantragen →Häufige Fragen (FAQ)
Nach Art. 15 DSGVO hast du ein unbeschränktes Recht auf Datenkopie – jederzeit und so oft du möchtest kostenlos. Besuche meineSCHUFA.de und fordere deine „Datenkopie nach Art. 15 DSGVO" an.
Eine Konditionsanfrage wird gespeichert, beeinflusst deinen Score aber nicht. Eine Kreditanfrage kann deinen Score kurzfristig leicht senken. Beim Vergleichen immer explizit „Konditionsanfrage" verlangen.
Erledigte Negativmerkmale → 3 Jahre nach Erledigung. Kreditanfragen → 12 Monate. Konten nach Kündigung → 3 Jahre. Insolvenzeintrag nach Restschuldbefreiung → 3 Jahre (§ 35 BDSG).
Ja. Nach Art. 16 und 17 DSGVO hast du das Recht auf Berichtigung und Löschung unrichtiger Daten. Schreibe einen formellen Brief mit Nachweis an die SCHUFA. Bei Ablehnung kannst du dich an den Hessischen Beauftragten für Datenschutz wenden.
Die mathematische Grundlage ändert sich kaum – aber die Kommunikation wird verbraucherfreundlicher. Ein Score von „720 von 999" ist intuitiver als „89,2 %". Dein Score-Niveau bleibt etwa gleich, nur die Darstellung ändert sich.
Bei der ersten Anmeldung startest du mit einem neutralen Score. Empfehlung: Sofort ein deutsches Girokonto eröffnen und nach einigen Monaten eine einfache Kreditkarte beantragen, um schrittweise positive Merkmale aufzubauen.
Fehlerkorrektur → sofort. Erledigter Negativeintrag → sofort als erledigt, vollständig nach 3 Jahren gelöscht. Allgemeiner Score-Aufbau durch gutes Zahlungsverhalten → 6–18 Monate.
Direkt nein – der Score ist personenbezogen. Bei gemeinsamen Konten, Krediten oder Bürgschaften kann ein Zahlungsausfall des Partners auch deinen Score belasten. Eine reine WG ohne gemeinsame Verträge hat keinen Einfluss.
Quellen & Referenzen
- SCHUFA Holding AG – Pressemitteilungen & Verbraucherinfos
- Deutsche Bundesbank – Zahlungsverkehrsstatistik 2025
- Verbraucherzentrale – SCHUFA-Ratgeber
- BaFin – Verbraucherinformation
Stand: März 2026. Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine Rechts- oder Schuldnerberatung.