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Die SCHUFA Holding AG (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist Deutschlands größte Wirtschaftsauskunftei. Sie sammelt Informationen über das Zahlungsverhalten von rund 68 Millionen natürlichen Personen und stellt diese Daten gegen Entgelt an Vertragspartner bereit – Banken, Versicherungen, Vermieter und Telekommunikationsanbieter.
Der SCHUFA-Score ist ein statistischer Wahrscheinlichkeitswert: Er gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person ihre finanziellen Verpflichtungen vertragsgemäß erfüllt. Er trifft keine Aussage über Einkommen, Vermögen oder persönliche Zuverlässigkeit.
Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung ist Art. 6 Abs. 1 f) DSGVO (berechtigtes Interesse). Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG §31) regelt, welche Daten für Score-Berechnungen genutzt werden dürfen.
| Gespeichert wird | Nicht gespeichert wird |
|---|---|
| Girokonten und Kreditkarten (Eröffnung/Schließung) | Einkommen und Gehalt |
| Ratenkredite und Leasingverträge | Beruf oder Arbeitgeber |
| Zahlungsausfälle und Mahnbescheide | Familienstand oder Kinder |
| Insolvenzen und eidesstattliche Erklärungen | Nationalität oder Herkunft |
| Kreditanfragen (Konditionsanfragen neutral) | Wohnort oder Mietverhältnis |
| Wohnadressen-Historie | Ersparnisse oder Guthaben |
| Erledigte und laufende Kredite | Gesundheitsdaten |
Beantworte 12 kurze Fragen und erhalte deinen persönlichen Score-Schätzwert.
Der wohl größte Transparenz-Schritt in der Geschichte der SCHUFA: Erstmals kommuniziert die Auskunftei öffentlich, welche konkreten Kriterien in den Score einfließen. Die bisherige Skala (0–100 %) wird durch eine neue 100–999 Punkte-Skala ersetzt, die verbraucherfreundlicher kommunizierbar ist.
Die folgenden 12 Kriterien hat die SCHUFA auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen kommuniziert. Die genaue Gewichtung ist und bleibt Geschäftsgeheimnis. Alle Einschätzungen basieren auf Verbraucher-Erfahrungen und veröffentlichten Fachquellen.
Wie lange dein Girokonto bei einer deutschen Bank besteht. Langfristige Kontobeziehungen signalisieren finanzielle Stabilität.
Wie lange du Kreditkarten hältst. Langfristige Kreditkartenbeziehungen wirken positiv auf die Kredithistorie.
Anzahl der aktuell laufenden Ratenkredite. Viele gleichzeitige Kreditverpflichtungen signalisieren finanzielle Belastung.
Wie viele neue Kreditverträge du in den letzten 12 Monaten abgeschlossen hast.
Laufende Leasing- und Finanzierungsverträge. Pünktliche Zahlungen wirken sich positiv aus.
Wie viele Kreditanfragen gestellt wurden. Konditionsanfragen sind scoreneutral — nur Kreditanfragen zählen.
Eingetragene Negativmerkmale wie Zahlungsausfälle, Mahnbescheide oder gerichtliche Vollstreckungen.
Ob eine Privatinsolvenz besteht oder abgeschlossen wurde. Laufende Insolvenzen wirken sich massiv aus.
Wie lange du an deiner aktuellen Adresse wohnst. Häufige Umzüge werden mit höherem Kreditrisiko assoziiert.
Wie viele Girokonten du insgesamt führst. Ein einziges Hauptkonto gilt als Zeichen finanzieller Ordnung.
Anzahl der vollständig und pünktlich zurückgezahlten Kredite. Das wichtigste Aufbau-Element für eine gute Kredithistorie.
Wann du zuletzt einen Rahmenkredit (Dispokredit, Kreditlinie) eröffnet hast. Ältere Rahmenkredite signalisieren Stabilität.
2 Minuten, 12 Fragen – sieh direkt wo du auf der Skala 100–999 stehst.
Höhere Werte bedeuten bessere Bonität. Die Skala beginnt bei 100 (kein positives Merkmal vorhanden) und endet bei 999 (theoretisch perfekte Bonität – praktisch kaum erreichbar).
Einmal jährlich kostenlos über meineSCHUFA.de. Fehler können berichtigt werden – sie belasten sonst jahrelang deinen Score.
Offene Einträge werden nach Begleichung als „erledigt" markiert und nach 3 Jahren vollständig gelöscht.
Immer explizit „Konditionsanfrage" statt „Kreditanfrage" verlangen beim Vergleich. Konditionsanfragen sind SCHUFA-neutral.
Das älteste Girokonto und die älteste Kreditkarte sollten nur mit gutem Grund gekündigt werden.
Ein kleiner Ratenkredit (z.B. 500 €), sauber zurückgezahlt, baut positive Merkmale auf.
Mehr als 2–3 aktive Girokonten wirken unübersichtlich. Aber nie das älteste ohne Nachfolger schließen.
Sofort nach Umzug ummelden. Eine veraltete Adresse kann zu irrtümlichen Negativmerkmalen führen.
Schätze wie sich deine Kredithistorie auf den neuen SCHUFA-Score auswirkt.
Nach Art. 15 DSGVO hast du ein umfassendes Auskunftsrecht über alle gespeicherten Daten – jederzeit und kostenlos. Nach § 34 BDSG hat die SCHUFA eine Auskunftspflicht.
| Dein Recht | Rechtsgrundlage | So nutzt du es |
|---|---|---|
| Kostenlose Selbstauskunft | Art. 15 DSGVO, § 34 BDSG | meineSCHUFA.de → „Datenkopie" |
| Fehlerkorrektur verlangen | Art. 16 DSGVO | Schriftlich mit Nachweis an SCHUFA |
| Löschung beantragen | Art. 17 DSGVO, § 35 BDSG | Bei Ablauf der Frist oder fehlerhaften Einträgen |
| Verarbeitungswiderspruch | Art. 21 DSGVO | Bei berechtigtem Interesse |
| Beschwerde bei Aufsichtsbehörde | Art. 77 DSGVO | Hessischer Beauftragter für Datenschutz |
Während der Übergangsphase (voraussichtlich bis Ende 2026) laufen alter und neuer Score parallel. Banken und andere Vertragspartner erhalten beide Werte.
| Merkmal | Alter Score (bis Ende 2026) | Neuer Score (ab 17.3.2026) |
|---|---|---|
| Skala | 0–100 % | 100–999 Punkte |
| Kommunizierte Kriterien | Nicht öffentlich | 12 öffentlich benannte Faktoren |
| Berechnung | Ca. 250 interne Variablen | Fokus auf 12 Hauptkriterien |
| Verbreitung | Wird abgelöst | Standard ab 2027 |
Beantworte 12 Fragen zu deiner Kredithistorie. Der Rechner gibt dir eine plausible Schätzung auf Basis öffentlich bekannter Kriterien – keinen offiziellen SCHUFA-Wert.
Nach Art. 15 DSGVO hast du ein unbeschränktes Recht auf Datenkopie – jederzeit und so oft du möchtest kostenlos. Besuche meineSCHUFA.de und fordere deine „Datenkopie nach Art. 15 DSGVO" an.
Eine Konditionsanfrage wird gespeichert, beeinflusst deinen Score aber nicht. Eine Kreditanfrage kann deinen Score kurzfristig leicht senken. Beim Vergleichen immer explizit Konditionsanfrage verlangen.
Erledigte Negativmerkmale → 3 Jahre nach Erledigung. Kreditanfragen → 12 Monate. Konten nach Kündigung → 3 Jahre. Insolvenzeintrag nach Restschuldbefreiung → 3 Jahre (§ 35 BDSG).
Ja. Nach Art. 16 und 17 DSGVO hast du das Recht auf Berichtigung und Löschung unrichtiger Daten. Schreibe einen formellen Brief mit Nachweis an die SCHUFA. Bei Ablehnung kannst du dich an den Hessischen Beauftragten für Datenschutz wenden.
Die mathematische Grundlage ändert sich kaum – aber die Kommunikation wird verbraucherfreundlicher. Ein Score von „720 von 999" ist intuitiver als „89,2 %". Dein Score-Niveau bleibt etwa gleich, nur die Darstellung ändert sich.
Bei der ersten Anmeldung startest du mit einem neutralen Score. Empfehlung: Sofort ein deutsches Girokonto eröffnen und nach einigen Monaten eine einfache Kreditkarte beantragen, um schrittweise positive Merkmale aufzubauen.
Fehlerkorrektur → sofort. Erledigter Negativeintrag → sofort als erledigt, vollständig nach 3 Jahren gelöscht. Allgemeiner Score-Aufbau durch gutes Zahlungsverhalten → 6–18 Monate.
Direkt nein – der Score ist personenbezogen. Bei gemeinsamen Konten, Krediten oder Bürgschaften kann ein Zahlungsausfall des Partners auch deinen Score belasten. Eine reine WG ohne gemeinsame Verträge hat keinen Einfluss.