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Haushalt & Energie

CO2-Preis-Rechner 2026/27 — was kostet dich der Aufschlag?

Seit 2021 zahlt jeder Verbraucher beim Tanken und Heizen einen CO2-Aufschlag. 55 €/Tonne in 2026 — ab 2027 übernimmt der EU-Emissionshandel ETS2 mit deutlich höheren Prognosen. Hier siehst du deine konkreten Mehrkosten pro Jahr.

So funktioniert der Rechner

Drei einfache Schritte zur Klarheit über deine CO2-Belastung.

SCHRITT 1

Jahresverbrauch eintragen

Heizöl + Erdgas + Benzin + Diesel + Strom. Werte findest du in der letzten Jahresabrechnung oder Tankbelegen.

SCHRITT 2

Jahr wählen

2026 (55 €/t BEHG), 2027 (Mid-Estimate 65 €/t ETS2) oder Worst Case 2030 (200 €/t). Vergleich automatisch.

SCHRITT 3

Spar-Pfad ableiten

Der größte Posten ist meist Heizen. PV + Wärmepumpe + Strom-Tarif-Wechsel sind die drei wirksamsten Hebel.

Dein Energieverbrauch

Jahreswerte aus der letzten Abrechnung. Strom ist nicht direkt CO2-belastet, dient nur zum Vergleich.

Heizen & Warmwasser
L/Jahr
kWh/Jahr
Mobilität
L/Jahr
L/Jahr
Strom (Vergleich)
kWh/Jahr
Szenario

Wann lohnt sich der Check?

Vier Anlässe, in denen der CO2-Preis die Finanz-Entscheidung beeinflusst.

Vor Heizungswechsel

Gas/Öl werden mit jedem Jahr teurer. Bei Wärmepumpen-Umstieg in 2026/27 ist der CO2-Trend ein starker Treiber.

Vor Auto-Kauf

Bei 200 €/t ETS2 in 2030: Diesel +53 ct/L, Benzin +47 ct/L. E-Auto-Rechnung verschiebt sich deutlich zugunsten Strom.

Bei Nebenkostenabrechnung

Seit 2023 müssen Vermieter den CO2-Aufschlag anteilig übernehmen (CO2KostAufG). Prüf das in deiner aktuellen Abrechnung.

Bei Budget-Planung 2027+

ETS2-Übergang ab 1.1.2027 ist nicht mehr aufzuhalten. Familien sollten 30–50 €/Monat Energie-Puffer einplanen.

Formel: Mehrkosten = Verbrauch × CO2-Faktor × Preis pro Tonne ÷ 1.000.
Faktoren: Benzin 2,37 kg/L · Diesel 2,65 kg/L · Heizöl 2,67 kg/L · Erdgas 0,201 kg/kWh.

Quellen & Rechtsgrundlagen

Alle Werte aus geltenden Gesetzen, BEHG-Bescheiden und EU-Verordnungen. Stand: Juni 2026.

  • BEHG (Brennstoffemissionshandelsgesetz) § 10. Festpreispfad 2021–2026: 25 / 30 / 30 / 45 / 55 €/t (zuletzt vom Bundesverfassungsgericht 2024 bestätigt). Ab 2027: marktbasiert über ETS2.
  • EU-Richtlinie 2023/959 (ETS2). Ab 1. Januar 2027 wird der nationale CO2-Preis durch das EU-Emissionshandelssystem ETS2 ersetzt. Preise marktbasiert — EU-Kommission rechnet mit 45–200 €/t als Korridor, 65–80 €/t als wahrscheinlichster Bereich.
  • CO2-Faktoren UBA 2024. Benzin (E10): 2,37 kg CO2/L. Diesel: 2,65 kg CO2/L. Heizöl: 2,67 kg CO2/L. Erdgas: 0,201 kg CO2/kWh (Heizwert-bezogen).
  • Kohlenstoffdioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) seit 2023. Vermieter müssen je nach Energie-Effizienz des Hauses 0–95 % der CO2-Kosten übernehmen. Mieter zahlt nur den Restanteil.
  • Bundesumweltamt 2024. Durchschnittlicher Haushalt zahlt 2026 ca. 220 €/Jahr CO2-Aufschlag — mit Diesel-PKW + Gasheizung: 350–500 €/Jahr.
  • Bundesverfassungsgericht 1 BvR 2576/19. Klima-Urteil 2021: Klimaschutzgesetz muss Generationengerechtigkeit gewährleisten — Begründung für steigende CO2-Pfade auch nach 2030.

Häufige Fragen

Was du zum CO2-Preis 2026/27 wissen solltest.

Wie hoch ist der CO2-Preis 2026?
55 €/t CO2 nach BEHG (Brennstoffemissionshandelsgesetz). Aufschlag je Liter Benzin: 13 ct, Diesel: 15 ct, Heizöl: 15 ct. Pro kWh Erdgas: 1,1 ct. Strom: kein direkter CO2-Preis (über EU-ETS abgegolten).
Was passiert 2027 beim CO2-Preis?
Ab 2027 übernimmt das EU-Emissionshandelssystem ETS2. Preise marktorientiert — Schätzungen 45–200 €/t. EU-Kommission rechnet mit ca. 65–80 €/t als Korridor. Bei 200 €/t: Diesel +53 ct/L, Heizöl +53 ct/L.
Wer zahlt den CO2-Preis?
Direkter Schuldner: Lieferanten (Mineralöl, Gas, Heizöl). Indirekt zahlt der Endkunde — Aufschlag wird vollständig weitergegeben. Mieter zahlen Anteil über Nebenkostenabrechnung (Kohlenstoffdioxidkostenaufteilungsgesetz CO2KostAufG 2023).
Wie wird die CO2-Kostenaufteilung bei Miete berechnet?
Das CO2KostAufG-Stufenmodell richtet sich nach Energie-Effizienz: Schlecht gedämmtes Haus = Vermieter zahlt bis 95 %, gut gedämmtes = Vermieter zahlt 0 %. Praktisch: Bei Öl-/Gasheizung in Altbau ohne Dämmung übernimmt der Vermieter 90 % des CO2-Aufschlags — Mieter zahlt 10 %.
Wird der CO2-Aufschlag versteuert?
Der Aufschlag selbst ist eine Brennstoff-Abgabe — keine Steuer im engeren Sinn. Aber: Mehrwertsteuer wird auf den brutto-Preis berechnet, d.h. 19 % MwSt fallen auch auf den CO2-Aufschlag an. Bei 55 €/t kommen also effektiv ca. 65 €/t aus dem Portemonnaie.
Welche Spar-Hebel sind am wirksamsten?
Drei Hebel mit größtem Effekt: (1) Wärmepumpe statt Öl-/Gasheizung — reduziert direkt Heizenergie-CO2. (2) PV-Anlage — Eigenstromverbrauch entlastet doppelt (kein Stromkauf + Wärmepumpen-Betrieb). (3) E-Auto — eliminiert Kraftstoff-CO2 komplett. Plus: Dämmung + Strom-Tarif-Wechsel mit Öko-Zertifikat.