MyWageResearch · Pressemitteilung 10/12
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MyWage Research · Report 10 / 12 · Vermögen & Ungleichheit
Veröffentlicht: 23. Oktober 2026 · Released: October 23, 2026

Mieter besitzen 18.300 Euro, Eigentümer 450.200 — und die Ost-West-Lücke wächst wieder

Vermögensverteilung in Deutschland 2026

Median-Nettovermögen privater Haushalte 2023: 103.200 Euro — real gesunken gegenüber 2021
Mieterhaushalte: 18.300 Euro Median — Eigentümer ohne Restschuld: 450.200 Euro
Verhältnis Medianvermögen West zu Ost: 4,0 zu 1, nach 2,9 zu 1 im Jahr 2021

Pressemitteilung — Zur sofortigen Veröffentlichung

Deutschland ist ein reiches Land mit einem vergleichsweise armen Mittelhaushalt. Das Median-Nettovermögen privater Haushalte lag 2023 bei 103.200 Euro, der Mittelwert bei 324.800 Euro. Inflationsbereinigt ist das Vermögen des mittleren Haushalts gegenüber 2021 gesunken — in Preisen von 2010 von 90.500 auf 76.000 Euro. Das zeigt die fünfte Welle der Bundesbank-Vermögensbefragung.

Keine einzelne Größe trennt die deutsche Vermögensverteilung so scharf wie die Frage, ob ein Haushalt zur Miete wohnt. Der Median eines Mieterhaushalts lag 2023 bei 18.300 Euro, der eines Eigentümerhaushalts ohne Restschuld bei 450.200 Euro. Die Wohneigentumsquote fiel von 45 auf 42 Prozent der Haushalte. Nach dem EU-Maßstab von Eurostat lebten 2025 52,8 Prozent der Bevölkerung zur Miete — Deutschland ist das einzige EU-Land mit einer Mietermehrheit.

Der Zugang zu Wohneigentum verengt sich, und zwar nicht am Einkommen. Nach dem LBS|empirica-Erschwinglichkeitsbarometer vom April 2026 würde das laufende Einkommen bei knapp 40 Prozent der Mieterhaushalte zwischen 30 und 44 Jahren reichen. Genug Eigenkapital haben nur 5,7 Prozent — rund 408.000 Haushalte, nach knapp zehn Prozent vor fünfzehn Jahren.

Die Ost-West-Lücke öffnet sich wieder. Der ostdeutsche Median ist absolut gefallen, von 43.400 auf 35.900 Euro, während der westdeutsche von 127.900 auf 143.200 Euro stieg. 2025 entfielen 95 Prozent des steuerlich erfassten vererbten und verschenkten Vermögens auf Westdeutschland — bei einem Bevölkerungsanteil von knapp 19 Prozent im Osten samt Berlin.

Im Euroraum-Vergleich liegt der deutsche Median mit 103.300 Euro deutlich unter dem Euroraum (139.800), Italien (162.800) und Spanien (151.600). Beim Mittelwert liegt Deutschland dagegen über dem Durchschnitt. Rechnet man die Anwartschaften der gesetzlichen Rentenversicherung als Vermögen mit, fällt der Gini von rund 72 auf etwa 58 Prozent — eine Korrektur, die in den international üblichen Vermögensstatistiken fehlt.

“Der Unterschied zwischen 18.300 und 450.200 Euro ist keine Frage von Fleiß, sondern von Zugang. Und der Zugang schließt sich: Nur noch 5,7 Prozent der Mieterhaushalte zwischen 30 und 44 haben das Eigenkapital, um zu kaufen. Nicht das Einkommen fehlt, sondern das Startvermögen — und das kommt in Deutschland zunehmend aus dem Erbe. Wer darauf nicht zählen kann, bleibt auf der Mieterseite dieser Verteilung, unabhängig davon, was er verdient.”

Robert Moukabary — Gründer, MyWage GmbH

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Robert Moukabary · Gründer MyWage GmbH & FLORIN+
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