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Altersvorsorge

Altersvorsorgedepot 2026: Staatliche Förderung für ETF-Sparer

Das Altersvorsorgedepot (AVD) ist die Nachfolge des Riester-Sparens und trat mit dem Jahreswechsel 2026 in Kraft. Anders als Riester setzt das AVD explizit auf Kapitalmarktinvestments – insbesondere ETFs und Aktienfonds – statt auf niedrigverzinste Bankprodukte.

Paul Richter
Paul Richter
·9. Mai 2026·4 min Lesezeit
Inhalt

Was ist das Altersvorsorgedepot? #

Das Altersvorsorgedepot (AVD) ist die Nachfolge des Riester-Sparens und trat mit dem Jahreswechsel 2026 in Kraft. Anders als Riester setzt das AVD explizit auf Kapitalmarktinvestments – insbesondere ETFs und Aktienfonds – statt auf niedrigverzinste Bankprodukte. Die jahrzehntelange Kritik am Riester-System (zu viel Bürokratie, zu geringe Rendite, Garantiepflicht) wurde gehört.

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Tipp

Das AVD ersetzt Riester nicht automatisch – bestehende Riester-Verträge laufen weiter. Neuabschlüsse erfolgen aber nur noch im neuen Modell. Wer aktiv für die Rente sparen will, profitiert ab 2026 vom AVD.

Wer bekommt die Förderung – und wie viel? #

Förderanspruch haben alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer sowie Selbstständige, die der gesetzlichen Rentenversicherung beitreten. Beamte erhalten eine angepasste Variante. Voraussetzung ist ein zertifiziertes Altersvorsorgedepot bei einem deutschen Kreditinstitut oder Broker.

Förderquoten und maximale Zulagen nach Personengruppe
PersonengruppeFörderquoteMax. Zulage/Jahr
Standardeinzahler20 %600 € (bei 3.000 € Einzahlung)
Geringverdiener (unter 26.800 € Jahreseinkommen)35 %1.050 € (bei 3.000 €)
Berufseinsteiger (unter 25 Jahre)25 %750 €
Eltern (pro Kind)+5 %+150 € pro Kind

Was darf ins Depot? #

Im Gegensatz zu Riester ist beim AVD keine Kapitalgarantie mehr vorgeschrieben. Anlageprodukte müssen jedoch bestimmte Transparenz- und Kostenkriterien erfüllen. Zugelassen sind:

  • ETFs auf breit diversifizierte Indizes (MSCI World, FTSE All World, DAX)
  • Aktive Aktienfonds mit OGAW-Zulassung und max. 1,5 % TER
  • Mischfonds mit Aktienanteil über 50 %

Steuerliche Behandlung #

Einzahlungen sind bis zum Förderrahmen (3.000 €/Jahr) steuerfrei. Erträge im Depot wachsen steuerfrei. Bei Entnahme ab dem 62. Lebensjahr gilt das Halbeinkünfteverfahren – effektiv werden nur 50 % der Erträge versteuert. Das macht das AVD gegenüber dem normalen Depot deutlich attraktiver.

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Tipp

Wer das AVD zusätzlich zu einem regulären ETF-Sparplan nutzt, verschiebt steuerlich begünstigte Erträge in die Rente und nutzt gleichzeitig die Flexibilität des Privatdepots.

Beispielrechnung: 30 Jahre AVD-Sparen #

Szenario: Standardverdiener, 35 Jahre alt, 250 € monatliche Einzahlung

Eigene Einzahlung pro Jahr (250 € × 12)
3.000 €
Staatliche Zulage (20 % auf 3.000 €)
+ 600 €
Gesamteinzahlung pro Jahr
3.600 €
Anlagedauer bis Renteneintritt
30 Jahre
Eigenes Kapital insgesamt (30 × 3.000 €)
90.000 €
Staatliche Zulagen insgesamt (30 × 600 €)
18.000 €
Erwartete Rendite bei 6 % p. a. (ETF-Schnitt)
≈ 195.000 € Wertzuwachs
Depotwert nach 30 Jahren (gerundet)
≈ 303.000 €

Zum Vergleich: Ohne staatliche Zulage und mit gleichen Konditionen läge der Depotwert bei rund 251.000 € – die Zulagen plus Zinseszinseffekt bringen also gut 50.000 € zusätzlich.

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AVD vs. Riester vs. klassisches ETF-Depot #

Direktvergleich der drei wichtigsten Altersvorsorge-Optionen
KriteriumRiester (alt)Altersvorsorgedepot (neu)ETF-Depot (privat)
Kapitalgarantie100 % PflichtNicht erforderlichKeine
AnlageformBanksparpläne, VersicherungenETFs, FondsETFs, Einzelaktien, Fonds
RenditepotenzialGering (0–2 %)Mittel–hoch (4–7 % historisch)Mittel–hoch (4–7 %)
FörderquoteGrundzulage 175 €/Jahr20–35 % auf EinzahlungKeine staatliche Förderung
Steuer in SparphaseBegrenzt absetzbarBis 3.000 €/Jahr steuerfreiVorabpauschale + KESt
Steuer bei AuszahlungVoll steuerpflichtigHalbeinkünfteverfahren ab 6225 % KESt auf Gewinne
FlexibilitätSehr geringMittel (Auszahlung ab 62)Vollständig flexibel
KomplexitätHoch (Zulagenantrag etc.)Gering (automatisch via Depot)Gering
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Tipp

Was bringt ein geförderter Sparplan über 20 oder 30 Jahre? Jetzt mit dem ETF-Sparplan-Rechner durchrechnen.

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Vorteile und Risiken im Überblick #

OK
Gut zu wissen
  • Bis zu 35 % staatliche Förderung auf eigene Einzahlungen
  • Keine Kapitalgarantie-Pflicht – mehr Rendite durch echtes Aktieninvestment
  • ETF-Sparpläne erlaubt – kostengünstig und transparent
  • Halbeinkünfteverfahren bei Auszahlung – deutlich weniger Steuer als bei privatem Depot
  • Automatische Zulagenvergabe – kein separater Antrag wie bei Riester
  • Zusatz-Boni für Kinder und Berufseinsteiger
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Achtung
  • Kapitalverlust möglich – ohne Garantie kann das Depot bei Crashs an Wert verlieren
  • Geld ist gebunden bis zu
    1
    Förderberechtigung prüfen

    Bist du rentenversicherungspflichtig oder freiwillig in der GRV? Dann hast du Anspruch.

    2
    Anbieter vergleichen

    Direktbanken und Neobroker (Trade Republic, Scalable, ING, Comdirect) bieten zertifizierte AVDs. Achte auf Depotgebühr, Sparplan-Kosten und ETF-Auswahl.

    3
    Depot eröffnen

    Vollständig digital per Video- oder Postident – meist in 10 Minuten erledigt.

    4
    Sparplan einrichten

    Wähle einen breit diversifizierten ETF (z. B. MSCI World) und lege eine monatliche Sparrate fest. Optimum: 250 €/Monat = 3.000 €/Jahr.

    5
    Förderung läuft automatisch

    Die Zulagen werden direkt vom Bundeszentralamt für Steuern auf dein Depot gebucht – kein separater Antrag nötig.

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    Quellen

    Stand: Mai 2026. Dieser Artikel dient zur allgemeinen Information und stellt keine Finanzberatung dar. Das AVD befindet sich in der Einführungsphase – Konditionen können sich noch ändern.

Paul Richter
Über den Autor
Paul Richter
Kredit-Experte, FLORIN+

Paul schreibt seit 2019 über deutsche Kreditprodukte und SCHUFA-Themen. Schwerpunkt: Was Kreditnehmer tatsächlich zahlen — nach Versteckkosten und Versicherungen.

Schwerpunkte
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