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Steuern & Finanzen

Rürup-Rente für Selbständige 2026 – Lohnt sie sich wirklich?

Die Rürup-Rente (offiziell: Basisrente) ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge für alle, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen oder dies freiwillig tun. Sie wurde speziell für Selbständige, Freiberufler und Gutverdiener konzipiert.

Inhalt

Das Wesentliche in 30 Sekunden

Schnellübersicht für eilige Leser

  • Rürup-Rente = einzige staatlich geförderte Altersvorsorge für Selbständige und Freiberufler
  • Beiträge bis zu 29.344 € / Jahr (2026) steuerlich absetzbar (davon 100 %)
  • Nachteil: Kein Kapitalwahlrecht, nicht vererbbar, lebenslange Rente (nicht als Einmalauszahlung)
  • Lohnt sich vor allem für Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz

Steuervorteile für Selbständige #

2026 sind Beiträge zur Basisrente bis zu 29.344 € / Jahr (58.688 € für Verheiratete) zu 100 % als Sonderausgaben absetzbar.

Steuervorteile für Selbständige
Jahreseinkommen (zu versteuern)GrenzsteuersatzErsparnis bei 10.000 € Beitrag
30.000 €~33 %~3.300 €
60.000 €~42 %~4.200 €
90.000 €~45 %~4.500 €
Über 100.000 €~47 %~4.700 €
Beispiel: Wer 60.000 € verdient und 10.000 € einzahlt, zahlt durch die Steuerersparnis effektiv nur ~5.800 € netto. Die restlichen ~4.200 € übernimmt der Staat via Steuerersparnis.

Rürup vs. ETF vs. private Rentenversicherung #

Rürup vs. ETF vs. private Rentenversicherung
KriteriumRürupETF-SparplanPrivate RV
Steuerersparnis heute✅ Sehr hoch❌ Keine❌ Gering
RenditeAbhängig vom TarifHistorisch 7–10 %1–4 %
Flexibilität❌ Sehr gering✅ Sehr hochMittel
VererbbarkeitBegrenzt✅ VollJe nach Tarif
Insolvenzschutz✅ Ja❌ Nein✅ Ja

Für wen lohnt sich die Rürup-Rente? #

  • Gutverdiender Selbständige ab ~50.000 € p.a. zu versteuerndes Einkommen
  • Kurz vor der Rente (ab 50) – hohe Einzahlungen, maximale Steuerersparnis
  • Scheinselbständige oder Angestellte mit hohem Steuersatz
  • Weniger geeignet für junge Selbständige mit niedrigem Einkommen – ETF ist flexibler

Worauf du bei Abschluss achten musst #

  • Kosten: Abschluss- und Verwaltungskosten stark beachten – manche Anbieter nehmen 15–20 % des Beitrags
  • Fondsinvestition: Rürup-Rente mit ETF-Investment (Fondspolice) wählen – höhere Renditechancen
  • Flexibler Beitrag: Variable Beiträge bevorzugen, um in schlechten Geschäftsjahren weniger zahlen zu müssen
  • Berufsunfähigkeitszusatz prüfen: Kann sinnvoll sein, aber oft teuer

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Häufige Fragen #

Kann ich als Angestellter auch eine Rürup-Rente abschließen?

Ja, aber der Steuervorteil ist geringer als bei Selbständigen, weil Angestellte bereits gesetzliche Rente aufbauen.

Was passiert mit meiner Rürup-Rente wenn ich stirbe?

Standardmäßig verfällt das Kapital. Mit einem Rentenbezugsrecht für Hinterbliebene (Zusatzoption) kann man Ehepartner und Kinder absichern.

Ab wann kann ich die Rürup-Rente beziehen?

Frühestens ab dem 62. Lebensjahr. Eine Einmalauszahlung ist nicht möglich.

Kann ich Rürup-Beiträge flexibel anpassen?

Ja, wenn der Vertrag das vorsieht. Wähle immer einen Tarif mit variabler Beitragsgestaltung.

Rürup oder ETF – was empfehlen Experten?

Beide haben ihre Berechtigung. Rürup bietet Steuerersparnis heute, ETF Flexibilität und historisch höhere Rendite. Kombination ist oft optimal.

Bianca Schuster
Über den Autor
Bianca Schuster
Vorsorge- & Versicherungs-Redaktion, FLORIN+

Bianca schreibt seit 2019 über deutsche Kreditprodukte und SCHUFA-Themen. Schwerpunkt: Was Kreditnehmer tatsächlich zahlen — nach Versteckkosten und Versicherungen.

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