Wer früh anfängt, gewinnt: Schon 100 Euro monatlich ab Geburt können bis zum 18. Geburtstag über 40.000 Euro werden. Wir erklären, wie Eltern klug und steuerschonend für ihre Kinder anlegen.
Der mächtigste Hebel beim Vermögensaufbau ist Zeit. Wer für ein Kind ab Geburt konsequent 100 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan einzahlt und dabei eine durchschnittliche Rendite von 7 % pro Jahr erzielt, erreicht zum 18. Geburtstag ein Vermögen von rund 42.000 Euro – obwohl nur 21.600 Euro eingezahlt wurden. Die restlichen 20.000 Euro entstehen allein durch den Zinseszins.
Das zeigt: Nicht die Höhe der monatlichen Einzahlung entscheidet allein, sondern vor allem der Faktor Zeit. Wer mit dem Sparen für das Kind erst mit 10 Jahren beginnt, braucht fast doppelt so viel monatlich, um das gleiche Endvermögen zu erreichen.
Eine der ersten Fragen: Soll das Depot auf den Namen des Kindes oder auf den der Eltern laufen? Beide Varianten haben Vor- und Nachteile:
| Kriterium | Depot auf Kind's Namen | Depot auf Elternname |
|---|---|---|
| Eigentümer | Das Kind (rechtlich) | Die Eltern |
| Eigener Freistellungsauftrag | Ja – 1.000 €/Jahr | Nein (zählt zum Eltern-Freibetrag) |
| Grundfreibetrag nutzbar | Ja (11.784 € in 2026) | Nein |
| Kontrolle ab 18 | Kind verfügt frei | Eltern behalten Kontrolle |
| Schenkungssteuer | Bis 400.000 € steuerfrei (pro Elternteil, alle 10 J.) | Kein Transfer nötig |
| Empfehlung für | Steueroptimierung, Vertrauensbasis | Wenn Flexibilität wichtiger ist |
Das ist ein oft unterschätzter Vorteil: Kinder haben eigene Steuer-Freibeträge, die komplett unabhängig von denen der Eltern sind:
In der Praxis bedeutet das: Erst wenn das Kinderdepot so groß wird, dass es mehr als ca. 12.000 bis 13.000 Euro Kapitalerträge pro Jahr abwirft, muss überhaupt Steuer gezahlt werden. Bei einem breit gestreuten ETF mit 5 % Rendite wäre das erst ab einem Depotwert von rund 250.000 Euro der Fall – meist also gar kein Problem.
Für einen Anlagehorizont von 18 Jahren oder länger sind breit diversifizierte Aktien-ETFs die erste Wahl. Kursschwankungen können langfristig gut abgefedert werden. Empfehlenswerte Optionen:
Fingerfertigkeit ist nicht gefragt: Ein einzelner breit diversifizierter ETF genügt für den langfristigen Vermögensaufbau vollkommen. Komplizierte Mischungen aus vielen ETFs bringen für Kinder-Depots keinen Vorteil.
Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital bieten Kinderdepots an. Die Kontoeröffnung erfolgt online und erfordert eine Legitimation der Eltern als gesetzliche Vertreter. Sparplanausführungen ab 10 bis 25 Euro monatlich sind möglich – ideal für einen niedrigen Einstieg.
Das Sparbuch ist für Kinder emotional beliebt, aber finanziell eine schlechte Wahl. Bei aktuellen Sparbuch-Zinsen von 0,5 bis 1,5 % frisst die Inflation das angesparte Geld real auf. 10.000 Euro auf einem Sparbuch bei 1 % Zins und 2,5 % Inflation verlieren nach 18 Jahren rund 25 % ihrer Kaufkraft.
Der Bausparvertrag ist für Kinder in den meisten Fällen ebenfalls ungeeignet: zu niedrige Rendite, zu lange Bindung, hohe Abschlussgebühren. Tagesgeld eignet sich maximal als kurzfristiger Notgroschen, nicht für die langfristige Anlage.
Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Renditeangaben sind historische Werte und keine Garantie für zukünftige Erträge.
Ja. Eltern können als gesetzliche Vertreter ein Depot im Namen des Kindes eröffnen. Das Depot und alle Erträge gehören rechtlich dem Kind. Mit 18 Jahren kann das Kind frei darüber verfügen.
Das Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich plus den Grundfreibetrag (11.784 Euro in 2026). Damit sind de facto bis zu ca. 12.784 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei – völlig unabhängig vom Freibetrag der Eltern.
Für lange Anlagehorizonte (18+ Jahre) eignen sich breit diversifizierte Welt-ETFs wie MSCI World oder FTSE All-World besonders gut. Sie streuen das Risiko über tausende Unternehmen weltweit und haben historisch solide Renditen erzielt.
Bausparvertrag und Sparbuch sind aktuell wegen niedriger Zinsen und Inflation wenig attraktiv. Tagesgeld eignet sich als kurzfristiger Puffer, aber nicht für den langen Aufbau. ETF-Sparpläne sind für einen 18+ Jahre langen Horizont die erste Wahl.