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Steuern

Koalitions-Steuerentlastung 2027/28: Was dir wirklich mehr Netto bringt

Die Koalition hat sich auf eine Einkommensteuer-Entlastung ab 2027 geeinigt: höherer Grundfreibetrag, ein abgeflachter Tarif und mehr Kindergeld. Hier steht, was konkret geplant ist, wer am meisten profitiert – und warum sich der genaue Euro-Betrag noch nicht für jeden ausrechnen lässt.

Inhalt

Das Wesentliche in 30 Sekunden

Schnellübersicht für eilige Leser

  • Der Koalitionsausschuss hat eine Einkommensteuer-Entlastung zum 1. Januar 2027 vereinbart – Volumen rund 10 Mrd. € pro Jahr.
  • Grundfreibetrag steigt in zwei Stufen bis 2028 auf 12.900 € (heute 12.348 €).
  • Spitzensteuersatz erst ab 70.600 € zvE; der Tarif dazwischen wird etwas abgeflacht. Kindergeld auf 272 €.
  • Am stärksten profitieren Familien mit Kindern – Beispiel: 2 Kinder, 60.000 € zvE → über 600 € im Jahr (voll ab 2028).
  • Wichtig: bisher eine Einigung, noch kein Gesetz. Die genaue Tarifkurve steht aus – exakte Euro-Beträge je Einkommen folgen erst mit dem Gesetz.
Nächster SchrittSteuerreform-Rechner öffnenWie viel mehr Netto bringt dir die bereits geltende Reform 2026? In 30 Sekunden durchrechnen.

Was die Koalition beschlossen hat #

Nach dem Koalitionsausschuss haben sich die Spitzen von CDU, CSU und SPD auf eine Reform der Einkommensteuer geeinigt. Ziel: kleine und mittlere Einkommen entlasten. Das jährliche Entlastungsvolumen soll rund 10 Milliarden Euro betragen, wirksam ab dem 1. Januar 2027, in voller Höhe ab 2028.

Es geht dabei um klassische Stellschrauben des Steuertarifs – nicht um einen komplett neuen Steuer-Typ. Genau deshalb ist der Effekt für die meisten spürbar, aber überschaubar: einige Hundert Euro pro Jahr, je nach Einkommen und Familienstand.

Die Maßnahmen im Detail #

Kernpunkte der geplanten Einkommensteuer-Entlastung
MaßnahmeGeplant (bis 2028)
Grundfreibetragin zwei Stufen auf 12.900 € (heute 12.348 €)
Steuertarifzwischen ~17.800 € und 70.600 € zvE „etwas abgeflacht"
Spitzensteuersatzgreift erst ab 70.600 € zvE (statt früher)
Kindergeldin zwei Stufen auf 272 €/Monat
Kinderfreibetragwird angehoben
Volumenrund 10 Mrd. € pro Jahr

Gegenfinanziert wird das Paket unter anderem über eine höhere Pauschsteuer bei Minijobs (von 2 % auf 5 %) und eine stärkere Belastung sehr hoher Einkommen (45 % ab 250.000 €, 47 % ab 280.000 € zu versteuerndem Einkommen).

Wer wie viel profitiert #

Die Entlastung wirkt für Familien mit Kindern am stärksten – durch das Zusammenspiel aus höherem Grundfreibetrag, abgeflachtem Tarif, höherem Kindergeld und Kinderfreibetrag. Das offizielle Rechenbeispiel der Bundesregierung:

Für Singles und mittlere Einkommen fällt die Entlastung geringer aus – meist im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr. Sehr hohe Einkommen zahlen wegen der angehobenen Reichensteuer-Stufen unterm Strich mehr.

Was das für dich heißt #

Konkret nachrechnen lässt sich der exakte Netto-Vorteil des neuen Tarifs erst, wenn das Gesetz mit den genauen Tarifwerten steht. Zwei Dinge kannst du aber schon heute tun:

  • Sieh dir an, was die bereits geltende Reform 2026 dir netto bringt – mit dem Steuerreform-Rechner.
  • Prüfe dein aktuelles Netto und den Effekt von Steuerklasse und Zuschlägen mit dem Brutto-Netto-Rechner.

Sobald die neuen Tarifwerte im Gesetz stehen, aktualisieren wir die Rechner – dann siehst du den zusätzlichen Netto-Effekt des 2027er-Pakets auf den Euro genau.

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Wie viel mehr Netto bringt dir die geltende Steuerreform – und was bleibt aktuell vom Brutto? In 30 Sekunden durchgerechnet.

Zum Steuerreform-Rechner →

Die ehrlichen Grenzen #

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Einigung, noch kein Gesetz

Die Punkte stammen aus der Koalitions-Einigung. Beitrags- bzw. Tarifhöhen, der genaue Zeitplan und die exakte Tarifkurve können sich im Gesetzgebungsverfahren noch ändern. Deshalb gibt es hier keine centgenaue Netto-Tabelle je Einkommen – die wäre reine Schätzung.

Zweite Grenze: Die Entlastung wirkt schrittweise (zwei Stufen bis 2028) – der volle Effekt kommt also nicht sofort. Und was der Staat mit der einen Hand gibt, kann die Inflation über die Jahre teilweise wieder aufzehren.

Quellen & Hinweis

Koalitionsausschuss-Einigung zur Einkommensteuerreform (Berichte u. a. Haufe, ZDFheute, Ebner Stolz, Tagesspiegel; Angaben des Bundesfinanzministeriums). Alle Zahlen sind der Stand der politischen Einigung; ein beschlossenes Gesetz mit finalen Tarifwerten lag zum Redaktionsschluss nicht vor. Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag ist keine Steuerberatung.

Monika Bauer
Über die Autorin
Monika Bauer
Steuer- & Vorsorge-Redaktion, FLORIN+

Monika erklärt komplexe Steuer- und Vorsorgethemen so, dass Nicht-Steuerberater sie verstehen. Schwerpunkt: konkrete Zahlen statt Paragrafen-Lyrik.

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