Über 16 Millionen Deutsche besparen einen Riester-Vertrag. Doch fast niemand hat ausgerechnet, ob sich das überhaupt lohnt. In diesem Artikel vergleichen wir Riester-Rente und ETF-Sparplan mit echten Zahlen, Steuern und Zulagen – und zeigen dir, wer nach 30 Jahren wirklich gewinnt.
Die Riester-Rente ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt, das seit 2002 existiert. Der Staat belohnt deine Sparbeiträge mit direkten Zulagen und Steuervergünstigungen. Klingt gut – aber es gibt Haken.
Förderung 2026:
Um die volle Zulage zu bekommen, musst du mindestens 4 % deines Vorjahresbruttoneinkommens abzüglich bereits erhaltener Zulagen einzahlen.
Vertragsarten: Riester gibt es als Banksparplan, Versicherung, Fondssparplan oder Bausparvertrag. Hier liegt bereits das erste Problem: Versicherungen sind oft teuer (1–2 % Verwaltungskosten pro Jahr), während Fondssparpläne günstiger sind.
Ein ETF-Sparplan ist eine einfache, passive Anlagestrategie: Du sparst regelmäßig einen festen Betrag in einen oder mehrere börsengehandelte Indexfonds ein. Diese Fonds bilden große Aktienindizes ab – zum Beispiel den MSCI World oder FTSE All-World.
Vorteile:
Steuern: Auf Kursgewinne zahlst du Abgeltungssteuer (25 % + Soli = ca. 26,4 %). Allerdings hast du einen Freibetrag (801 € für Singles, 1.602 € für Verheiratete) pro Jahr.
Lass uns durchrechnen: Du sparst 30 Jahre lang jeden Monat 100 € ein. Wie viel Geld hast du nach 3 Jahrzehnten?
| Szenario | Riester-Rente | ETF-Sparplan |
|---|---|---|
| Monatlicher Sparbeitrag | 100 € | 100 € |
| Staatliche Förderung/Jahr | 175 € (Grundzulage) | – (keine) |
| Rendite p.a. (nach Kosten) | 3 % | 7 % (Historischer Schnitt MSCI World) |
| Nach 30 Jahren (brutto) | ca. 58.000 € | ca. 113.000 € |
| Nach Steuern/Besteuerung | ca. 48.000 € netto* | ca. 95.000 € netto* |
| Flexibilität in Notfall | Gering (Kündigung teuer) | Hoch (jederzeit) |
| Risiko | Niedrig | Mittel (Schwankungen) |
*Riester: Nachgelagerte Besteuerung im Rentenalter (angenommen 45 % Grenzsteuersatz); ETF: Abgeltungssteuer 26,4 % auf realisierte Kursgewinne nach Freibetrag
Es gibt Menschen, bei denen Riester trotzdem Sinn macht – aber sie sind in der Minderheit.
Riester ist attraktiv für:
Beispiel: Mutter, 2 Kinder, 20.000 € Bruttoeinkommen
Wir sprechen Klartext: Für Durchschnittsverdiener ohne Kinder ist der ETF-Sparplan die bessere Wahl.
Gründe:
Sammle deine Vertragsunterlagen oder kontaktiere deinen Anbieter. Du brauchst folgende Daten:
Nutze unseren Riester-Kalkulator (siehe Sidebar) oder rechne selbst: Teile deine jährlichen Kosten durch 4 %. Das ist die Grenze, ab der Riester wirtschaftlich sinnlos wird.
Falls Riester wirtschaftlich schlecht ist: Nicht kündigen – kündigung kostet Zulagen und Steuervorteile! Besser: Beitragsfrei stellen. Das bedeutet, du zahlst nicht mehr ein, das Guthaben läuft aber weiter. Später, im Rentenalter, bekommst du trotzdem die aufgelaufene Summe.
Wähle einen Neobroker (Trade Republic, Scalable, Comdirect). Die Kontoeröffnung dauert 10 Minuten, die Gebühren sind minimal. Bespare einen All-World-ETF mit ca. 300–500 €/Monat.
Richte einen Dauerauftrag ein – jeden Monat am selben Tag. So läuft dein Sparplan automatisch und du denkst nicht mehr dran.
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