Die BaFin veröffentlicht laufend Warnungen vor Anbietern, die in Deutschland Bankgeschäfte ohne Erlaubnis betreiben. Wir sammeln diese Meldungen, ergänzen sie um Hinweise der Verbraucherzentralen und des Bundeskriminalamts – und erklären, woran man solche Angebote erkennt.
Die BaFin ist als Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht verpflichtet, Verbraucher über unerlaubt tätige Anbieter zu informieren. Jede der folgenden Warnungen ist eine offizielle Meldung nach § 37 Abs. 4 KWG – mit direktem Link zur Originalquelle.
Die BaFin warnt vor angeblichen Kreditangeboten von „Diantrag Kredit" unter der Domain diantrag.com. Die Betreiber bieten nach BaFin-Erkenntnissen Kredite ohne die nach dem Kreditwesengesetz erforderliche Erlaubnis an. Über die tatsächlichen Betreiber liegen keine gesicherten Angaben vor.
Die BaFin warnte am 3. März 2026 zeitgleich vor drei nahezu identisch aufgebauten Websites, die angebliche Kreditangebote ohne die erforderliche Erlaubnis anbieten. Solche Websitereihen – gleicher Code, unterschiedliche Domain – entstehen typischerweise nach dem Muster der sogenannten „Clone Sites": Eine Domain wird gesperrt, die nächste geht online.
Die BaFin warnt vor Kreditangeboten auf finexokredit.com. Die Betreiber führen Bankgeschäfte ohne die erforderliche Erlaubnis durch. Die Warnung wurde zeitgleich mit der Reihenwarnung zu schnellerkredits.com veröffentlicht, was auf eine koordinierte Kampagne hindeutet.
Besonders dreist: Die Betreiber von aurexk-pital.com behaupten laut BaFin, von der Bundesanstalt beaufsichtigt zu werden – was schlicht falsch ist. Die BaFin warnt ausdrücklich vor dieser Behauptung. Anbieter, die fälschlich auf BaFin-Regulierung hinweisen, versuchen damit gezielt, das Vertrauen ahnungsloser Verbraucher zu erschleichen.
Die BaFin warnt vor angeblichen Kreditangeboten auf scfinanz-ugco.com. Die Betreiber bieten Bankgeschäfte ohne die nach KWG erforderliche Erlaubnis an. Zu Betreiberidentität und Sitz lagen der BaFin bei Veröffentlichung keine gesicherten Angaben vor.
Die BaFin warnte vor vier koordiniert auftretenden Domains: moj-finances.com, sg-de.com, franfinanzen.com und norrsken-gruppe.com. Die Betreiber werben mit dem Slogan „Best online credit financing service" und bieten Schnellkredite ausdrücklich auch bei „banking restrictions" an – also gezielt für Menschen mit Zahlungsproblemen. Eine solche Formulierung ist ein klassischer Köder, der Menschen in finanzieller Not ansprechen soll.
Die BaFin ermittelt gegen die Betreiber von ajirockcreditunion.com wegen des Verdachts, Bankgeschäfte und Zahlungsdienste ohne die erforderliche Erlaubnis zu betreiben. Der Domain-Name ahmt bewusst den Begriff einer angelsächsischen Kreditgenossenschaft nach, um Seriösität vorzutäuschen.
Unbekannte Betreiber haben unter montante-finance24.eu die Identität der echten Montante GmbH missbraucht und bieten dort ohne Erlaubnis Bankdienstleistungen an – insbesondere Festgeldanlagen. Die echte Montante GmbH hat keinerlei Verbindung zu dieser Website. Der Fall illustriert ein typisches Muster: Betrüger stehlen den Namen eines seriösen, lizenzierten Unternehmens, um Vertrauen zu simulieren.
Die BaFin warnt vor sofortkreditplus.com. Die angeblich in Berlin ansässigen Betreiber werden verdächtigt, Bankgeschäfte und Zahlungsdienste ohne Erlaubnis anzubieten. Der Name „Sofort Kredit Plus" zielt erkennbar auf Personen, die schnell und unkompliziert Geld benötigen – ein klassisches Muster bei Fake-Kreditanbietern.
Die BaFin warnt vor zwei Websites, die als vermeintliche Banken auftreten: ma-banco.com und hauptstadtbank.com. Kein Kreditinstitut unter diesen Bezeichnungen ist in Deutschland zugelassen. Es gibt kein Institut namens „MA BANCO" oder „Hauptstadt Bank". Beide Seiten bieten unerlaubt Bankdienstleistungen inklusive Kreditvergabe an. Interessant: ma-banco.com war bereits im März 2025 unter mabanco.com gewarnt worden – die Betreiber wechselten schlicht die Domain.
Die BaFin ermittelt gegen die Betreiber von universumkredit.com, die unter mehreren Bezeichnungen auftreten: UNIVERSUMKREDIT-FINANCIA, UNIVERSUM KREDIT-FINANCIA und UNIVERSUM-KREDIT-FINANCIA – alle angeblich mit Sitz in Leipzig. Keine dieser Bezeichnungen ist bei der BaFin lizenziert. Mehrere Firmennamen für ein und dasselbe Angebot sind ein typisches Warnsignal.
Die BaFin stellt klar, dass lebenkredit.eu keinerlei Erlaubnis nach KWG besitzt und nicht unter BaFin-Aufsicht steht. Auffällig: Die im Website-Impressum angegebene Adresse „Albrechtstrasse 48, 85017 Ingolstadt" existiert nicht. Eine fiktive Geschäftsadresse ist ein sehr verlässliches Warnsignal – und bei lizenzierten Finanzdienstleistern undenkbar.
Unter dvagk.de boten unbekannte Betreiber Bankdienstleistungen und Festgeldanlagen ohne Erlaubnis an – dabei missbrauchten sie den Namen der Deutschen Vermögensberatung Aktiengesellschaft DVAG, einem der bekanntesten deutschen Finanzvertriebe. Die echte DVAG hat keinerlei Verbindung zu dieser Website. Ein prominenter Markenname im Domain-Namen ist kein Qualitätsmerkmal, sondern kann ein Täuschungsversuch sein.
Die BaFin ermittelt gegen den Betreiber von herlange.com. Der Websiteinhalt lässt auf ein vielfältiges, unerlaubtes Online-Kreditangebot schließen – eine KWG-Erlaubnis besteht nicht. Breite Produktvielfalt ohne nachweisbare Lizenz ist ein häufiges Muster bei Fake-Kreditplattformen.
Unter finanz-lotsen.de führten unbekannte Betreiber ohne Erlaubnis Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen durch. Gleichzeitig missbrauchten sie die Identität der Finanzlotsen Hamburg GmbH, die selbst keinerlei Verbindung zu dieser Seite hat. Die Finanzlotsen Hamburg GmbH ist ein seriöses Unternehmen und hat der Verwendung ihres Namens nicht zugestimmt.
Kein Kreditinstitut namens „MA BANCO" existiert in Deutschland – das stellt die BaFin klar. Die Website mabanco.com behauptete einen Sitz in Toulouse, bot aber Bankleistungen für den deutschen Markt ohne Erlaubnis an. Laut BaFin war die Seitenstruktur nahezu identisch mit zwei bereits früher gemeldeten Domains (fe-bank.com, bancottimo.com). Auf die erste Warnung folgte später eine Neuauflage unter ma-banco.com und hauptstadtbank.com.
Die BaFin warnte im Februar 2025 gleichzeitig vor acht nahezu identischen Websites, die als vermeintliche Online-Banken auftraten: Rylis Bank (be.rylisb.com), Eryx Bank (be.eryxb.com), Obisbank (obisbank.de), Bifasg Bank (bifasg.com), Covalix Bank (covalix.com), Monaxio Bank (monaxio.com), Orsabank (orsabank.com) und Crystalisbank (crystalisbank.com). Alle boten klassische Bankleistungen – Girokonten, Sparkonten, Privatkredite – ohne jede Erlaubnis an.
Die BaFin ermittelt gegen das Unternehmen hinter finanzielhilfen.de, das sich als „Finanzhilfen" mit Sitz Wien bezeichnet und über Social Media für Kreditverträge wirbt. Bankgeschäfte ohne BaFin-Erlaubnis – und der Name klingt zunächst nach einer neutralen Beratungsstelle. Beides sind klassische Täuschungsstrategien.
Die BaFin ordnete an, dass die E.F.B. Europäische Finanz Beratung GmbH (Frankfurt/Oder und Berlin) ihre unerlaubt erbrachten Finanzdienstleistungen sofort einstellt und abwickelt. Das Unternehmen hatte auf e-fb.de und e-fb.net Festgeld, Tagesgeld, flexible Sparkonten, ETFs und Beratungsleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis angeboten. Bei einer Abwicklungsanordnung handelt es sich um eine konkrete Behördenentscheidung – eine Stufe ernster als eine bloße Warnung.
Mit Bescheid vom 12. März 2024 ordnete die BaFin an, dass die in Tauberbischofsheim ansässige DR Deutsche Rücklagen GmbH ihr Kreditgeschäft einstellen und abwickeln muss. Das Unternehmen hatte das erlaubnispflichtige Kreditgeschäft ohne die nach § 32 Abs. 1 S. 1 KWG erforderliche Erlaubnis betrieben.
Unter zinsbund.de boten unbekannte Betreiber Bankgeschäfte – insbesondere Tages- und Festgeldanlagen – ohne Erlaubnis an. Die echte Jansen Kapitalanlagenkontor GmbH hat keinerlei Verbindung zu dieser Website. Ihr Name und möglicherweise ihre Marke wurden missbraucht. Solche Fälle sind besonders heimtückisch, weil das echte Unternehmen selbst keinerlei Schuld trifft.
Die BaFin warnt vor tageszins24.de: Unbekannte Betreiber missbrauchen die Identität der FINANZ-RAT Hanseatische Anlageberatung GmbH und bieten dort Tages- und Festgeld sowie ETFs und Fondsprodukte ohne Erlaubnis an. Das Angebot ist besonders breit – was die Seriosität eher senkt als erhöht.
Die BaFin warnte zunächst vor capitus.net (Dezember 2024) – wenige Wochen später war das Angebot nahezu identisch unter capitus.pro wieder online. Ein klares Beispiel für den „Domain-Hop": Nach einer BaFin-Warnung wechselt derselbe Anbieter einfach die Domain und macht weiter. Die BaFin reagierte mit einer zweiten Warnung im Januar 2025.
Diese Betrugstypen sind keine Einzelfälle, sondern systematisch eingesetzte Methoden. Sie sind durch Verbraucherzentralen, den Verbraucherzentrale Bundesverband und die Polizei dokumentiert – ohne Bezug zu einem spezifischen benannten Anbieter.
Anbieter versprechen schnelle Kredite – auch bei schlechter Bonität oder ohne Schufa-Prüfung. Kurz vor der angeblichen Auszahlung werden 200 bis 300 Euro als Kaution, Bearbeitungsgebühr oder Vermittlungsprovision fällig. Das Geld ist weg, der Kredit kommt nie. Dem Verbraucherzentrale Bundesverband ist kein einziger Fall bekannt, in dem nach einer Vorauszahlung tatsächlich ein Kredit ausgezahlt wurde.
Betrüger bringen Verbraucher dazu, ein POSTIDENT-Verfahren durchzuführen – angeblich für eine Lieferung, eine Sicherheitsüberprüfung oder einen Kleinanzeigenverkauf. Tatsächlich wird mit dem POSTIDENT-Coupon unbemerkt ein Kreditvertrag bei einer Bank legitimiert. Die Verbraucherzentrale warnt vor manipulierten Coupons und gefälschten Bankschreiben.
Mitarbeiter betrügerischer Trading- oder Handelsplattformen überreden Verbraucher, ein Video-Ident-Verfahren durchzuführen. Mit den so erlangten Identitätsdaten wird anschließend heimlich ein Kredit bei einer echten Bank beantragt – ohne Wissen des Betroffenen. Dieser merkt es erst, wenn die Kontoauszüge oder Mahnschreiben eintreffen.
Social-Media-Anzeigen versprechen Kredit auch bei negativer Schufa. Statt eines Darlehens erhalten Betroffene Rechnungen für eine Prepaid-Kreditkarte – oft als „Goldene MasterCard" bezeichnet – sowie kostenpflichtige Abonnements. Kein Kredit wird ausgezahlt. Der vzbv hat diese Masche mit konkreten Anbietern dokumentiert.
Anbieter versprechen „Kredit trotz Schufa" und verkaufen stattdessen teure „Finanzsanierungs"-Leistungen im vierstelligen Bereich – per Nachnahme geliefert, ohne dass der Verbraucher dem zugestimmt hat. Dies ist laut Verbraucherzentrale und mehreren Gerichtsentscheidungen rechtlich unzulässig.
Über WhatsApp, Facebook oder Telegram melden sich angebliche Kreditvermittler mit verlockenden Angeboten. Typisch: Fake-Profile, die zunächst Freundschaftsanfragen senden, dann „Erfahrungsberichte" zufriedener Kreditnehmer teilen und schließlich Vorkasse verlangen. Europäisches Verbraucherzentrum (EVZ) und Verbraucherzentralen haben diese Masche seit 2023 verstärkt dokumentiert.
Was Sie wissen sollten, bevor Sie sich an einen Kreditanbieter wenden.