Endkapital mit AVD
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Altersvorsorgedepot 2027: das neue Riester – lohnt es sich?

AVD: Staatsförderung bis 540 € Grundförderung (50 %/25 %), plus 300 € Kinderzulage je Kind, ETFs erlaubt. Vergleich mit normalem ETF-Sparplan.

Zuletzt geprüft: 1. Oktober 2026 — Reform beschlossen und am 29.5.2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. I 2026 Nr. 156; Bundestag 27.3.2026, Bundesrat 8.5.2026), Start des Neugeschäfts zum 1.1.2027. Ausstehend: Produktzertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern sowie Rechtsverordnung/BMF-Schreiben zu den zulässigen Kostenarten.

So funktioniert der Rechner

01

Beitrag + Laufzeit

Bis 1.800 €/Jahr Eigenbeitrag für die Grundförderung (50 % auf die ersten 360 €, 25 % darüber). Je länger die Laufzeit, desto stärker wirkt Zinseszins + Staatsförderung.

02

Kinder + Berufseinsteiger

Grundzulage: 50 % auf die ersten 360 €, 25 % bis 1.800 € (max. 540 €). Plus 300 € Kinderzulage je Kind (volle Zulage schon ab 25 €/Monat) und einmalig 200 € Berufseinsteiger-Bonus für unter 25-Jährige.

03

ETF-Rendite

Anders als alter Riester: kein Kapitalgarantie-Zwang. Volle Aktien-ETF-Allokation möglich (7-9 % historisch).

→ Ergebnis: Endkapital mit AVD + Vergleich zu normalem ETF-Sparplan + Förderungs-Gesamtwert.

€/Monat
50 € 500 €
Jahre
5 Jahre 40 Jahre
%
1 % 12 %
Kinder
0 5
Wie wir rechnen

Beitragsbasis: Eigenbeitrag pro Jahr; die Grundzulage gilt bis 1.800 € Eigenbeitrag. Darüber hinausgehende Einzahlungen (bis insgesamt 6.840 €/Jahr) sind möglich, erhöhen die Zulage aber nicht.

Förderquote: 50 % auf die ersten 360 €, 25 % auf 360–1.800 € Eigenbeitrag (max. 540 € Grundzulage). Kinderzulage 300 € je Kind (volle Zulage schon bei 25 €/Monat). Einmalig 200 € Berufseinsteiger-Bonus bei Vertragsabschluss vor dem 25. Geburtstag.

Förder-Cap: Beispiel: 1.800 € Eigenbeitrag ergeben 540 € Grundzulage (180 € + 360 €).

ETF-Investment: Beiträge + Förderung monatlich in ETF mit deiner Rendite-Annahme. Beim AVD KEINE Kapitalgarantie mehr (anders als Alt-Riester) – das erlaubt volle Aktien-Allokation.

Vergleich: Wir vergleichen mit "normalem ETF-Sparplan" mit gleichem Eigenbeitrag (ohne Förderung). Vereinfacht ohne Vorabpauschale/KESt — sonst wäre der Vergleich noch günstiger für AVD.

Steuer in der Auszahlungsphase: Die Erträge wachsen in der Ansparphase steuerfrei; die spätere Rente wird nachgelagert besteuert. Die genauen Auszahlungsregeln richten sich nach dem finalen Gesetz und sind im Vergleich nicht modelliert.

Fazit

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Einordnung

Das Altersvorsorgedepot (Start 1. Januar 2027; Bundestag 27.3.2026, Bundesrat 8.5.2026) soll gefördertes, ETF-basiertes Sparen für die Rente ermöglichen — als Alternative zur Riester-Rente.

Gut zu wissen

Anders als klassische Riester-Verträge sollen kostengünstige ETFs ohne Garantiezwang erlaubt sein — mehr Renditechance, mehr Schwankung. Details je finalem Gesetz.

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Was kostet ein AVD? Erste Anbieter-Konditionen

Der Gesetzgeber deckelt die Effektivkosten des Standardprodukts bei 1,0 % pro Jahr. Im August 2026 hat Scalable Capital als erster Anbieter konkrete Konditionen angekündigt: im Standard-Depot 0 € für Konto- und Depotführung, Sparpläne, Ein- und Auszahlungen sowie Käufe und Verkäufe; laufende ETF-Kosten von maximal 0,15 % p. a., die im ersten Jahr entfallen sollen. In der freieren Variante („Selbst entscheiden“) fallen im FREE-Tarif 0,99 € je Kauf oder Verkauf an, im PRIME+-Tarif keine Ordergebühr.

Im September 2026 folgten weitere Broker: flatex (24.9.2026) kündigt für sein Standarddepot Core 0 € Depot-, Vertrags- und Orderkosten für Sparpläne und Einmalanlagen an und erstattet die laufenden ETF-Kosten mindestens in den ersten fünf Jahren, danach max. 0,07 % p. a. Smartbroker+ (13.9.2026) plant ein Standarddepot ohne Depot-, Sparplan- und Ordergebühren und erstattet die laufenden ETF-Kosten in den ersten drei Jahren (Verlängerung nur unter Bedingungen). Spreads und befristete Aktionen beachten.

Trade Republic wirbt ebenfalls für ein Angebot ab Januar 2027, die ING führt eine Warteliste. Verbindlich sind all diese Angaben noch nicht — endgültige Preise stehen erst mit der Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern und dem Preis- und Leistungsverzeichnis fest. Und es eilt nicht: Die Förderung für das gesamte Jahr 2027 gibt es auch noch rückwirkend im Dezember 2027.

Quellen: Stiftung Warentest, 27.8.2026 · onvista, 21.8.2026 · flatexDEGIRO (EQS), 24.9.2026 · wallstreet-online, 13.9.2026. Stand: 1. Oktober 2026. Keine Anlageberatung.

Wann brauchst du diesen Rechner? #

Vier typische Situationen, in denen sich der Aufruf konkret rechnet:

1
Vor einer Entscheidung

Bevor du einen Vertrag unterschreibst — schwarz auf weiß die echten Zahlen.

2
Verschiedene Varianten testen

Wie wirken sich Änderungen (Betrag, Laufzeit, Steuerklasse) konkret aus?

3
Zielwert prüfen

Ist dein Plan mathematisch realistisch — oder zu optimistisch?

4
Beratungs-Vorbereitung

Mit konkreten Zahlen ins Gespräch mit Bank/Steuerberater gehen.

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Wie wird das berechnet?

Die Berechnung berücksichtigt die aktuelle Gesetzeslage 2026 sowie marktübliche Konditionen. Details findest du unten in der ausführlichen Erklärung.

Häufige Fragen

Was ist das Altersvorsorgedepot (AVD)?
Der staatlich geförderte Riester-Nachfolger, der ab dem 1. Januar 2027 startet. Wichtigster Unterschied: KEINE Kapitalgarantie mehr – du kannst in ETFs investieren. Der Staat fördert mit 50 % auf die ersten 360 € und 25 % bis 1.800 € Eigenbeitrag — max. 540 € Grundförderung, plus 300 € Kinderzulage je Kind und einmalig 200 € Berufseinsteiger-Bonus (unter 25).
Wie hoch ist die Förderung?
Maximal 540 € Grundförderung plus 300 € Kinderzulage je Kind und einmalig 200 € Berufseinsteiger-Bonus.
Wie wird das AVD besteuert?
In der Ansparphase bleiben die Erträge im Depot steuerfrei – der Zinseszins wirkt also unversteuert, anders als beim normalen ETF-Depot mit Vorabpauschale und KESt. Die Auszahlungen im Rentenalter werden nachgelagert besteuert. Die genauen Auszahlungs- und Besteuerungsregeln richten sich nach dem finalen Gesetz.
Lohnt sich das AVD vs. normales ETF-Depot?
Durch die Zulagen (bis 540 € Grundzulage plus 300 € je Kind) und die steuerfreie Ansparphase lohnt sich das AVD gegenüber einem normalen ETF-Depot vor allem für Familien mit Kindern und bei langer Laufzeit. Ohne Kinder fällt der Vorteil kleiner aus – die geschenkte Grundzulage bleibt aber ein Plus gegenüber dem ungeförderten Depot.
Können Selbständige das AVD nutzen?
Ja – das ist eine zentrale Neuerung gegenüber Riester. Selbständig Erwerbstätige mit Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) oder selbständiger Arbeit (§ 18 EStG) sowie Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke sind ab 2027 unmittelbar förderberechtigt und erhalten die volle Zulage. Grundlage ist das Altersvorsorgereformgesetz, verkündet am 29. Mai 2026 (BGBl. I 2026 Nr. 156).
Ab wann kann ich ein AVD eröffnen?
Das Neugeschäft startet zum 1. Januar 2027. Der gesetzliche Rahmen ist beschlossen und am 29. Mai 2026 im Bundesgesetzblatt verkündet (BGBl. I 2026 Nr. 156; Bundestag 27. März 2026, Bundesrat 8. Mai 2026). Ausstehend sind noch die Produktzertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern sowie Rechtsverordnung und BMF-Schreiben zu den zulässigen Kostenarten. Vor 2027 kannst du noch kein AVD abschließen – dieser Rechner zeigt dir aber schon heute die geplante Förderhöhe.
Wann und wie wird das AVD ausgezahlt?
Nach dem aktuellen Entwurf frühestens ab dem 65. Lebensjahr. Zur Wahl stehen eine lebenslange Leibrente oder ein Auszahlungsplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr laufen muss. Zusätzlich soll zu Rentenbeginn eine Teilkapitalauszahlung von bis zu 30 % des Guthabens möglich sein. Die Details richten sich nach dem finalen Gesetz.
Kann ich meinen bestehenden Riester-Vertrag ins AVD übertragen?
Für Riester-Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt Bestandsschutz – eine automatische Umwandlung findet nicht statt. Du kannst den Vertrag unverändert weiterführen, nur ins neue Zulagensystem wechseln oder ihn in ein neu eröffnetes AVD übertragen. Bei korrekter Übertragung bleibt das Guthaben im geförderten System, bereits erhaltene Zulagen müssen in der Regel nicht zurückgezahlt werden; eine Übertragung kann jedoch Kosten verursachen (Quelle: BMF-FAQ zur Reform der privaten Altersvorsorge).

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