💳 BNPL & Klarna 🧭 Schritt-für-Schritt 🛡️ SCHUFA-Schutz

Klarna-Schulden? Du bist nicht allein –
und es gibt einen klaren Ausweg

Über 8 Millionen BNPL-Nutzer in Deutschland sind mindestens einmal mit einer Zahlung in Verzug geraten. Wenn Mahngebühren, offene Forderungen und SCHUFA-Angst sich anhäufen – hier ist der Weg heraus: Schritt für Schritt, ohne Panik.

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Das Problem ist größer als du denkst: Rund 40 % der Klarna-Nutzer in Deutschland haben laut Branchenstudien gleichzeitig mehr als eine offene Forderung. Viele bemerken die schleichende Schuldenfalle erst, wenn die erste Mahnung im Postfach liegt.

Warum Klarna-Schulden so schnell entstehen

Klarna ist das Paradebeispiel für Buy Now, Pay Later (BNPL): Du kaufst heute, zahlst in 14 oder 30 Tagen – oder in bequemen Raten. Das klingt entspannt, ist aber psychologisch riskant. Wer mehrere Shops gleichzeitig nutzt, verliert leicht den Überblick, wie viel er tatsächlich schuldet.

Typisches Szenario: Im Januar nutzt du Klarna bei ASOS, im Februar bei Zalando, im März bei About You. Plötzlich kommen drei Fälligkeiten im gleichen Monat – und das Girokonto macht nicht mit. Eine Forderung wird überfällig, Mahngebühren entstehen, die Spirale beginnt.

📊 Wie Klarna-Schulden eskalieren

  • Stufe 1: Fälligkeit verpasst → Klarna mahnt per App & E-Mail (keine Gebühr)
  • Stufe 2: 1. schriftliche Mahnung → erste Mahngebühr (meist 1–2,50 €)
  • Stufe 3: 2. Mahnung nach ≥4 Wochen → Androhung SCHUFA-Eintrag
  • Stufe 4: Übergabe an Inkasso (Riverty) → höhere Inkassogebühren
  • Stufe 5: Negativer SCHUFA-Eintrag → schlechterer Score für bis zu 3 Jahre

Schritt 1: Vollständigen Überblick verschaffen

Bevor du irgendwas zahlst oder verhandelst, brauchst du eine vollständige Liste aller offenen Klarna-Forderungen. Viele Menschen unterschätzen die Gesamtsumme, weil die Posten auf mehrere Shops verteilt sind.

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Klarna-App öffnen → „Bestellungen" & „Zahlungen"

In der Klarna-App findest du unter „Zahlungen" alle offenen Posten mit Fälligkeitsdatum. Notiere alle Beträge, Shop-Namen und Fälligkeitsdaten in einer einfachen Tabelle oder Notiz.

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Mahnstatus prüfen

Hast du bereits Mahnungen per E-Mail oder Post erhalten? Suche in deinem E-Mail-Postfach nach Absendern wie „klarna.com", „riverty.com" oder bekannten Inkassobüros. Notiere, welche Forderungen schon im Mahnverfahren sind.

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Offene Retouren kontrollieren

Hast du etwas zurückgeschickt, aber die Gutschrift erscheint noch nicht? Melde Retouren aktiv in der Klarna-App – eine Retoure auf dem Postweg schiebt die Fälligkeit nicht automatisch nach hinten. Mehr dazu: Klarna Inkasso trotz Retoure.

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Schritt 2: Forderungen priorisieren

Nicht alle Klarna-Forderungen sind gleich dringend. Priorisiere nach diesem Schema:

SituationSCHUFA-RisikoPriorität
Forderung fällig, noch keine MahnungNiedrigDiese Woche begleichen
1. Mahnung erhaltenMittelSofort zahlen oder Ratenplan anfragen
2. Mahnung / Inkasso (Riverty)HochInnerhalb 24–48h handeln
Retoure offen, Fälligkeit läuftMittelRetoure in App melden, Zahlung aussetzen lassen
Forderung strittig / falschNiedrig (bei Widerspruch)Schriftlich widersprechen

Schritt 3: Ratenplan oder Stundung vereinbaren

Wenn du nicht alles auf einmal zahlen kannst, gibt es zwei Wege: den Klarna-eigenen Ratenplan und die individuelle Vereinbarung mit dem Kundendienst.

Option A: Klarna-Ratenplan in der App

Klarna bietet direkt in der App an, fällige Beträge ab ca. 50 € in Raten à 3, 6 oder 12 Monate umzuwandeln. Vorteil: sofort verfügbar, kein Anruf nötig. Nachteil: effektiver Jahreszins von bis zu 18,99 % – deutlich teurer als ein klassischer Ratenkredit.

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Tipp: Kosten vergleichen. Bei höheren Beträgen (ab ca. 500 €) kann ein FLORIN+ Kleinkredit mit niedrigerem Zinssatz günstiger sein als Klarnas Ratenfunktion. Nutze unseren BNPL-Kosten-Rechner, um den Unterschied zu sehen.

Option B: Individuelle Vereinbarung mit Klarna

Für größere Beträge oder wenn die App-Ratenfunktion nicht verfügbar ist, kontaktiere Klarna direkt. Der Kundendienst kann individuelle Stundungen, Zahlungspläne oder in seltenen Fällen sogar Vergleichsangebote machen.

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Klarna Kundendienst kontaktieren

Am schnellsten über die Klarna-App (Chat) oder per E-Mail an kundendienst@klarna.de. Telefon: 0800 723 8033 (kostenfrei).

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Situation klar kommunizieren

Erkläre sachlich, dass du Zahlungsschwierigkeiten hast und einen Ratenplan oder Zahlungsaufschub beantragst. Nenne konkrete Zahlen: Gesamtbetrag, welchen Monatsrate du dir leisten kannst.

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Vereinbarung schriftlich bestätigen lassen

Bitte immer um eine schriftliche Bestätigung der Vereinbarung per E-Mail. Mündliche Zusagen sind im Streitfall schwer durchzusetzen.

Schritt 4: SCHUFA-Auswirkungen verstehen und begrenzen

Viele denken, allein das Verpassen einer Zahlung führt zu einem negativen SCHUFA-Eintrag. Das stimmt nicht. Klarna muss vor einem Negativeintrag:

  • Mindestens zweimal gemahnt haben,
  • zwischen den Mahnungen mindestens vier Wochen gewartet haben,
  • dich ausdrücklich auf den drohenden SCHUFA-Eintrag hingewiesen haben,
  • und die Forderung muss über 100 € liegen (oder in speziellen Fällen auch darunter bei Titulierung).

Das bedeutet: Du hast Zeit zu handeln. Wer spätestens nach der zweiten Mahnung zahlt oder einen verbindlichen Ratenplan vereinbart, schützt in der Regel seinen SCHUFA-Score.

SCHUFA bereits eingetragen? Wenn du nach einem Klarna-Mahnverfahren einen negativen Eintrag befürchtest, prüfe deinen aktuellen Score mit dem SCHUFA-Simulator und fordere einmal jährlich kostenlos deinen vollständigen SCHUFA-Report unter meineschufa.de an.

Schritt 5: Fehlerhafte Forderungen widersprechen

Nicht jede Klarna-Forderung ist berechtigt. Häufige Fehlerquellen: Retouren, die nicht korrekt verbucht wurden, doppelte Buchungen oder technische Fehler beim Händler. Wenn du eine Forderung für falsch hältst:

  • Widerspreche schriftlich – per E-Mail und per Einschreiben,
  • lege Beweise bei (Retourenschein, Sendungsverfolgung, Screenshots),
  • zahle die strittige Forderung nicht – Zahlung gilt als Anerkenntnis,
  • schalte bei fehlendem Einlenken die Verbraucherzentrale ein.

Details zum Vorgehen bei Retoure-Problemen: Klarna Inkasso trotz Retoure – Was tun?

Schritt 6: Langfristig BNPL-Fallen vermeiden

Wer einmal in der Klarna-Schuldenfalle war, hat gute Gründe, BNPL künftig bewusster einzusetzen. Die Grundregel ist simpel: Nutze „Später bezahlen" nur für Beträge, die du heute schon auf dem Konto hast.

Die größten BNPL-Risiken – überhöhte Zinsen bei Ratenfunktion, fehlende Budgetkontrolle, Auswirkungen auf Bonität – erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber: BNPL-Fallen: Alle Risiken 2026.

📊

Was Klarna wirklich kostet: Bei einem 500-€-Einkauf auf 12 Monate Rate mit 18,99 % Jahreszins zahlst du rund 52 € extra. Unser BNPL-Kosten-Rechner zeigt dir den genauen Betrag für deine Situation.

Häufig gestellte Fragen

Wie bekomme ich Klarna-Schulden am schnellsten weg?
Öffne die Klarna-App und verschaffe dir einen vollständigen Überblick aller offenen Posten. Priorisiere überfällige Forderungen, da diese als erste einen negativen SCHUFA-Eintrag verursachen können. Für kleinere Beträge biete Sofortzahlung an, für größere Beträge nutze den Klarna-eigenen Ratenplan oder bitte den Kundendienst um individuelle Stundung.
Bekomme ich durch Klarna-Schulden einen SCHUFA-Eintrag?
Ein negativer SCHUFA-Eintrag entsteht nicht sofort beim Versäumen einer Zahlung. Klarna muss vorher zweimal gemahnt haben, zwischen den Mahnungen mindestens vier Wochen liegen und dich auf den drohenden SCHUFA-Eintrag hingewiesen haben. Zahlst du vor Abschluss dieses Verfahrens, schützt du deinen Score.
Kann ich mit Klarna über die Schulden verhandeln?
Ja. Klarna bietet in der App Ratenoptionen an. Für individuelle Lösungen – Stundung, Vergleich oder Teilzahlung – musst du direkt den Klarna-Kundendienst kontaktieren. Klarna hat wirtschaftliches Interesse daran, die Forderung beizutreiben, und ist daher häufig verhandlungsbereit.
Was passiert wenn ich Klarna komplett ignoriere?
Klarna mahnt zunächst per E-Mail und App, verhängt Mahngebühren, übergibt die Forderung bei Nichtzahlung an Riverty (Inkasso) und meldet schließlich einen negativen Eintrag an die SCHUFA. Der Eintrag bleibt drei Jahre nach Begleichung im Register.
Wie lange bleiben Klarna-Schulden in der SCHUFA?
Nach vollständiger Begleichung wird ein negativer SCHUFA-Eintrag drei Jahre nach Ende des Forderungsjahres gelöscht. Je schneller du die Schulden begleichst, desto früher startet diese Frist.
Kann ich Klarna-Schulden in Raten abbezahlen?
Ja. Klarna bietet direkt in der App die Möglichkeit, fällige Beträge in Raten umzuwandeln. Beachte: Klarna-Raten können bis zu 18,99 % effektiven Jahreszins kosten – prüfe, ob ein günstiger Kleinkredit wirtschaftlich besser wäre.

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Sophia Wagner

Redakteurin bei FLORIN+. Spezialisiert auf Verbraucherfinanzen, BNPL und Schuldenfragen. Hilft Lesern, finanzielle Fallstricke zu erkennen und klug zu handeln.

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