Antworten zur Sondertilgung 2026.
Wie viel Sondertilgung ist erlaubt?
Steht im Darlehensvertrag. Übliche Sätze: 5 % der ursprünglichen Darlehenssumme pro Jahr, kostenlos. Einige Banken bieten 10 %, andere keine Sondertilgung. § 489 BGB: Nach 10 Jahren Zinsbindung kann grundsätzlich gekündigt + komplette Sondertilgung gemacht werden. Bei Wechsel der Hauptschuldnerin oder Verkauf der Immobilie meist auch außerplanmäßige Vollzahlung.
Wie viel Zinsen spare ich durch Sondertilgung?
Bei 300.000 € Hypothek, 4 % Zins, 2 % Tilgung: 5.000 € jährliche Sondertilgung sparen ca. 35.000–50.000 € Zinsen über 25 Jahre und verkürzen Laufzeit um 5–7 Jahre. Bei höheren Zinsen lohnt Sondertilgung noch mehr — pro 1 % Zinssatz steigt die Ersparnis quadratisch.
Lohnt sich Sondertilgung gegenüber ETF-Sparplan?
Mathematisch: nur wenn ETF-Rendite > Hypotheken-Zins (nach Steuern). Bei 4 % Zins müsste ETF > 5,4 % netto bringen (25 % KapErtragSt + 25 % Soli + KiSt). Realistisch oft knapp — daher Sondertilgung emotional + planungssicherer. Empfehlung: 50/50 splitten.
Was bei steigenden Zinsen während der Zinsbindung?
Sondertilgung lohnt sich besonders bei steigenden Zinsen — du schließt das günstigere Geld 'rein'. Vor allem in den letzten 3 Jahren vor Zinsbindungs-Ende: maximal sondertilgen, um Restschuld vor Anschlussfinanzierung zu minimieren. Reduziert das Anschlussfinanzierungs-Risiko massiv.
Was ist die Vorfälligkeit-Entschädigung?
Bei Sondertilgung über die vertragliche Grenze (z.B. mehr als 5 %) verlangt die Bank Schadensersatz für entgangene Zinsen. Aktuelle BGH-Rspr. (XI ZR 56/15): Vorfälligkeit muss transparent berechnet werden. Typisch 2–8 % der vorzeitig getilgten Summe. Nach 10 Jahren ab Vollauszahlung: kostenlos möglich (§ 489 BGB).
Wann sondertilgen — Beginn oder Ende des Jahres?
Mathematisch egal — aber Bank-praktisch: Anfang des Jahres bessere Wirkung (mehr Zinsersparnis). Einige Banken nur zu bestimmten Terminen (z.B. 31.12.). Im Vertrag prüfen. Wichtig: Schriftlich beauftragen, nicht nur überweisen — sonst könnte die Bank das als reguläre Rate verbuchen.