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Altersvorsorge

Frühstart-Rente: Was Eltern jetzt tun müssen

Ab 2026 zahlt der Staat 10 € pro Monat ins Depot deines Kindes. Aber musst du selbst aktiv werden – und wenn ja, wie? Der Praxis-Guide: Zeitplan, Depot-Eröffnung, Anbieterwahl und eine Checkliste zum Abhaken.

Inhalt

Das Wesentliche in 30 Sekunden

Schnellübersicht für eilige Leser

  • Kein Kind geht leer aus: Ohne eigenes Depot greift eine Auffanglösung – wer selbst eröffnet, hat mehr Kontrolle.
  • Start mit dem Geburtsjahrgang 2020, danach kommt jährlich der nächste Jahrgang dazu.
  • Bei der Anbieterwahl zählen niedrige Kosten, breite ETF-Auswahl und einfache Verwaltung per App.
  • Freiwilliges Aufstocken verstärkt den Effekt enorm – schon 25 €/Monat verändern das Endergebnis deutlich.
  • Details richten sich nach dem finalen Gesetz – die Eckpunkte stehen, die Umsetzung läuft 2026/27 an.

Frühstart-Rente kurz erklärt #

Der Staat zahlt vom 6. bis zum 18. Lebensjahr 10 € pro Monat in ein kapitalgedecktes Altersvorsorgedepot für dein Kind – insgesamt bis zu 1.440 €. Das Geld wird investiert, wächst über Jahrzehnte mit Zinseszins und bleibt bis zum Renteneintritt steuerfrei. Wie das im Detail funktioniert, erklärt unser Überblick Frühstart-Rente 2026. Hier geht es um die Praxis: Was musst du als Elternteil tun?

Ist mein Kind schon dran? #

Die Förderung startet jahrgangsweise. Den Anfang macht der Geburtsjahrgang 2020 – also Kinder, die zum Programmstart sechs Jahre alt sind. In den Folgejahren rückt jeweils der nächste Jahrgang nach. Das Gesetz soll rückwirkend zum 1. Januar 2026 gelten, sodass die erste Prämie nachträglich gutgeschrieben wird. Für ältere Kinder, die 2026 schon über sechs sind, kommt es auf die konkrete Ausgestaltung im finalen Gesetz an.

Muss ich aktiv werden? #

Kurz: Du musst nicht – aber es lohnt sich meist. Eröffnen Eltern kein Depot, greift eine unbürokratische Auffanglösung: Die nicht abgerufenen Mittel werden jahrgangsweise angelegt und später in einen individuellen Vertrag übertragen. Die Prämie verfällt also nicht.

Wer selbst ein Depot eröffnet, entscheidet aber über Anbieter, Anlagestrategie und Kosten – und kann freiwillig aufstocken. Über die lange Laufzeit machen Kostenunterschiede und die Aktienquote einen erheblichen Unterschied. Genau deshalb ist die aktive Variante für die meisten Familien die bessere Wahl.

In 4 Schritten: Depot eröffnen #

1
Anbieter vergleichen

Direktbanken und Neobroker werden Frühstart-Renten-Depots anbieten. Achte auf Depotgebühr, Sparplankosten und ETF-Auswahl.

2
Depot auf das Kind eröffnen

Die Eröffnung läuft digital – du legitimierst dich als Elternteil und eröffnest das Depot im Namen des Kindes.

3
ETF & ggf. Sparrate wählen

Ein breit gestreuter Aktien-ETF (z. B. MSCI World / FTSE All-World) ist der Klassiker. Optional legst du eine eigene monatliche Aufstockung fest.

4
Prämie läuft automatisch

Die staatliche Prämie von 10 €/Monat wird auf das Depot gebucht. Danach heißt es: laufen lassen und den Zinseszins arbeiten lassen.

Anbieter richtig auswählen #

Worauf es bei der Anbieterwahl ankommt
KriteriumWorauf achten
Kostenniedrige oder keine Depotgebühr, günstige oder kostenlose Sparpläne
ETF-Auswahlbreit gestreute Welt-ETFs mit niedriger TER (idealerweise ≤ 0,20 %)
Verwaltungeinfache App/Weboberfläche, klare Übersicht über Prämie und Wert
Frühstart-RenteAnbieter unterstützt die staatliche Prämie und die spätere Überleitung ins AVD

Aufstocken – ja oder nein? #

Die 10 € des Staates sind ein Anfang, kein Vermögensplan. Der wahre Hebel liegt in der Zeit: Über mehr als 60 Jahre wächst schon eine kleine monatliche Aufstockung stark. Wie viel bei deinem Kind zusammenkommt – mit und ohne eigene Einzahlung – zeigt dir unser Rechner. Ob eine Frühstart-Rente oder ein flexibles Kinderdepot besser passt, vergleichen wir im Beitrag Frühstart-Rente vs. eigenes Kinderdepot.

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Checkliste & häufige Fehler #

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Typische Fehler
  • Zu teurer Anbieter: Hohe Gebühren fressen über Jahrzehnte einen großen Teil der Rendite.
  • Zu sicher angelegt: Bei 60 Jahren Anlagehorizont ist ein hoher Aktienanteil meist sinnvoll.
  • Verwechslung mit flexiblem Sparen: Das Geld ist bis zur Rente gebunden – für Studium oder Führerschein braucht es ein zusätzliches, frei verfügbares Depot.

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Quellen

Stand: Juli 2026. Grundlage ist das Eckpunktepapier vom Dezember 2025; das finale Gesetz kann in Details abweichen. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Finanzberatung dar.

Monika Bauer
Über die Autorin
Monika Bauer
Steuer- & Vorsorge-Redaktion, FLORIN+

Monika erklärt komplexe Steuer- und Vorsorgethemen so, dass Nicht-Steuerberater sie verstehen. Schwerpunkt: konkrete Zahlen statt Paragrafen-Lyrik.

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