Riester behalten oder ins Altersvorsorgedepot wechseln?
Mit der Reform ab 2027 wird Riester durch das Altersvorsorgedepot abgelöst. Dein bestehender Vertrag läuft weiter – aber lohnt sich das noch, oder solltest du wechseln? Die ehrliche Entscheidungshilfe.
Inhalt
Das Wesentliche in 30 Sekunden
Schnellübersicht für eilige Leser
- Bestehende Riester-Verträge laufen weiter – keine automatische Kündigung oder Umwandlung.
- Ab 2027 sind keine neuen Riester-Abschlüsse mehr möglich; ein Wechsel ins Altersvorsorgedepot ist freiwillig.
- Behalten spricht: genutzte Garantie, hohe Zulagen, Nähe zur Rente, teurer Ausstieg.
- Wechseln spricht: hohe Kosten im Altvertrag, langer Anlagehorizont, Wunsch nach ETF-Rendite.
- Nicht überstürzen: Der Wechsel-Weg wird erst mit der Umsetzung 2027 konkret – erst rechnen, dann entscheiden.
Was ändert sich für Riester-Sparer? #
Die Reform der privaten Altersvorsorge ersetzt die Riester-Rente durch das Altersvorsorgedepot (AVD). Für dich als bestehenden Riester-Sparer heißt das konkret: Dein Vertrag bleibt bestehen und kann weiter bespart werden. Es gibt keine Zwangskündigung und keine automatische Umwandlung. Was nicht mehr geht: einen neuen Riester-Vertrag abschließen – das ist ab 2027 nicht mehr möglich. Wer will, kann freiwillig ins Altersvorsorgedepot wechseln; der Anbieterwechsel soll dabei künftig erleichtert werden.
Wann sich Behalten lohnt #
Dein Riester-Vertrag kann trotz der bekannten Schwächen gute Gründe haben, zu bleiben:
- Du bist nah an der Rente. Kurz vor der Auszahlungsphase bringt ein Wechsel wenig – der Renditevorsprung eines ETF-Depots braucht Zeit.
- Die Garantie ist dir wichtig. Riester garantiert die eingezahlten Beiträge plus Zulagen. Wer Schwankungen scheut, gibt diese Sicherheit beim AVD auf.
- Du schöpfst die Zulagen voll aus. Läuft dein Vertrag rund und günstig, ist der Wechselaufwand oft nicht gerechtfertigt.
- Ausstieg wäre teuer. Manche Verträge haben hohe Abschlusskosten bereits „abbezahlt" – ein Neustart würde erneut Kosten verursachen.
Wann sich der Wechsel lohnt #
Für viele – vor allem jüngere – Sparer ist das Altersvorsorgedepot die attraktivere Option:
- Langer Anlagehorizont. Bei 20+ Jahren bis zur Rente kann die ETF-Rendite ohne Garantiezwang den Unterschied machen.
- Hohe Kosten im Altvertrag. Viele Riester-Verträge sind teuer. Ein kostengünstiges AVD (Standardprodukt max. 1,0 %) lässt mehr Rendite übrig.
- Du willst in ETFs investieren. Das AVD erlaubt volle Aktienquote – Riester nicht.
- Familien mit Kindern. Die Kinderzulage von 300 € je Kind (schon ab 25 €/Monat) macht das AVD besonders attraktiv.
Riester vs. AVD im Vergleich #
| Kriterium | Riester (Bestand) | Altersvorsorgedepot |
|---|---|---|
| Kapitalgarantie | ja (Beiträge + Zulagen) | nein (dafür mehr Renditechance) |
| Anlage | meist konservativ | ETFs / Fonds möglich |
| Kosten | oft hoch | Standardprodukt max. 1,0 % |
| Grundzulage | 175 €/Jahr | bis 540 €/Jahr |
| Kinderzulage | bis 300 € je Kind | 300 € je Kind (ab 25 €/Monat) |
| Neuabschluss | ab 2027 nicht mehr | ab 2027 möglich |
So gehst du vor #
Wie hoch sind Kosten, garantierte Leistung und bereits erhaltene Zulagen? Die jährliche Standmitteilung hilft.
Je länger bis zur Rente, desto eher spielt der Renditevorteil des AVD seine Stärke aus.
Vergleiche „Riester weiterführen" mit „ins AVD wechseln" – inklusive Kosten und Zulagen.
Bestandsverträge laufen weiter. Warte ggf. ab, bis die AVD-Konditionen 2027 final feststehen.
Fazit #
Es gibt keine pauschale Antwort. Wer jung ist, hohe Kosten im Altvertrag hat und Rendite über Sicherheit stellt, fährt mit dem Altersvorsorgedepot meist besser. Wer nah an der Rente ist, die Garantie schätzt oder einen günstigen, gut laufenden Vertrag hat, bleibt oft besser dabei. Wichtig ist nur: Es ist deine freie Entscheidung – und du hast Zeit, sie in Ruhe zu treffen.
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- Bundesfinanzministerium – Fragen und Antworten zur Reform
Stand: Juli 2026. Die Reform ist beschlossen, Umsetzung zum 1. Januar 2027. Einzelne Wechsel- und Übertragungsdetails werden noch konkretisiert. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Finanz- oder Steuerberatung dar.
