Antworten zur Pfändungstabelle 2026.
Wie hoch ist der Pfändungsfreibetrag 2026?
§ 850c ZPO: Pfändungsfreigrenze 1.499,99 €/Monat (seit 1.7.2024, gilt bis 30.6.2026). Pro unterhaltsberechtigter Person zusätzlich: 1. Person 562,99 €, 2. Person 313,57 €, weitere je 250,86 € (bis max. 5 Personen). Beispiel: Single mit 2.000 € Netto → 500,01 € über Freigrenze → davon werden ca. 350 € gepfändet (nicht 100 %).
Was ist ein P-Konto?
Pfändungsschutzkonto nach § 850k ZPO. Automatischer Grundfreibetrag 1.499,99 €/Monat — geschützt vor Pfändung. Jede Bank ist gesetzlich verpflichtet, jedes Girokonto kostenlos in P-Konto umzuwandeln (§ 850k Abs. 7 ZPO). Pro Unterhaltspflicht muss zusätzlicher Freibetrag bei Bank schriftlich angemeldet werden (mit Bescheinigung).
Welche Einkünfte sind pfändbar?
§ 850 ZPO: Pfändbar ist das Netto-Arbeitseinkommen (NICHT Brutto). Steuern, KV, RV, AV gehen vorab raus. Auch Renten, Krankengeld, Arbeitslosengeld, BAföG, Bürgergeld, Kindergeld zählen. Nicht pfändbar: Mutterschaftsgeld, bestimmte Erschwerniszulagen (§ 850a ZPO), Krankenfahrkosten. Wichtig: Berechnung erfolgt nach Pfändungstabelle, NICHT linear.
Wie wird die Pfändungstabelle berechnet?
§ 850c Abs. 3 ZPO: Über dem Freibetrag wird gestaffelt gepfändet. Bis +280 € über Freibetrag: 70 % gepfändet. Bis +560 €: 90 % gepfändet. Darüber: 100 %. Aber: bei Unterhaltspflichten wird vorher der höhere Freibetrag angesetzt. Wir nutzen die offizielle Tabelle des BMJ.
Wie beantrage ich ein P-Konto?
Schreib formlos an deine Bank: "Hiermit beantrage ich die Umwandlung meines Girokontos <IBAN> in ein Pfändungsschutzkonto nach § 850k ZPO". Bank muss binnen 4 Werktagen umstellen. Prüfe Konditionen — Gebühren dürfen NICHT höher sein. Bei Verweigerung: Verbraucherzentrale + BaFin einschalten.
Was wenn der Gläubiger trotz Freibetrag voll vollstreckt?
Sofort: Vollstreckungsschutzantrag nach § 850f ZPO beim zuständigen Vollstreckungsgericht. Schritte: 1) Schriftlich beim Gericht widersprechen, 2) Nachweis der Unterhaltspflichten beilegen, 3) ggf. Gerichtsvollzieher informieren. Bei Notlage: Mindestbedürftigkeit-Antrag nach § 850f ZPO mit Sozialhilfesätzen begründen.