Antworten zum Krankengeld 2026.
Wie hoch ist das Krankengeld 2026?
§ 47 Abs. 1 SGB V: 70 % des Regelentgelts (Brutto), maximal 90 % des Netto-Entgelts. BBG-Cap 2026: 5.512,50 €/Monat — damit max ca. 3.858 € Brutto-Krankengeld/Monat (= 128,63 €/Tag). Nach RV+AV+PV-Abzug verbleiben ca. 87,5 % als Netto-Krankengeld.
Wie lange bekomme ich Krankengeld?
§ 48 SGB V: Maximal 78 Wochen (= 546 Tage) innerhalb von 3 Jahren — gerechnet für dieselbe Erkrankung. Davon werden die ersten 6 Wochen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber abgezogen — effektiv also bis zu 72 Wochen reines Krankengeld.
Was wird vom Krankengeld abgezogen?
§ 250 SGB V: Vom Brutto-Krankengeld werden RV (9,3 %), AV (1,3 %), PV (1,7–2,3 %) abgezogen — jeweils zur Hälfte. Effektiv ca. 12,4 % Abzug. Beitragsbemessung erfolgt aber auf 80 % des Regelentgelts, daher Netto-Effekt geringer. KV und PV-Beiträge zahlt die Krankenkasse selbst.
Ab wann gibt es Krankengeld?
§ 3 EFZG: Entgeltfortzahlung durch AG für die ersten 6 Wochen (= 42 Tage). Danach übernimmt die Krankenkasse das Krankengeld ab Tag 43. Voraussetzung: AU-Bescheinigung (gelber Schein) lückenlos ab Tag 1. Krankenkasse zahlt rückwirkend ab Bescheinigungsdatum.
Bekomme ich Krankengeld nach Job-Verlust?
Ja, wenn die AU-Bescheinigung während des laufenden Beschäftigungsverhältnisses oder im laufenden ALG-1-Bezug ausgestellt wurde (Nahtlosregelung § 145 SGB III). Höhe: 70 % des bisherigen ALG-1 oder des letzten Arbeitsentgelts. Auch Familienversicherte ohne eigenes Einkommen erhalten KEIN Krankengeld.
Was passiert nach Auslaufen des Krankengeldes?
Nach 78 Wochen "Aussteuerung". Optionen: (1) Rückkehr auf Arbeitsplatz mit stufenweisem Hamburger Modell. (2) Erwerbsminderungsrente beantragen (§ 43 SGB VI). (3) ALG 1 bei Arbeitsfähigkeit. (4) Bürgergeld als letzte Ressource. Achtung: Überbrückungs-Phase oft 6–12 Monate ohne Einkommen.