MyWage Research Report No. 04 · 2026

MyWage Research · Haushalt & Sparen

Sparquote und Sparverhalten in Deutschland 2026

Sparquote 9,6 % (Q2 2026), Geldvermögen 9,49 Billionen Euro (Q1 2026), 27 % ohne Ersparnisse (ING/Ipsos-Umfrage) — und eine Wohnkostenquote von 38 %. Eine Analyse der gespaltenen Haushaltssituation in Deutschland 2025/2026.

Veröffentlicht: Juli 2026 Datenstand: Q4 2025 / EVS 2023 Quellen: Destatis · Bundesbank · EZB PHF 2023

Kurzantwort · Stand: 4. Oktober 2026

Wie viel sparen die Deutschen?

Die Sparquote der privaten Haushalte lag im 2. Quartal 2026 bei 9,6 % (Vorjahresquartal: 9,5 %; Destatis) – von 100 € verfügbarem Einkommen wurden also rund 9,60 € gespart. Das Geldvermögen der Haushalte betrug im 1. Quartal 2026 rund 9,49 Billionen € (Bundesbank). Es ist sehr ungleich verteilt: Die reichsten 10 % halten 54 % des Nettovermögens. 31,9 % der Menschen leben in Haushalten, die unerwartete Ausgaben nicht aus eigenen Mitteln bezahlen können.

Die wichtigsten Zahlen
KennzahlWertZeitraumQuelle
Sparquote9,6 %Q2 2026 (Q2 2025: 9,5 %), nicht saisonbereinigtDestatis, PM 25.08.2026 (BIP Q2 2026)
Sparquote10,3 %1. Halbjahr 2025Destatis, PM 30.10.2025
Geldvermögen private Haushalte9,49 Bio. €Q1 2026Deutsche Bundesbank, Geldvermögensbildung Q1 2026
Anteil oberste 10 % am Nettovermögen54 %2023 (Median-Nettovermögen 103.200 €)Deutsche Bundesbank, PHF 2023 (Monatsbericht April 2025)
Unerwartete Ausgaben nicht stemmbar31,9 %Personen, 2025Destatis, EU-SILC 2025
Haushalte ohne Ersparnisse (Umfrage)27,0 %Dezember 2025ING Deutschland / Ipsos, Umfrage Dez. 2025 (n = 1.007)
Anteil Wohnen & Energie am Konsum38 %2023Destatis, EVS 2023, PM 09.12.2025

Amtliche Werte und Fremdstudien mit Quelle und Bezugszeitraum; MyWage-Plattformdaten sind im Report gesondert gekennzeichnet. Kennzahlen zuletzt gegen Primärquellen geprüft am 4. Oktober 2026.

Korrektur 04.10.2026: Wohneigentumsquote auf 41,9 % der Haushalte (Mikrozensus 2022), Sparquote 2021 auf 14,2 %; nicht belegte Strukturwerte zum Geldvermögen und PHF-Detailangaben entfernt.

Executive Summary — Report 04

Deutschland spart — aber tief ungleich. Die Sparquote der privaten Haushalte lag im ersten Halbjahr 2025 bei 10,3 Prozent und damit auf dem Niveau des langjährigen Vorpandemieschnitts. Gleichzeitig hat das gesamte private Geldvermögen mit 9,5 Billionen Euro (Q4 2025) einen neuen historischen Rekord erreicht. Hinter diesen Aggregaten verbirgt sich jedoch eine gespaltene Realität: 27 Prozent der Haushalte verfügen über keinerlei nennenswerte Rücklagen, während das oberste Vermögensdezil 54 Prozent des gesamten Nettovermögens hält (PHF 2023, Bundesbank). Die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe 2023 zeigt: Wohnen und Energie verschlingen bereits 38 Prozent des Haushaltsbudgets — und haben sich damit zur dominanten Ausgabenkategorie entwickelt, die im unteren Einkommensdrittel kaum Spielraum für Ersparnisse lässt.

Takeaway 01 — Sparparadox

Rekordvermögen und 27 % ohne Rücklagen schließen sich nicht aus — sie beschreiben dieselbe zweigeteilte Realität. Das Aggregat 9,5 Bio. € verschleiert die extreme Konzentration: Das oberste Dezil hält 54 % des Nettovermögens (PHF 2023).

Takeaway 02 — Wohnkostenbelastung strukturell

Wohnen & Energie = 38 % des Budgets (EVS 2023, +2 PP seit 2018). Für Haushalte im unteren Einkommensquintil liegt dieser Anteil bei bis zu 50 %. Deutschlands Mietquote von 53 % (EU-Schlusslicht) macht Haushalte besonders sensibel gegenüber Mietsteigerungen.

Takeaway 03 — Aktienkultur im Aufbau

Aktien & Investmentfonds gewinnen an Gewicht. Der Einstieg der Breitmasse in Kapitalmarktprodukte kommt spät — aber er kommt. Gleichzeitig entwertet die Niedrigzinsphase 2015–2022 das traditionelle Sparbuch real dauerhaft.

Takeaway 04 — EWA als Echtzeit-Indikator

MyWage-Plattformdaten zu Earned Wage Access (Gehaltsvorschuss) zeigen erhöhte Nachfrage in städtischen Ballungsräumen und bei der Altersgruppe 25–45 J. — ein proprietärer Frühindikator für fehlende Haushaltsliquidität kurz vor Monatsende.

Aktuelle Messgrößen 2025/2026


Alle Werte auf Basis amtlicher Statistiken und unabhängig verifizierter Erhebungen. Veränderungsangaben beziehen sich auf den jeweils angegebenen Vergleichszeitraum.

Sparquote · H1 2025
10,3 %
Sparquote privater Haushalte H1 2025
(Destatis VGR, PM PD25_N059_81)
↑ Jahreswert 2024: 11,2 %
Geldvermögen · Q4 2025
9,5 Bio. €
Geldvermögen privater Haushalte
(Bundesbank Q4 2025: 9.504 Mrd.)
↑ Neuer Rekord (Q1 2026: 9.490 Mrd.)
Ohne Rücklagen · 2025
27 %
Haushalte ohne nennenswerte Ersparnis
(ING/Ipsos-Umfrage, Dez. 2025)
↓ Strukturelles Liquiditätsrisiko
Vermögenskonzentration · 2023
54 %
Nettovermögen oberstes Dezil
(PHF 2023, Bundesbank, Umfragewert)
Konstant hohe Vermögenskonzentration
Konsumausgaben · 2023
3.030 €
Ø monatl. Konsumausgaben je Haushalt
(EVS 2023, Destatis PM Nr. 438)
↑ +12,2 % ggü. 2018 (nominal)
Wohneigentum · 2022
41,9 %
Wohneigentumsquote (Haushaltsebene)
(Mikrozensus-Zusatzprogramm 2022)
↓ EU-Schlusslicht: D = Mieterland Nr. 1

Sparquote 2015–2025: Pandemie-Sprung und Normalisierung


Sparquote: der Anteil des verfügbaren Einkommens, der gespart und nicht ausgegeben wird.

Die Sparquote der privaten Haushalte lag im ersten Halbjahr 2025 bei 10,3 Prozent 1 — leicht über dem langjährigen Vorpandemieschnitt von rund 10–11 Prozent. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 lag sie deutlich höher (2021: 14,2 Prozent, Destatis), da Konsum schlicht nicht möglich war. Seitdem hat sie sich normalisiert — aber die Verteilung hinter dem Aggregat ist heterogener denn je.

Methodischer Hinweis — Sparquote ≠ Sparfähigkeit

Ein Haushalt mit 10 % Sparquote spart sehr unterschiedliche absolute Beträge: Bei 2.000 € Nettoeinkommen sind das 200 €/Monat, bei 5.000 € netto 500 €/Monat. Für Haushalte im untersten Einkommensfünftel ist die individuelle Sparquote oft null oder negativ (Entsparung). Das Aggregat verdeckt diese strukturelle Spaltung.

Abb. 1 — Sparquote privater Haushalte 2015–2025 (in %)
Quelle: Destatis, Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen (VGR), laufende Saison. 2025 = H1 2025 (PM PD25_N059_81, Okt. 2025). Pandemiejahre 2020/2021 grau hinterlegt.

Haushaltsausgaben: Wohnen dominiert mit 38 Prozent


Konsumausgaben: die Aufteilung der privaten Haushaltsausgaben auf Kategorien wie Wohnen, Ernährung und Mobilität.

Wohnen und Energie stellen mit 38 Prozent 5 den mit Abstand größten Block der Haushaltsausgaben — zwei Prozentpunkte mehr als noch 2018. An zweiter Stelle folgen Nahrungsmittel und Getränke mit 14 Prozent, dann Verkehr mit 12 Prozent. Freizeit, Sport und Kultur kommen auf 9 Prozent. Die nominalen Konsumausgaben je Haushalt sind zwischen 2018 (2.700 €/Monat) und 2023 (3.030 €/Monat) um 12,2 Prozent gestiegen — inflationsbereinigt entspricht das einem leichten realen Rückgang.

Abb. 2 — Haushaltsausgaben nach Kategorien, EVS 2023 (Anteil in %)
Quelle: Destatis, Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023, PM Nr. 438, Dezember 2025. Basis: durchschnittlicher Haushalt, 3.030 €/Monat Konsumausgaben.
Wohnkostenschere

Für Haushalte im untersten Einkommensquintil (< 1.700 €/Monat netto) entfallen schätzungsweise 50 % oder mehr des Budgets auf Wohnen und Energie. Mit einer Mietquote von 53 % (Eurostat EU-SILC 2024) ist Deutschland EU-weit das Land mit dem höchsten Mieteranteil — die Haushalte sind damit überdurchschnittlich sensibel gegenüber Mieterhöhungen.

Geldvermögen: Rekord von 9,5 Billionen Euro


Geldvermögen: das Finanzvermögen der privaten Haushalte nach Anlageform (Bargeld, Einlagen, Wertpapiere, Versicherungen) — ohne Sachwerte wie Immobilien.

Das gesamte Geldvermögen der privaten Haushalte erreichte im vierten Quartal 2025 9.504 Milliarden Euro (9,5 Billionen) 2 — ein neuer historischer Rekord. Im ersten Quartal 2026 lag es bei 9.490 Milliarden Euro. Die Bundesbank gliedert das Geldvermögen nach Bargeld und Einlagen, Ansprüchen gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, Aktien und sonstigen Anteilsrechten, Investmentfondsanteilen sowie Schuldverschreibungen; die aktuelle Aufteilung steht in der Geldvermögensrechnung der Bundesbank.

Vermögensungleichheit: Oberstes Dezil hält 54 Prozent


Vermögensungleichheit: die Verteilung des Nettovermögens der Haushalte nach Dezilen — von den ärmsten zehn Prozent bis zum obersten Zehntel.

Deutschland gehört zu den Ländern mit der höchsten Vermögensungleichheit in der Eurozone. Das Nettovermögen — Immobilien plus Finanzvermögen minus Schulden — ist extrem konzentriert. Laut PHF 2023 der Deutschen Bundesbank hält das oberste Dezil 54 Prozent 4 des gesamten Nettovermögens (Umfragewert; sehr hohe Vermögen sind in Befragungen untererfasst, der tatsächliche Anteil dürfte daher höher liegen). Das mittlere Nettovermögen (Median) lag 2023 bei 103.200 Euro.

Ein wesentlicher Treiber: Die niedrige Wohneigentumsquote von 41,9 % der Haushalte (Mikrozensus 2022; EU-Schlusslicht) hält einen Großteil der Mittelschicht aus dem wichtigsten Vermögensbildungsmechanismus — Immobilien — heraus.

Abb. 4 — Nettovermögen nach Dezil in % (PHF 2023)
Quelle: Deutsche Bundesbank, Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF) 2023, Pressegespräch April 2025. Umfragewert (ohne DWA-Korrektur für Superreiche).

Risikogruppe: 27 Prozent ohne nennenswerte Rücklagen


Rücklagen (Liquiditätspuffer): Ersparnisse, mit denen ein Haushalt einen unerwarteten Ausgabenschock abfangen kann — betrachtet wird der Anteil der Haushalte, dem dieser Puffer fehlt.

Rund 27 Prozent der deutschen Haushalte 3 verfügen über keinerlei nennenswerte finanzielle Rücklagen — sie könnten einen unerwarteten Ausgabenschock von 1.000 € nicht ohne weiteres schultern (ING/Ipsos, Dezember 2025). Die Risikogruppe ist besonders stark unter Alleinerziehenden, Geringverdienern (unter 1.700 € netto) und Rentner:innen mit gesetzlicher Mindestrente vertreten.

Die Bundesbank-Befragung PHF 2023 zeigt aus anderem Winkel: Rund 13 % der Haushalte können mangels finanzieller Möglichkeiten nicht sparen.

Proprietärer Indikator — MyWage Research (EWA)

MyWage-Plattformdaten zu Earned Wage Access (Gehaltsvorschuss) zeigen erhöhte Nachfrage in Ballungsräumen (Berlin, Köln, München) und bei der Altersgruppe 25–45 Jahre. Diese Gruppe trägt den höchsten Haushaltsfinanzierungsdruck der Familienphase. Der Gehaltsvorschuss als kurzfristiger Liquiditätspuffer vor dem Monatsende ist ein Echtzeit-Frühindikator für fehlende Rücklagen — er wird sichtbar, bevor amtliche Statistiken publiziert werden.

Basis: Aggregierte MyWage-Plattformdaten (anonymisiert), Stand: H1 2026.

Interaktiv: Zinseszins-Sparrechner 2026


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Endkapital
—
Davon eingezahlt
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Zinseszinsertrag
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Kapitalwachstumsfaktor
—
Kapitalzusammensetzung
Eingezahltes Kapital Zinseszinsertrag

* Berechnung ohne Steuern (Abgeltungsteuer 26,375 %), Inflation und Kosten/Gebühren. Historische Renditen sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Für verbindliche Finanzplanung bitte Berater hinzuziehen. Tagesgeldrendite bezieht sich auf den Stand Q2 2026.

Quellen & Methodik


  1. Statistisches Bundesamt (Destatis): Sparquote privater Haushalte H1 2025, PM PD25_N059_81, 28. Oktober 2025. Online: destatis.de
  2. Deutsche Bundesbank: Geldvermögensbildung und Außenfinanzierung in Deutschland im vierten Quartal 2025. Frankfurt, 2026. Gesamtvermögen Q4 2025: 9.504 Mrd. Euro.
  3. ING Deutschland / Ipsos: Umfrage Ersparnisse und Finanzpolster der deutschen Haushalte, Dezember 2025. Anteil ohne nennenswerte Rücklagen: 27 %.
  4. Deutsche Bundesbank: Private Haushalte und ihre Finanzen (PHF) 2023, Pressegespräch April 2025. Nettovermögensanteil oberstes Dezil (Umfragewert): 54 %; Median-Nettovermögen 103.200 €.
  5. Statistisches Bundesamt (Destatis): Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023 — Konsumausgaben privater Haushalte, PM Nr. 438, 9. Dezember 2025. Wohnen 38 %, Nahrung 14 %, Verkehr 12 %, Freizeit 9 %.
  6. Statistisches Bundesamt (Destatis): Mikrozensus-Zusatzprogramm Wohnen 2022. Wohneigentumsquote (Haushaltsebene): 41,9 %.
  7. Eurostat / Destatis: Mieteranteil im europäischen Vergleich, EU-SILC 2024, veröffentlicht April 2026. Deutschland: 52,8 % Mieter — EU-Schlusslicht.
  8. MyWage Research: Proprietäre Plattformdaten Earned Wage Access (EWA), aggregiert und anonymisiert, H1 2026. Frühindikator Haushaltsliquidität.
HinweisKreditaufnahme kostet Geld.