MyWage Research · Report No. 06 / 2026
Wohnen & Mietbelastung

Mietbelastung und Wohnkosten in Deutschland 2026

Mieten steigen, Wohnungen fehlen

206.600 fertiggestellte Wohnungen — der niedrigste Stand seit 2012. Angebotsmieten bei Wiedervermietung 11,11 €/m² (2025, +3,5 %), 47,2 % Eigentumsquote — EU-Schlusslicht. MyWage Research legt die umfassendste Analyse des deutschen Wohnungsmarkts 2025 vor.

Destatis, Bundesbank, ImmoScout24, Zensus 2022 August 2026 Report No. 06

Kurzantwort · Stand: 4. Oktober 2026

Wie viel Einkommen geben Mieter in Deutschland für Miete aus?

Mieterhaushalte in Deutschland zahlen im Schnitt 27,9 % ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Bruttokaltmiete (Mikrozensus 2022). Als überbelastet gilt, wessen Wohnkosten 40 % des verfügbaren Einkommens übersteigen: Das betraf 2025 11,2 % der Bevölkerung (EU: 7,7 %). Die Mieten steigen weiter – der Nettokaltmietindex lag 2025 bei 110,0 (2020 = 100) –, während 2025 nur 206.600 Wohnungen fertig wurden, so wenige wie seit 2012 nicht.

Die wichtigsten Zahlen
KennzahlWertZeitraumQuelle
Mietbelastungsquote (Ø Mieterhaushalte)27,9 %Bruttokaltmiete in % des Nettoeinkommens, 2022Destatis, Mikrozensus 2022
Wohnkostenüberbelastung (> 40 %)11,2 %Bevölkerung, 2025 (EU: 7,7 %)Destatis, EU-SILC 2025
Ø Nettokaltmiete Bestand7,28 €/m²2022Zensus 2022
Index Nettokaltmieten110,02025, 2020 = 100 (+2,1 %)Destatis, PM 16.01.2026
Fertiggestellte Wohnungen206.6002025 (−18,0 %)Destatis, PM 22.05.2026
Wohneigentumsquote47,2 %Personen, EU-SILC; EU 2024: 68 %Destatis / Eurostat, EU-SILC

Amtliche Werte und Fremdstudien mit Quelle und Bezugszeitraum; MyWage-Plattformdaten sind im Report gesondert gekennzeichnet. Kennzahlen zuletzt gegen Primärquellen geprüft am 4. Oktober 2026.

Korrektur 04.10.2026: Wohnkostenüberbelastung auf den amtlichen Wert (11,2 % der Bevölkerung, EU-SILC 2025) korrigiert, Bestandsmiete auf Zensus 2022 (7,28 €/m²), Mietindex 2025 auf 110,0 und EU-Eigentumsquote auf 68 % (2024). Zweite Prüfung: Städtemieten auf ImmoScout24 WohnBarometer Q2 2026, Angebotsmieten auf BBSR 2025, Mietbelastung nach Einkommen auf Mikrozensus 2022; nicht belegte Angabe „+42 % Mieten vs. +31 % Löhne“ entfernt.

Vier Fakten, die den Markt definieren

Deutschland steckt in einer strukturellen Wohnungsfalle: Das Angebot wächst nicht, Neuvertragsmieten liegen weit über den Bestandsmieten, und Mieterhaushalte zahlen im Schnitt 27,9 % ihres Nettoeinkommens allein für die Bruttokaltmiete.

−18 %
Fertigstellungsrückgang 2025 — nur 206.600 neue Wohnungen, der niedrigste Stand seit 2012. Das Ziel von 400.000/Jahr ist seit 2023 unerreichbar.
11,11 €
pro m² kostete eine inserierte Wohnung bei Wiedervermietung 2025 im Bundesschnitt (+3,5 %) — rund 43 % mehr als die durchschnittliche Bestandsmiete (BBSR).
47,2 %
Wohneigentumsquote — Deutschland ist EU-Schlusslicht. Der EU-Durchschnitt lag 2024 bei 68 % (Eurostat).
11,2 %
der Bevölkerung leben in Haushalten, deren Wohnkosten 40 % des verfügbaren Einkommens übersteigen — Wohnkostenüberbelastung nach EU-Definition (EU-SILC 2025; EU: 7,7 %).
München Angebotsmiete
20,12 €/m²
Bestandsbau Q2 2026 (Neubau 27,16 €)
Berlin Angebotsmiete
13,18 €/m²
Bestandsbau Q2 2026 (Neubau 21,04 €)
Bundesdurchschnitt
7,28 €/m²
Ø Nettokaltmiete Bestand (Zensus 2022)
Bauüberhang
760.700
Genehmigte, unfertige WE
Erloschene Genehmigungen
35.700
Höchstwert seit 2002
Mietindex 2025
110,0
Basis 2020 = 100 (Destatis)

„Deutschland steckt in einer strukturellen Wohnungsfalle: Das Angebot wächst nicht, Neuvertragsmieten liegen weit über den Bestandsmieten, und Mieterhaushalte zahlen im Schnitt fast 28 Prozent ihres Einkommens allein für die Bruttokaltmiete. Eine Eigentumsquote von 47,2 Prozent zeigt: Das finanzielle Fundament fehlt einem Großteil der Bevölkerung."

Robert Moukabary — Gründer, MyWage GmbH

Mietpreisentwicklung 2023–2025

Bestandsmieten steigen moderat (Nettokaltmieten 2025: +2,1 %), Neuvertragsmieten deutlich stärker: Bei Wiedervermietung lagen die inserierten Mieten 2025 bundesweit bei 11,11 €/m² (+3,5 %), rund 43 % über der Bestandsmiete. Die Nominallöhne stiegen zuletzt schneller als die Bestandsmieten — wer umziehen muss, zahlt aber deutlich mehr.

Abb. 1 — Mieten und Löhne: Veränderung gegenüber Vorjahr 2023–2025 (%)
Quellen: BBSR (Angebotsmieten Wiedervermietung, 10.06.2026); Destatis (VPI Nettokaltmieten; Nominallohnindex).
MyWage Plattform-Daten

MyWage-Nutzerauswertungen zeigen: Haushalte mit Nettoeinkommen unter 2.000 Euro wenden im Median 42 % ihres Einkommens für Wohnen auf — die EU-Schwelle für Wohnkostenüberlastung (40 %) wird regelmäßig überschritten. Bei Einkommen über 3.500 Euro sinkt dieser Anteil auf 18 %.

Bestandsmieten vs. Angebotsmieten: Die wachsende Schere

Der Zensus 2022 weist eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 7,28 €/m² für bestehende Mietverhältnisse aus. Online inserierte Wohnungen kosteten bei Wiedervermietung 2025 bundesweit 11,11 €/m² (BBSR) — in großen kreisfreien Städten rund 14 €/m², in dünn besiedelten ländlichen Kreisen 8,64 €/m². Der Anstieg hat sich verlangsamt (2023: +5,7 %, 2024: +4,8 %, 2025: +3,5 %), die Schere zum Bestand bleibt aber groß: Wer umziehen muss, zahlt deutlich mehr.

Stadtvergleich: Angebotsmieten 2026

Bei Bestandswohnungen reichen die Angebotsmieten im 2. Quartal 2026 von 20,12 €/m² in München bis 8,97 €/m² in Leipzig; im Neubau werden in München 27,16 €/m² aufgerufen (ImmoScout24 WohnBarometer). Bundesweit lag die Angebotsmiete bei Wiedervermietung 2025 bei 11,11 €/m² (BBSR).

Stadt Angebot Bestandsbau €/m² Angebot Neubau €/m² 60 m² Bestandsbau (rechnerisch)
München20,12 €27,16 €1.207 €/Mon.
Stuttgart15,32 €17,98 €919 €/Mon.
Frankfurt am Main15,13 €19,09 €908 €/Mon.
Hamburg13,28 €18,89 €797 €/Mon.
Köln13,19 €18,09 €791 €/Mon.
Berlin13,18 €21,04 €791 €/Mon.
Düsseldorf12,92 €18,55 €775 €/Mon.
Leipzig8,97 €14,01 €538 €/Mon.
Bundesweit (BBSR, Wiedervermietung 2025)11,11 €–667 €/Mon.
Abb. 2 — Angebotsmieten Bestandsbau nach Stadt, Q2 2026 (€/m²)
Quellen: ImmoScout24 WohnBarometer Q2 2026 (02.07.2026), Angebotsmieten Bestandsbau; bundesweit: BBSR, Wiedervermietung 2025. Bestandsmieten Ø 7,28 €/m² (Zensus 2022).

Mietbelastungsquote nach Einkommensgruppe

Die Mietbelastung ist hochgradig ungleich verteilt. Mieterhaushalte mit weniger als 1.500 € Nettoeinkommen zahlen im Schnitt 44,6 % ihres Einkommens für die Bruttokaltmiete, Haushalte ab 4.000 € nur 15,9 % (Mikrozensus 2022). Wohnkostenüberbelastung nach EU-Definition gilt ab 40 %.

Abb. 3 — Mietbelastungsquote nach Haushaltsnettoeinkommen (%, Bruttokaltmiete)
Rote Linie = EU-Überlastungsschwelle (40 %). Quelle: Destatis, Mikrozensus 2022 (Endergebnis), Hauptmieterhaushalte, Stand 19.05.2025.
Wohnkostenüberlastung (EU-Definition)

Die EU definiert Wohnkostenüberlastung (housing cost overburden) als: Wohnkosten übersteigen 40 % des verfügbaren Haushaltseinkommens. Nach dieser Definition waren 2025 in Deutschland 11,2 % der Bevölkerung überbelastet (EU-Durchschnitt: 7,7 %; Destatis, EU-SILC 2025). Mieterhaushalte zahlen im Schnitt 27,9 % ihres Haushaltsnettoeinkommens für die Bruttokaltmiete (Mikrozensus 2022).

Wohneigentum: Deutschland als EU-Schlusslicht

Mit 47,2 % Wohneigentumsquote liegt Deutschland weit unter dem EU-Durchschnitt von 68 % (2024). Hohe Kaufnebenkosten, strenge Fremdkapitalvorschriften und jahrzehntelange steuerliche Benachteiligung von Eigennutzern haben das Eigentumsmodell strukturell erschwert.

Abb. 4 — Wohneigentumsquote im EU-Vergleich 2025 (%)
Quellen: Eurostat Housing Statistics 2025, Destatis Eigentumsquote (Zensus 2022, aktualisiert 2025).

Warum Eigentum in Deutschland so schwer zu erreichen ist

Kaufnebenkosten in Deutschland betragen 10–15 % des Kaufpreises (Grunderwerbsteuer je nach Bundesland 3,5–6,5 %, Notarkosten, Maklerprovision). Bei einem durchschnittlichen Eigenheim in München (580.000 €) summieren sich die Nebenkosten auf 58.000–87.000 Euro — Kapital, das die meisten Haushalte nicht verfügbar haben. Ohne Eigenkapital von mindestens 20–30 % vergeben Banken seit Basel III kaum Immobilienkredite zu tragbaren Konditionen.

Neubau-Krise: Tiefstwert seit 2012

2025 wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt — 18 % weniger als 2024 und der niedrigste Stand seit 2012. Das von der Bundesregierung ausgerufene Ziel von 400.000 Wohnungen pro Jahr ist seit 2023 unerreichbar.

Abb. 5 — Fertiggestellte Wohnungen in Deutschland 2019–2025 (Tsd.)
Quellen: Destatis Pressemitteilung Mai 2026 (Endgültige Jahresergebnisse 2025). Ziel der Bundesregierung: 400.000 Einheiten/Jahr.
Kennzahl 2025 Veränderung
Fertiggestellte Wohnungen206.600−18,0 % ggü. 2024
Baugenehmigungen 2025238.500+10,8 % ggü. 2024
Davon Mehrfamilienhäuser128.100+12,1 %
Erloschene Genehmigungen35.700Höchstwert seit 2002
Bauüberhang (Ende 2025)760.700Auf Vorjahresniveau
Ø Bearbeitungsdauer Genehmigung→Fertig27 Monate+1 Monat ggü. 2024
Strukturelle Ursachen

Die Baukrise hat mehrere Ursachen: Stark gestiegene Baukosten (Materialien +35–50 % seit 2020), hohe Zinsen (Bauzinsen 2022–2024: 3,5–4,5 %), Fachkräftemangel im Handwerk und kommunale Planungsengpässe. Positiv: Baugenehmigungen stiegen 2025 erstmals seit 2021 wieder (+10,8 %), was auf eine schrittweise Erholung ab 2027 hindeutet.

Mietbelastungs-Rechner

Wie viel Prozent Ihres Nettoeinkommens fließt in die Miete? Berechnen Sie Ihre persönliche Mietbelastungsquote und vergleichen Sie mit dem deutschen Durchschnitt.

Mietbelastungs-Rechner
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Mietbelastungsquote (inkl. Nebenkosten)

Quellen & Methodik

  1. ImmoScout24: WohnBarometer Q2 2026 – Mieten (02.07.2026). immobilienscout24.de
  2. BBSR: Entwicklung der Wohnungsmieten 2025 (10.06.2026). bbsr.bund.de
  3. Destatis: Mietbelastungsquote nach Haushaltsnettoeinkommen, Mikrozensus 2022 (Stand 19.05.2025). destatis.de
  4. Destatis: Wohnkostenüberbelastung, EU-SILC 2025. destatis.de
  5. Statistisches Bundesamt (Destatis): Fertiggestellte Wohnungen 2025, Pressemitteilung Mai 2026 — 18,0 % weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2025, destatis.de
  6. Statistisches Bundesamt (Destatis): Baugenehmigungen 2025, Pressemitteilung Feb. 2026 — 10,8 % mehr Baugenehmigungen für Wohnungen im Jahr 2025, destatis.de
  7. Statistisches Bundesamt (Destatis): Zensus 2022 — Wohnungsbestand, Eigentümerquoten, Mietpreisverteilung, destatis.de
  8. Statistisches Bundesamt (Destatis): Verbraucherpreisindex Wohnungsmieten (Mietindex), Stand 2025 (Index Nettokaltmieten 2020=100: 110,0), destatis.de
  9. Statistisches Bundesamt (Destatis): Eigentumsquote nach Bundesländern, Mikrozensus 2022/2025, destatis.de
  10. Statistisches Bundesamt (Destatis): Wohngeldstatistik — 1,242 Mio. Empfänger Ende 2024, destatis.de
  11. ImmoScout24: Mietpreisspiegel 2025/2026 — Angebotsmieten nach Städten (Neuvermietung), immobilienscout24.de
  12. Bundesregierung: Wohngeld-Plus — Dynamisierung ab Januar 2025, ca. 1,9 Mio. Empfänger 2025, bundesregierung.de
  13. Eurostat: Housing Statistics 2025 — Wohneigentumsquoten im EU-Vergleich, ec.europa.eu/eurostat
  14. Destatis: Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) 2023 — Wohnkostenanteil am Haushaltsbudget (34 %), destatis.de
  15. MyWage GmbH: Proprietäre Plattformdaten 2024/2025 — Mietbelastungsquoten nach Einkommensgruppen, interne Auswertung
  16. VDIV Deutschland: Baufertigstellungen brechen weiter ein — Genehmigungen ziehen an, vdiv.de, 2026

Alle Zahlen beziehen sich auf den angegebenen Stand. Prognosen sind als solche gekennzeichnet. Externe Quellen werden zitiert, nicht kopiert. Quellenangabe für Medienzwecke: „MyWage Research".

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