Abkürzungen auf dem Kontoauszug
Wenn du deinen Kontoauszug öffnest, stößt du schnell auf Abkürzungen, die auf den ersten Blick kryptisch wirken. Wir erklären dir die wichtigsten Begriffe, die auf fast jedem deutschen Kontoauszug vorkommen – von der IBAN bis zum Valutadatum.
IBAN
International Bank Account Number. Das ist deine internationale Kontonummer. Sie enthält bis zu 34 alphanumerische Zeichen. Deutsche IBANs bestehen immer aus 22 Zeichen und beginnen mit "DE".
Aufbau: DE (Ländercode) + 2 Prüfziffern + 8-stellige Bankleitzahl (BLZ) + 10-stellige Kontonummer.
BIC
Bank Identifier Code (auch SWIFT-Code genannt). Mit 8 oder 11 Zeichen identifiziert der BIC eine Bank weltweit eindeutig.
Aufbau: 4 Bankcode + 2 Ländercode + 2 Ortscode + optional 3 Filialcode.
Wichtig: Bei SEPA-Überweisungen innerhalb der EU ist der BIC seit 2016 nicht mehr zwingend nötig. Die IBAN reicht aus.
SWIFT
Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. SWIFT ist das Netzwerk, über das Banken weltweit Nachrichten austauschen. Der Begriff wird synonym mit BIC verwendet.
Bei Auslandsüberweisungen außerhalb der EU ist der SWIFT-Code (BIC) noch relevant und oft zwingend nötig.
SEPA
Single Euro Payments Area (Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum). SEPA umfasst 36 europäische Länder und ermöglicht einheitliche Euro-Überweisungen und Lastschriften mit standardisierten Verfahren.
Seit 2014 hat SEPA das alte deutsche Überweisungsverfahren vollständig ersetzt.
SEPA-CT
SEPA Credit Transfer = SEPA-Überweisung. Das ist der Standard für Geldtransfer vom Sender zum Empfänger innerhalb der SEPA-Zone.
Buchungszeit: 1 Werktag innerhalb der EU.
SEPA-DD
SEPA Direct Debit = SEPA-Lastschrift. Der Gläubiger (z.B. dein Stromanbieter) zieht Geld von deinem Konto ab – mit deiner vorherigen Genehmigung (Mandat).
Zwei Varianten: CORE (für Privatpersonen) und B2B (für Firmenlastschriften).
ELV
Elektronisches Lastschriftverfahren. Ein älteres deutsches Zahlungsverfahren, das vor allem beim Supermarkt-Einkauf mit der Girocard (EC-Karte) verwendet wird. Du unterschreibst, brauchst aber keine PIN.
Wichtig: ELV bietet keine Zahlungsgarantie für den Händler und ist weniger sicher als moderne Verfahren.
POZ
Point of Sale ohne Zahlungsgarantie. Ähnlich wie ELV – Zahlung mit der Girocard an der Kasse. Ohne sofortige SCHUFA-Prüfung oder Verfügbarkeitsprüfung. Die Buchung erfolgt nachträglich per Lastschrift.
OLV
Originaltreues Lastschriftverfahren. Ein altes Verfahren, das durch SEPA-DD (Lastschrift CORE) ersetzt wurde. Du wirst es noch auf älteren Kontoauszügen sehen, aber es ist praktisch veraltet.
BLZ
Bankleitzahl. Eine 8-stellige Nummer zur Identifikation einer deutschen Bank oder Bankfiliale. Sie steckt in der IBAN drin (Stellen 5–12 einer deutschen IBAN).
Noch nötig? Bei SEPA-Überweisungen brauchst du die BLZ nicht mehr einzeln einzugeben – nur die IBAN.
VWZ / VWZK
Verwendungszweck / Verwendungszweckkennung. Das ist das Freifeld bei einer Überweisung, in das du schreiben kannst, wofür die Zahlung gedacht ist. Wichtig für deine Buchhaltung und Steuer.
Valutadatum
Wertstellungsdatum. Das ist der Zeitpunkt, ab dem ein Betrag zinswirksam wird. Kann vom Buchungsdatum abweichen. Relevant für Dispozinsen und Guthaben-Zinsen.
Wichtig: Wenn du überweist, kann das Geld mehrere Tage unterwegs sein, bevor es beim Empfänger „wertgestellt" wird.
Buchungsdatum
Buchungsdatum. Der Tag, an dem deine Bank die Transaktion in ihr System gebucht hat. Oft der gleiche Tag wie das Valutadatum, aber nicht immer.
Soll / Haben
Buchhalterische Begriffe aus der doppelten Buchführung (T-Konto):
- Soll = Ausgabe / Belastung / Minus (Geld geht raus)
- Haben = Einnahme / Gutschrift / Plus (Geld kommt rein)
Auf modernen Kontoauszügen wird das oft nur mit „–" und „+" gekennzeichnet.
Gläubiger-ID
Creditor Identifier. Eindeutige Kennung eines Unternehmens, das per SEPA-Lastschrift einzieht. Jeder Gläubiger hat eine solche ID.
Format: In Deutschland: DE + 2 Prüfziffern + ZZZ + Handelsregisternummer.
Wichtig für Betrugsschutz: Überprüfe die Gläubiger-ID, wenn du eine unbekannte Lastschrift siehst.
Mandatsreferenz
Mandatsreferenz / Mandatsnummer. Die Nummer des Einzugsermächtigungs-Mandats, das du unterschrieben hast. Zusammen mit der Gläubiger-ID identifiziert sie jeden Lastschriftvertrag eindeutig.
DTAUS / DTA
Datenträgeraustausch. Ein altes deutsches Format für elektronische Zahlungen (Überweisungen, Lastschriften). DTAUS wurde vollständig durch SEPA ersetzt. Du wirst es nur noch auf sehr alten Kontoauszügen sehen.
Allgemeine Finanzabkürzungen
Nicht nur auf dem Kontoauszug, sondern auch bei Krediten, Sparprodukten und Versicherungen treffen dich Abkürzungen. Hier sind die wichtigsten:
p.a.
per annum (lateinisch: pro Jahr). Zinssätze werden fast immer pro Jahr angegeben. Das ist der Standard.
p.m.
per mensem (lateinisch: pro Monat). Selten, aber manchmal sieht man Zinssätze pro Monat – vor allem bei kurzfristigen Kleinkrediten oder Kontoüberziehungen.
Effektivzins (eff. Jahreszins)
Der tatsächliche Gesamtzinssatz. Inklusive aller Gebühren und Kosten. Das ist der wichtigste Vergleichswert bei Krediten und wird in Deutschland nach der PAngV (Preisangabenverordnung) vorgeschrieben.
Immer höher als der Nominalzins, weil hier die Gebühren dabei sind.
Nominalzins (Sollzins)
Der reine Zinssatz ohne Nebenkosten. Das ist nur ein Teil des tatsächlichen Zinsaufwands. Immer zusammen mit dem Effektivzins betrachten!
Disagio
Abzug vom Kreditbetrag bei Auszahlung. Wenn der Kreditnehmer einen Kredit mit Disagio aufnimmt, bekommt er weniger ausgezahlt, muss aber den vollen Betrag zurückzahlen.
Agio
Das Gegenteil von Disagio: Aufschlag über dem Nennwert. Kommt vor allem bei Fonds vor (Ausgabeaufschlag).
KapESt / AbgSt
Kapitalertragsteuer / Abgeltungssteuer. Steuer auf deine Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne). In Deutschland: 25 % + 5,5 % Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer = ca. 26,375 %.
Sparerpauschbetrag 2026: 1.000 € (Einzelperson) / 2.000 € (Ehepaare). Erträge bis zu diesem Betrag sind steuerfrei.
KFN
Kontoführungsnummer oder Kontoführungsgebühren. Je nach Kontext unterschiedlich. Auf deinem Kontoauszug bedeutet KFN oft die Gebühren für die Kontoführung.
AGB
Allgemeine Geschäftsbedingungen. Die Vertragsregeln deiner Bank. Nach § 305 BGB sind AGB nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurden und nicht überraschend sind.
Tipp: Immer lesen, bevor du unterschreibst!
DSGVO / GDPR
Datenschutz-Grundverordnung (EU 2016/679). Regelt den Umgang mit deinen personenbezogenen Daten. Du hast das Recht auf:
- Auskunft (Art. 15)
- Berichtigung (Art. 16)
- Löschung (Art. 17)
- Widerspruch (Art. 21)
BaFin
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die deutsche Aufsichtsbehörde für Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister. Sitze: Frankfurt und Bonn.
Wenn du Probleme mit deiner Bank hast, kannst du dich bei der BaFin beschweren.
Kredit- und SCHUFA-Abkürzungen
Bei Kreditanträgen und Bonitätsprüfungen treffen dich diese Abkürzungen:
| Abkürzung | Bedeutung | Wo du's findest |
|---|---|---|
| SCHUFA | Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – Deutschlands größte Auskunftei für Bonitätsdaten | Kreditantrag, Bonitätsprüfung |
| RSB | Restschuldbefreiung – Du bist nach Insolvenzverfahren schuldenfrei (nach 3 Jahren) | Insolvenzverfahren |
| PIK | Payment In Kind – Zinsen werden nicht gezahlt, sondern aufgeschlagen | Unternehmensfinanzierung |
| LTV | Loan to Value – Beleihungsauslauf (Kredit im Verhältnis zum Wert der Sicherheit) | Immobilienfinanzierung |
| KYC | Know Your Customer – Identitätsprüfung bei Kontoeröffnung (für Geldwäscheprävention) | Kontoeröffnung, KYC-Prozess |
| AML | Anti Money Laundering – Geldwäscheprävention | Bankvorschriften, Compliance |
| PSD2 | Payment Services Directive 2 – EU-Zahlungsdiensterichtlinie für sicheres Online-Banking | Open Banking, Banking-Apps, Zahlungsdienstleister |
| SWIFT | Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication – Netzwerk für internationale Überweisungen | Internationale Überweisungen |
| EZB | Europäische Zentralbank – Steuert die Leitzinspolitik im Euroraum | Leitzinspolitik, Zinsnachrichten |
| EBA | European Banking Authority – Europäische Bankenaufsicht | EU-Bankregulierung |
| AfA | Absetzung für Abnutzung – Steuerabschreibung für Vermögenswerte | Steuererklärung, Betriebsvermögen |
| GwG | Geldwäschegesetz – Regelt Geldwäscheprävention in Deutschland | Banken, Compliance, Finanzdienstleister |
| ZKG | Zahlungskontengesetz – Recht auf ein Basiskonto (auch mit negativer SCHUFA) | Kontoeröffnung |
| PAngV | Preisangabenverordnung – Pflicht zur Angabe von Effektivzins bei Krediten | Kreditvergleich, Kreditvertrag |
Hinweis zu SCHUFA: Du hast das Recht, einmal pro Jahr kostenlos deine SCHUFA-Daten bei der SCHUFA anzufordern. Das nennt sich "Selbstauskunft". So kannst du überprüfen, ob alle Daten korrekt sind.
IBAN-Struktur interaktiv erklärt
Die IBAN ist deine internationale Kontonummer. Lass uns sie auseinandernehmen und verstehen, was jeder Teil bedeutet:
DE = Ländercode für Deutschland (immer 2 Buchstaben). In Österreich ist es "AT", in der Schweiz "CH".
89 = Prüfziffer (2 Ziffern). Mit einem mathematischen Verfahren werden deine Kontodaten überprüft, um Tippfehler zu erkennen.
3704 0044 = Bankleitzahl (BLZ, 8 Ziffern). Identifiziert deine Bank eindeutig. In diesem Fall: Commerzbank Köln.
0532 0130 00 = Kontonummer (10 Ziffern, mit führenden Nullen). Dein persönliches Konto bei dieser Bank.
Tipp: Mit unserem kostenlosen IBAN-Rechner kannst du deine IBAN prüfen und deine BLZ schnell ermitteln. Auch zum Umrechnen von BLZ + Kontonummer in IBAN nützlich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Du hast noch Fragen zu diesen Abkürzungen? Hier sind die häufigsten:
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