Bankabkürzungen & Kontoauszug erklärt: Was bedeutet BIC, SEPA, ELV & Co.?

Über 40 gängige Finanzabkürzungen verständlich erklärt. Von IBAN bis SCHUFA – das Lexikon für deine Bankgeschäfte.

📅 Veröffentlicht: 12. April 2026 ✍️ Redaktion FLORIN+ ⏱️ Lesezeit: 8 Minuten
40+ gängige Abkürzungen erklärt
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Abkürzungen auf dem Kontoauszug

Wenn du deinen Kontoauszug öffnest, stößt du schnell auf Abkürzungen, die auf den ersten Blick kryptisch wirken. Wir erklären dir die wichtigsten Begriffe, die auf fast jedem deutschen Kontoauszug vorkommen – von der IBAN bis zum Valutadatum.

IBAN

IBAN

International Bank Account Number. Das ist deine internationale Kontonummer. Sie enthält bis zu 34 alphanumerische Zeichen. Deutsche IBANs bestehen immer aus 22 Zeichen und beginnen mit "DE".

Aufbau: DE (Ländercode) + 2 Prüfziffern + 8-stellige Bankleitzahl (BLZ) + 10-stellige Kontonummer.

Beispiel: DE89 3704 0044 0532 0130 00 (Commerzbank)
BIC

BIC

Bank Identifier Code (auch SWIFT-Code genannt). Mit 8 oder 11 Zeichen identifiziert der BIC eine Bank weltweit eindeutig.

Aufbau: 4 Bankcode + 2 Ländercode + 2 Ortscode + optional 3 Filialcode.

Wichtig: Bei SEPA-Überweisungen innerhalb der EU ist der BIC seit 2016 nicht mehr zwingend nötig. Die IBAN reicht aus.

Beispiel: COBADEFFXXX = Commerzbank in Frankfurt
SWIFT

SWIFT

Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. SWIFT ist das Netzwerk, über das Banken weltweit Nachrichten austauschen. Der Begriff wird synonym mit BIC verwendet.

Bei Auslandsüberweisungen außerhalb der EU ist der SWIFT-Code (BIC) noch relevant und oft zwingend nötig.

SEPA

SEPA

Single Euro Payments Area (Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum). SEPA umfasst 36 europäische Länder und ermöglicht einheitliche Euro-Überweisungen und Lastschriften mit standardisierten Verfahren.

Seit 2014 hat SEPA das alte deutsche Überweisungsverfahren vollständig ersetzt.

SEPA-CT

SEPA-CT

SEPA Credit Transfer = SEPA-Überweisung. Das ist der Standard für Geldtransfer vom Sender zum Empfänger innerhalb der SEPA-Zone.

Buchungszeit: 1 Werktag innerhalb der EU.

Auf deinem Kontoauszug: "Überweisung SEPA-CT" oder ähnlich
SEPA-DD

SEPA-DD

SEPA Direct Debit = SEPA-Lastschrift. Der Gläubiger (z.B. dein Stromanbieter) zieht Geld von deinem Konto ab – mit deiner vorherigen Genehmigung (Mandat).

Zwei Varianten: CORE (für Privatpersonen) und B2B (für Firmenlastschriften).

Auf deinem Kontoauszug: "Lastschrift SEPA CORE" + Gläubiger-ID + Mandatsreferenz
ELV

ELV

Elektronisches Lastschriftverfahren. Ein älteres deutsches Zahlungsverfahren, das vor allem beim Supermarkt-Einkauf mit der Girocard (EC-Karte) verwendet wird. Du unterschreibst, brauchst aber keine PIN.

Wichtig: ELV bietet keine Zahlungsgarantie für den Händler und ist weniger sicher als moderne Verfahren.

Beispiel auf Kontoauszug: "ELV REWE MÜNCHEN 12.04.2026"
POZ

POZ

Point of Sale ohne Zahlungsgarantie. Ähnlich wie ELV – Zahlung mit der Girocard an der Kasse. Ohne sofortige SCHUFA-Prüfung oder Verfügbarkeitsprüfung. Die Buchung erfolgt nachträglich per Lastschrift.

OLV

OLV

Originaltreues Lastschriftverfahren. Ein altes Verfahren, das durch SEPA-DD (Lastschrift CORE) ersetzt wurde. Du wirst es noch auf älteren Kontoauszügen sehen, aber es ist praktisch veraltet.

BLZ

BLZ

Bankleitzahl. Eine 8-stellige Nummer zur Identifikation einer deutschen Bank oder Bankfiliale. Sie steckt in der IBAN drin (Stellen 5–12 einer deutschen IBAN).

Noch nötig? Bei SEPA-Überweisungen brauchst du die BLZ nicht mehr einzeln einzugeben – nur die IBAN.

Beispiel: 37040044 = Commerzbank Köln
VWZ

VWZ / VWZK

Verwendungszweck / Verwendungszweckkennung. Das ist das Freifeld bei einer Überweisung, in das du schreiben kannst, wofür die Zahlung gedacht ist. Wichtig für deine Buchhaltung und Steuer.

Beispiel: "VWZ: Miete April 2026" oder "Rechnungsnummer 12345"
Valuta

Valutadatum

Wertstellungsdatum. Das ist der Zeitpunkt, ab dem ein Betrag zinswirksam wird. Kann vom Buchungsdatum abweichen. Relevant für Dispozinsen und Guthaben-Zinsen.

Wichtig: Wenn du überweist, kann das Geld mehrere Tage unterwegs sein, bevor es beim Empfänger „wertgestellt" wird.

Buchung

Buchungsdatum

Buchungsdatum. Der Tag, an dem deine Bank die Transaktion in ihr System gebucht hat. Oft der gleiche Tag wie das Valutadatum, aber nicht immer.

S/H

Soll / Haben

Buchhalterische Begriffe aus der doppelten Buchführung (T-Konto):

  • Soll = Ausgabe / Belastung / Minus (Geld geht raus)
  • Haben = Einnahme / Gutschrift / Plus (Geld kommt rein)

Auf modernen Kontoauszügen wird das oft nur mit „–" und „+" gekennzeichnet.

Gläubiger-ID

Gläubiger-ID

Creditor Identifier. Eindeutige Kennung eines Unternehmens, das per SEPA-Lastschrift einzieht. Jeder Gläubiger hat eine solche ID.

Format: In Deutschland: DE + 2 Prüfziffern + ZZZ + Handelsregisternummer.

Wichtig für Betrugsschutz: Überprüfe die Gläubiger-ID, wenn du eine unbekannte Lastschrift siehst.

Mandat

Mandatsreferenz

Mandatsreferenz / Mandatsnummer. Die Nummer des Einzugsermächtigungs-Mandats, das du unterschrieben hast. Zusammen mit der Gläubiger-ID identifiziert sie jeden Lastschriftvertrag eindeutig.

Beispiel: "Mandatsreferenz: DE12345678901234567890" auf dem Kontoauszug
DTAUS

DTAUS / DTA

Datenträgeraustausch. Ein altes deutsches Format für elektronische Zahlungen (Überweisungen, Lastschriften). DTAUS wurde vollständig durch SEPA ersetzt. Du wirst es nur noch auf sehr alten Kontoauszügen sehen.

Allgemeine Finanzabkürzungen

Nicht nur auf dem Kontoauszug, sondern auch bei Krediten, Sparprodukten und Versicherungen treffen dich Abkürzungen. Hier sind die wichtigsten:

p.a.

p.a.

per annum (lateinisch: pro Jahr). Zinssätze werden fast immer pro Jahr angegeben. Das ist der Standard.

Beispiel: "3,5 % p.a. Zinsen" = 3,5 Prozent pro Jahr
p.m.

p.m.

per mensem (lateinisch: pro Monat). Selten, aber manchmal sieht man Zinssätze pro Monat – vor allem bei kurzfristigen Kleinkrediten oder Kontoüberziehungen.

Vorsicht: "1,5 % p.m." = 18 % p.a. Das klingt kleiner, ist aber viel teurer!
Eff. Zins

Effektivzins (eff. Jahreszins)

Der tatsächliche Gesamtzinssatz. Inklusive aller Gebühren und Kosten. Das ist der wichtigste Vergleichswert bei Krediten und wird in Deutschland nach der PAngV (Preisangabenverordnung) vorgeschrieben.

Immer höher als der Nominalzins, weil hier die Gebühren dabei sind.

Beispiel: Nominalzins 5 %, aber mit Gebühren = Effektivzins 6,2 %
Nominal

Nominalzins (Sollzins)

Der reine Zinssatz ohne Nebenkosten. Das ist nur ein Teil des tatsächlichen Zinsaufwands. Immer zusammen mit dem Effektivzins betrachten!

Disagio

Disagio

Abzug vom Kreditbetrag bei Auszahlung. Wenn der Kreditnehmer einen Kredit mit Disagio aufnimmt, bekommt er weniger ausgezahlt, muss aber den vollen Betrag zurückzahlen.

Beispiel: 10.000 € Kredit, 2 % Disagio = nur 9.800 € auszahlt, aber 10.000 € zurückzahlen. Das erhöht den Effektivzins erheblich!
Agio

Agio

Das Gegenteil von Disagio: Aufschlag über dem Nennwert. Kommt vor allem bei Fonds vor (Ausgabeaufschlag).

Beispiel: Fonds-Anteil kostet 100 €, aber mit 5 % Agio = du zahlst 105 €
KapESt

KapESt / AbgSt

Kapitalertragsteuer / Abgeltungssteuer. Steuer auf deine Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne). In Deutschland: 25 % + 5,5 % Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer = ca. 26,375 %.

Sparerpauschbetrag 2026: 1.000 € (Einzelperson) / 2.000 € (Ehepaare). Erträge bis zu diesem Betrag sind steuerfrei.

KFN

KFN

Kontoführungsnummer oder Kontoführungsgebühren. Je nach Kontext unterschiedlich. Auf deinem Kontoauszug bedeutet KFN oft die Gebühren für die Kontoführung.

AGB

AGB

Allgemeine Geschäftsbedingungen. Die Vertragsregeln deiner Bank. Nach § 305 BGB sind AGB nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurden und nicht überraschend sind.

Tipp: Immer lesen, bevor du unterschreibst!

DSGVO

DSGVO / GDPR

Datenschutz-Grundverordnung (EU 2016/679). Regelt den Umgang mit deinen personenbezogenen Daten. Du hast das Recht auf:

  • Auskunft (Art. 15)
  • Berichtigung (Art. 16)
  • Löschung (Art. 17)
  • Widerspruch (Art. 21)
BaFin

BaFin

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Die deutsche Aufsichtsbehörde für Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister. Sitze: Frankfurt und Bonn.

Wenn du Probleme mit deiner Bank hast, kannst du dich bei der BaFin beschweren.

Kredit- und SCHUFA-Abkürzungen

Bei Kreditanträgen und Bonitätsprüfungen treffen dich diese Abkürzungen:

Abkürzung Bedeutung Wo du's findest
SCHUFA Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – Deutschlands größte Auskunftei für Bonitätsdaten Kreditantrag, Bonitätsprüfung
RSB Restschuldbefreiung – Du bist nach Insolvenzverfahren schuldenfrei (nach 3 Jahren) Insolvenzverfahren
PIK Payment In Kind – Zinsen werden nicht gezahlt, sondern aufgeschlagen Unternehmensfinanzierung
LTV Loan to Value – Beleihungsauslauf (Kredit im Verhältnis zum Wert der Sicherheit) Immobilienfinanzierung
KYC Know Your Customer – Identitätsprüfung bei Kontoeröffnung (für Geldwäscheprävention) Kontoeröffnung, KYC-Prozess
AML Anti Money Laundering – Geldwäscheprävention Bankvorschriften, Compliance
PSD2 Payment Services Directive 2 – EU-Zahlungsdiensterichtlinie für sicheres Online-Banking Open Banking, Banking-Apps, Zahlungsdienstleister
SWIFT Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication – Netzwerk für internationale Überweisungen Internationale Überweisungen
EZB Europäische Zentralbank – Steuert die Leitzinspolitik im Euroraum Leitzinspolitik, Zinsnachrichten
EBA European Banking Authority – Europäische Bankenaufsicht EU-Bankregulierung
AfA Absetzung für Abnutzung – Steuerabschreibung für Vermögenswerte Steuererklärung, Betriebsvermögen
GwG Geldwäschegesetz – Regelt Geldwäscheprävention in Deutschland Banken, Compliance, Finanzdienstleister
ZKG Zahlungskontengesetz – Recht auf ein Basiskonto (auch mit negativer SCHUFA) Kontoeröffnung
PAngV Preisangabenverordnung – Pflicht zur Angabe von Effektivzins bei Krediten Kreditvergleich, Kreditvertrag

Hinweis zu SCHUFA: Du hast das Recht, einmal pro Jahr kostenlos deine SCHUFA-Daten bei der SCHUFA anzufordern. Das nennt sich "Selbstauskunft". So kannst du überprüfen, ob alle Daten korrekt sind.

IBAN-Struktur interaktiv erklärt

Die IBAN ist deine internationale Kontonummer. Lass uns sie auseinandernehmen und verstehen, was jeder Teil bedeutet:

DE893704 0044

DE = Ländercode für Deutschland (immer 2 Buchstaben). In Österreich ist es "AT", in der Schweiz "CH".

89 = Prüfziffer (2 Ziffern). Mit einem mathematischen Verfahren werden deine Kontodaten überprüft, um Tippfehler zu erkennen.

3704 0044 = Bankleitzahl (BLZ, 8 Ziffern). Identifiziert deine Bank eindeutig. In diesem Fall: Commerzbank Köln.

0532 0130 00 = Kontonummer (10 Ziffern, mit führenden Nullen). Dein persönliches Konto bei dieser Bank.

Tipp: Mit unserem kostenlosen IBAN-Rechner kannst du deine IBAN prüfen und deine BLZ schnell ermitteln. Auch zum Umrechnen von BLZ + Kontonummer in IBAN nützlich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Du hast noch Fragen zu diesen Abkürzungen? Hier sind die häufigsten:

Was ist der Unterschied zwischen BIC und SWIFT?

BIC und SWIFT sind identisch. SWIFT ist der Name des Netzwerkbetreibers (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), während BIC der Code ist, den dieses Netzwerk nutzt. Beide Begriffe werden synonym verwendet. Bei SEPA-Überweisungen ist der BIC seit 2016 nicht mehr zwingend nötig – die IBAN reicht aus.

Brauche ich noch eine BLZ?

Nein, bei SEPA-Überweisungen ist die Bankleitzahl (BLZ) nicht mehr nötig. Die IBAN ersetzt sie vollständig. Allerdings steckt die BLZ in deiner IBAN drin (Positionen 5–12). Für bestimmte automatisierte Bankprozesse und als historische Referenz ist die BLZ aber weiterhin relevant.

Was bedeutet "SEPA-Lastschrift CORE" auf meinem Kontoauszug?

SEPA-Lastschrift CORE ist eine Verbraucher-Lastschrift. Du hast dem Unternehmen ein Mandat erteilt, einen bestimmten Betrag (regelmäßig oder einmalig) von deinem Konto einzuziehen. CORE ist die Standard-Variante für Privatpersonen. Bei Rückbuchung hast du 8 Wochen Zeit.

Was ist der Unterschied zwischen Buchungsdatum und Valutadatum?

Das Buchungsdatum ist der Tag, an dem deine Bank die Transaktion in ihre Bücher aufgenommen hat. Das Valutadatum (Wertstellungsdatum) ist der Zeitpunkt, ab dem der Betrag zinswirksam wird – also wann er auf die Dispozinsen oder Guthabenzinsen angerechnet wird. Diese Daten können unterschiedlich sein, was besonders bei Dispozinsen relevant ist.

Was bedeutet ELV beim Supermarkt?

ELV steht für Elektronisches Lastschriftverfahren. Es ist ein älteres deutsches Zahlungsverfahren, das beim Bezahlen mit der Girocard (EC-Karte) im Supermarkt verwendet wird. Du brauchst keine PIN, nur deine Unterschrift. Allerdings bietet ELV weniger Sicherheit und keine Zahlungsgarantie für den Händler wie die modernen Verfahren. Viele Supermärkte ersetzen ELV durch kontaktlose Zahlungen.

Wie erkenne ich einen SEPA-Betrug auf dem Kontoauszug?

Achte auf diese Warnsignale: (1) Unbekannte Gläubiger-ID, (2) Unbekannte Mandatsreferenz – wenn du kein Mandat erteilt hast, (3) Unbekannte Absender bei SEPA-Überweisungen, (4) Verdächtige Verwendungszwecke. Wenn du eine solche Transaktion siehst, wende dich sofort an deine Bank und beantrage eine Rückbuchung.

Was ist Disagio beim Kredit?

Disagio ist ein Abzug vom Kreditbetrag bei der Auszahlung. Wenn du einen Kredit über 10.000 € mit 2 % Disagio aufnimmst, erhältst du nur 9.800 € ausgezahlt, musst aber 10.000 € plus Zinsen zurückzahlen. Das erhöht deinen effektiven Zinssatz erheblich und ist oft teuer. Achte beim Kreditvergleich auf den Effektivzins – dort ist das Disagio bereits eingerechnet.

Was bedeutet p.a. bei Zinsen?

p.a. steht für "per annum" (lateinisch "pro Jahr"). Wenn eine Bank dir "3 % p.a. Zinsen" anbietet, bedeutet das, dass du pro Jahr 3 % Zinsen auf dein Guthaben erhältst. Fast alle Zinssätze werden in dieser Form angegeben. Das Gegenteil ist p.m. (per mensem = pro Monat), was selten ist und immer verdächtig wirken sollte.

Du suchst noch mehr Informationen über Banken und Bonitätsbewertung? Schau dir unseren umfassenden Ratgeber "SCHUFA und automatische Entscheidungen" an – hier klären wir deine Rechte bei Ablehnung von Kreditanfragen.